So sollen die Kronenhöfe aussehen – wenn sie Ende 2020 fertig sind. Foto: Kronenhöfe GmbH

Die Anwohner der künftigen Kronenhöfe mitten in Backnang bemängeln, dass der Neubau viel zu nah an die bestehen Gebäude heranrückt.

Backnang - Reinwald Schütz ist nicht sonderlich gut aufgelegt an diesem Donnerstagabend. Gleich beginnt die Sitzung des Backnanger Gemeinderats, in der es auch um das Projekt Kronenhöfe gehen wird. Die Kronenhöfe mitten in der Innenstadt sollen Geschäfte, Büros und Wohnungen beherbergen. Die Projektpartner – der Bauträger Aspa und die Volksbank Backnang – rechnen mit Investitionskosten von bis zu 30 Millionen. Die alten Gebäude auf dem Areal sind bereits weitgehend abgebrochen worden, die Hochbauarbeiten sollen Anfang 2019 beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, dann sind die Kronenhöfe Ende 2020 bezugsbereit.

Informationsveranstaltung für die Bürger

Schütz sagt, er und ein paar andere Anwohner ärgerten sich über das Projekt, denn die Neubauten rückten ganz nah an die Balkone heran, aus seiner Sicht unzulässig nah. Er habe bereits drei Anwälte konsultiert. Falls die Kronenhöfe gebaut werden sollen wie geplant, dann werde er sich dagegen wehren. Wenig später in der Sitzung erklärt der Leiter des Stadtplanungsamts, Tobias Großmann, dass am Montag eine Informationsveranstaltung für die Bürger stattfinde, bei der alle Anregungen vorgebracht werden können. Der Stadtrat Eric Bachert fragt, ob die aktuelle Planung denn auf die Belange der direkten Nachbarn Rücksicht nehme. Der Baudezernent Stefan Setzer erklärt, dass bis dato keine Veränderungen vorgenommen worden seien an den Unterlagen. Alle Bürger könnten in den nächsten Monaten ihre Bedenken einbringen, es sei durchaus möglich, die Pläne noch zu ändern.

Schließlich stimmt der Gemeinderat einstimmig für die Vorlage der Verwaltung. Ein nach wie vor nur mäßig gut gelaunter Reinwald Schütz steht auf und verlässt den Saal. Gut möglich, dass er sich tatsächlich einen Anwalt nehmen wird. Auch wenn es ihm gelingen sollte, den Abstand der Kronenhöfe zu seinem Haus ein bisschen zu vergrößern: Die grandiose Sicht wird ihm teilweise genommen – so oder so.

Der Name ist eine Reverenz an die Stadtgeschichte

Projektiert sind nämlich bis zu fünfstöckige Gebäude. Mit ihren spitzen Dächern werden sie so aussehen, wie ein Kleinkind ein Haus malt. Die Architekten sagen, sie hätten den Archetypus des Hauses gewählt, man könnte auch sagen: den Klassiker. Die enge und dunkle Eduard-Breuninger-Straße soll stark verbreiterte Gehwege bekommen – mit Platz zum Flanieren. Im Erdgeschoss werden Geschäfte und womöglich ein Café einziehen. In den Obergeschossen sind Büros, Praxen und mehrere Dutzend Wohnungen geplant.

Kronenhöfe – der Name ist eine Reverenz an die Stadtgeschichte. Die Eduard-Breuninger-Straße hieß nämlich einst Kronenstraße. Und im Gasthaus Krone arbeitete von 1912 bis 1936 der Kreditverein Backnang, die heutige Volksbank Backnang. Künftig soll es möglich sein, vom Backnanger Bahnhof direkt ins Herz der Altstadt zu gelangen. Die Vorstadt soll mit der Innenstadt verbunden werden.

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