Die breite Schlotterbeckstraße kann verschmälert und ein Teil der Grünanlage genutzt werden. Damit entstehen Flächen für ein Baugebiet mit 25 Wohnungen. Foto: Kuhn

Unweit der Wallmerkirche entstehen rund 25 neue Wohnungen. Ermöglicht wird dies auch durch die Verschmälerung der Schlotterbeckstraße, die einst als Aufstiegsstraße nach Luginsland geplant war.

Untertürkheim - Der Wunsch nach neuen Wohnungen ist groß. Untertürkheims Bezirksbeiräte begrüßten deswegen das Neubauprojekt unweit der Wallmerkirche einstimmig, das Stadtplanerin Ingrid Kuhlmann den Zuhörern der Bezirksbeiratssitzung vorstellte. Dafür nehmen Stadtplaner und Bezirksbeiräte Abschied von einer anderen Idee: Die Schlotterbeckstraße wurde vor einigen Jahrzehnten als mögliche Aufstiegsstraße in Richtung Luginsland vorgesehen. „Im rechtsverbindlichen Bebauungsplan ist die Schlotterbeckstraße deswegen mit einer Breite von 18 Metern festgesetzt“, so Kuhlmann. Tatsächlich ausgebaut ist sie nur etwa neun Meter breit, einschließlich einer Gehwegfläche von etwa drei Metern. Nachdem die Stadtverwaltung allerdings sich von der Idee einer Aufstiegsstraße verabschiedet hat, kann die Straße zurückgebaut und als Wohnfläche genutzt werden. Die an die Wallmerstraße angrenzenden Gebäude inklusive der Grünanlage gehören der Baugenossenschaft Gartenstadt Luginsland. Aus Sicht der Stadtplaner sind die Grundstücke untergenutzt und eignen sich für die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum. Auch hier kommt das Stuttgarter Prinzip zum Zug: Die Innenentwicklung – Nachverdichtung im Stadtbezirk – hat Vorrang vor der Ausweisung von neuen Baugebieten am Ortsrand.

Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben

Die Baugenossenschaft sieht die Weiterentwicklung des Quartiers an der Schlotterbeck-, Sattel-, Wallmer- und Fiechtnerstraße als Chance fürs Wallmer-Gebiet. Sie hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. „Die genauen Ergebnisse stehen noch aus, aber es gibt erste Ideen“, sagte Andreas Knoke, der Vorstandsvorsitzende der Baugenossenschaft Luginsland. Gewonnen werden sollen rund 25 Wohneinheiten. Wichtig für die Mieter: Die bestehenden Gebäude, die zum Teil erst vor wenigen Jahren energetisch saniert wurden, bleiben unangetastet. Gedacht wird an eine drei- bis viergeschossige Neubebauung. „Damit möglichst viel der bisherigen Freifläche erhalten werden kann, sollen die Gebäude so nah wie städtebaulich verträglich an den Straßenflächen angeordnet werden“, so Kuhlmann. Dadurch werde auch Abstand zu den Bestandsgebäuden gewahrt. Knoke verschweigt aber nicht, dass für den Neubau Bäume gefällt werden müssen und die Altmieter zunächst weniger Grün um sich haben werden. „Unser Ziel ist es, mit dem Projekt allerdings neue Wohnräume, aber auch Grünflächen zu schaffen. Dies sind wir unserer Philosophie als Baugenossenschaft Gartenstadt schuldig.“ Aus ökologischen Gründen ist eine Dachbegrünung vorgesehen. Um den ruhenden Verkehr von der Straße zu bringen, wird eine Tiefgarage gebaut. Sie wird von der Schlotterbeck- und Sattelstraße aus erschlossen.

Bezirksbeiräte stimmen zu

Die Bezirksbeiräte stimmten dem beschleunigten Bebauungsplanverfahren einstimmig zu. Martin Glemser von den Grünen mahnte an, dass die stadtklimatologischen Auswirkungen untersucht werden sollen. Zudem könnte die überdimensionierte Kreuzung Schlotterbeck-/Wallmerstraße in dem Zug umgestaltet werden. Michael Marquardt (FDP) brachte den Wunsch aller zum Ausdruck: „Bitte ein zackiger Baubeginn.“ Der Bevölkerung sollen die Pläne Mitte Dezember vorgestellt werden.

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