Ein Spatenstich als Startsignal für das Neubaugebiet: Uli Gairing von der Baufirma Schwenk, Maximilian Rey, der Projektleiter von Geoteck, Benjamin Humpfer, der Geschäftsführer von Geoteck, Bürgermeister Steffen Weigel und Bauamtsleiter Axel Girod (von links). Foto: /Andreas Kaier

Die Arbeiten im Wendlinger Neubaugebiet Steinriegel beginnen mit einem Spatenstich. Häuslebauer können im Sommer 2023 loslegen. Insgesamt dauerte die Planung sieben Jahre.

Mit einem Spatenstich haben am Donnerstag vergangener Woche in Wendlingen die Arbeiten zur Erschließung des Neubaugebiets Steinriegel 1A begonnen. Diese sollen rund 15 Monate dauern, sodass dort voraussichtlich ab Sommer 2023 die ersten Häuser gebaut werden können. Insgesamt sollen auf dem 5,4 Hektar großen Areal 154 Wohneinheiten neu entstehen und mehr als 320 Menschen eine neue Heimat finden.

 

In dem Neubaugebiet auf den früheren Streuobstwiesen gibt es insgesamt 92 Bauplätze, sowohl für frei stehende Einfamilien- und Reihenhäuser, als auch für sechs große Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs bis zwölf Wohnungen. Die Kosten für die Erschließung bezifferte Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel auf insgesamt 6,1 Millionen Euro. Auf die Grundstückseigentümer kommen damit Erschließungskosten in Höhe von voraussichtlich rund 230 Euro pro Quadratmeter zu, plus ein Einmalbetrag von 16 400 Euro für jeden Hausanschluss.

Trotz langer Dauer keine Phase des Stillstands

„Im Mittleren Neckarraum mitten im hoch verdichteten Speckgürtel der Stadt Stuttgart ein Neubaugebiet zu entwickeln, bedeutet für alle Beteiligten vor allem Dingen viel Geduld aufzubringen“, verwies Weigel auf die mehr als sieben Jahre währende Planungsphase, die sich immer mehr in die Länge gezogen hatte. „Zu vielfältig waren die Schwierigkeiten und Probleme, die gemeinsam zu bewältigen waren, sowohl im Umlegungsverfahren als auch bei der Entwicklung des Bebauungsplans“, so der Wendlinger Verwaltungschef weiter. In den gesamten sieben Jahren habe es aber keine Phase des Stillstandes gegeben, auch wenn der Eindruck bei den Grundstückseigentümern und den Bauwilligen manchmal ein anderer gewesen sei.

Die sich in die Länge ziehenden Planungen haben laut Bürgermeister Steffen Weigel ausschließlich an den „schwierigen Rahmenbedingungen“ und der Notwendigkeit gelegen, „mit allen Beteiligten Konsens herzustellen“. Er sei sich im Klaren darüber, dass es einen erheblichen zeitlichen Verzug gegeben habe. „Ich bitte aber um Verständnis, dass dies verschiedensten Gründen und nicht einer Untätigkeit irgendeines Beteiligten geschuldet ist“, sagte Weigel.

Vor diesem Hintergrund wünschte sich Benjamin Humpfer, der Geschäftsführer der für die Erschließung zuständigen Geoteck Ingenieure, „dass das Projekt künftig in geradlinigeren Bahnen verläuft“. Als weiteren Grund für die Verzögerungen nannte Benjamin Humpfer die vor zwei Jahren und damit „zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt“ aufkommende Coronapandemie. „Damit wurden uns die persönlichen Gespräche mit den Grundstückseigentümern genommen“, sagte er und verwies auf die unzähligen E-Mails, die stattdessen hätten hin und her geschickt werden müssen.

Letzte Neubaugebiet vor 20 Jahren

Vor fast 20 Jahren hatte die Stadt mit dem Gebiet Steigäcker ihr letztes Neubaugebiet ausgewiesen und seither vor allem auf die Verdichtung innerörtlicher Gebiete gesetzt. Weigel zeigte zwar Verständnis dafür, dass Eingriffe in die freie Landschaft nur „sehr maßvoll und bei unbedingtem Bedarf“ vorgenommen werden sollten, warf aber die Frage auf, wie eine Kommune dem immer größer werdenden Wohnraumbedarf gerecht werden soll, wenn nicht in wenigstens bescheidenem Umfang eine Außenentwicklung vorgenommen werden könne.