Der Boden in der Stadthalle musste entfernt werden. Bürgermeister Ralf Zimmermann ist froh, dass man jetzt ins Stadium der Wiederherstellung gehen kann. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)/ 

Die neue Stadthalle in Großbottwar (Kreis Ludwigsburg) musste kurz nach der Eröffnung wieder schließen. Jetzt wird sie im großen Stil saniert. Und es gibt erste Hoffnungsschimmer.

Rund um die Harzberghalle in Großbottwar rissen in den vergangenen Jahren die Hiobsbotschaften nicht ab. Kurz nach der Eröffnung musste die gute Stube der Stadt nach einem Wasserschaden schon wieder den Regelbetrieb einstellen. Weil der Fall vor Gericht landete und sich Gutachter die Klinke in die Hand gaben, konnte die Kommune auch keine rasche Instandsetzung in Angriff nehmen. Monatelang waren ihr die Hände gebunden. Zu allem Überfluss stellte sich heraus, dass die Sanierung umfangreiche Eingriffe erfordern und lange dauern würde. Rund ein Jahr sollte die Stadthalle deshalb für Veranstaltungen und Verein tabu sein.

 

Nun gibt es aber erste Lichtblicke. Die Bauarbeiten sind inzwischen in vollem Gange. Darüber hinaus sei das sehnlich erwartete Gutachten zum Holzbau am Montag im Rathaus eingetroffen, sagte Bürgermeister Ralf Zimmermann am Mittwoch im Technischen Ausschuss des Gemeinderats. „Das Gute ist, dass es weitestgehend unseren Erwartungen entspricht und der Gutachter einen Verursacher sieht: Und das ist der Wasserschaden“, erklärte er.

Die schon länger vorliegende Expertise zum Leitungsbau war zu einem ähnlichen Befund gekommen und im Rathaus so interpretiert worden, „dass letztendlich eine undichte Stelle an einer Frischwasserleitung zu einem Korrosionsschaden an einem Heizungsrohr geführt hat. Dadurch konnte dann Wasser austreten“, wie Zimmermann vor einiger Zeit erläutert hatte.

Mit dem Vorliegen des Holzgutachtens sei nun auch der Weg frei, die Sanierungsarbeiten in diesem Segment zu vergeben, erklärte Zimmermann im Ausschuss. Etwas mehr als 40 000 Euro muss die Kommune dafür in die Hand nehmen. Das sind aber vergleichsweise Peanuts zur Gesamtsumme, die sich laut Bürgermeister Zimmermann knapp im siebenstelligen Bereich bewegen dürfte. Wobei die Versicherung die Kosten für die Arbeiten übernehme.

Lediglich beim Holzbau sei dies nicht vollumfänglich der Fall. Die Ausgaben dafür und für Anwälte könne man sich eventuell jedoch über den Schuldigen an dem ganzen Schlamassel zurückholen. „Solche Gerichtsverfahren dauern aber Jahre, wenn nicht Jahrzehnte“, gibt er sich keinen Illusionen auf ein rasches Urteil in dem Punkt hin.

Foto: Archiv (avanti)

Wesentlich schneller dürfte die Sanierung vonstatten gehen. Anfang März war man bei der Stadt noch von einer Bauzeit von rund einem Jahr ausgegangen. Peter Scheidt, der das Projekt koordiniert, setzt sich aber wesentlich ehrgeizigere Ziele. „Die Fertigstellung soll Ende November oder Anfang Dezember sein“, sagt Scheidt. Dann könne die Einweihung noch dieses Jahr gefeiert werden. „Die Halle stand jetzt lange genug leer“, betont er. Seinen Optimismus schöpft Scheidt auch daraus, dass der Rückbau sehr zügig über die Bühne gegangen sei. „Wir können jetzt ins Reparieren gehen“, ergänzt der Bürgermeister.

Im April solle an den Holzelementen geschafft werden, berichtet Peter Scheidt. Anschließend könne man an den Leitungen für die Heizung und an der Dämmung arbeiten. „Mein erklärtes Ziel ist, dass bis zu den Sommerferien der Estrich drin ist“, sagt der Großbottwarer. Der Boden musste wegen des Wasserschadens in weiten Teilen der Halle herausgerissen werden.

Großflächig mit Folie abgedeckt

Damit bei den laufenden Arbeiten sensible Elemente wie Schutzmembrane oder Lampen nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, sei die Halle derzeit großflächig mit Klarsichtfolie abgedeckt, sagt der Bürgermeister. „Im Moment sieht das Ganze aus wie ein Christo-Bau“, erklärt Ralf Zimmermann.