Die Feuerwache an der Heusteigstraße wurde 1888 gebaut und im Zweiten Weltkrieg zerstört. In der Nachkriegszeit erfolgte der Wiederaufbau. Foto: /Phillip Weingand

Die Feuerwache 1 zieht interimsweise an die Paulinenbrücke. 2025 soll sie wieder am alten Standort an der Heusteigstraße in einem besonders energieeffizienten Neubau zu finden sein.

S-Mitte - Heinrich Huth von der SPD-Fraktion im Bezirksbeirat Mitte freut sich, dass die Feuerwehr voraussichtlich 2025 wieder an der Heusteigstraße 12 zu finden sein wird. „Liebe Nachbarn, danke, dass Sie im Viertel bleiben“, sagte Huth bei der jüngsten Sitzung. Er fügte hinzu, dass die rund um die Uhr besetzte Feuerwache Süd den Menschen im Quartier ein Sicherheitsgefühl gebe. „Sie helfen der Nachbarschaft.“ Andere Bezirksbeiräte zeigten sich erleichtert, dass ein neuer Standort auf dem Züblin-Areal nur eine Möglichkeit geblieben ist. Dort soll nach dem für 2023 geplanten Abriss des Parkhauses ein Quartier entstehen, das Bohnen- und Leonhardsviertel miteinander verbindet.

Die Feuerwehr muss in den kommenden Jahren alle Gebäude in der Stadt neu bauen oder sanieren lassen. Insgesamt kostet dies rund 300 Millionen Euro. Läuft alles nach Plan, verlässt die Feuerwache Süd mit dem für 2022 anvisierten Beginn der Arbeiten den alten Standort. Für drei Jahre soll sie unter der Paulinenbrücke einen Interimsbau beziehen. 2025 geht es zurück an die Heusteigstraße. Das Hauptgebäude steht an der Heusteigstraße 12. Zwei Nebengebäude befinden sich an der Katharinenstraße 14 a und 14 b. Die Feuerwache im Bezirk Mitte blickt auf eine stolze Geschichte zurück. Sie wurde 1888 erbaut. Im Zweiten Weltkrieg fiel sie den Luftangriffen zum Oper. Von 1946 bis 1950 folgte der Wiederaufbau. 1984 und 1996 wurde saniert. Eine weitere Erneuerung als Alternative zum Neubau wurde auch aktuell angedacht. Es stellte sich aber heraus, dass wegen der Gebäudestruktur des Hauptgebäudes bei allen Varianten grundlegende Defizite insbesondere der Fahrzeughallen nicht behoben werden können. Außerdem verhinderten laut Verwaltung die unterschiedlichen Ebenenniveaus der Gebäudeteile den Einbau eines Aufzuges, der einen barrierefreien Zugang garantieren könnte. Letztlich sei eine Trennung in Zonen mit unterschiedlich strengen Hygienestandards nicht realisierbar gewesen.

2022 soll der Bau beginnen

Über eine Sanierung wurde nachgedacht

Durchfahrten sind zu eng

Stadt arbeitet mit Nachbarn zusammen

Beim Neubau ist eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Siedlungswerk und der Diözese Rottenburg-Stuttgart an der Heusteigstraße vorgesehen. Es wird ein Bauwerk entlang der Grundstücksgrenze geben, um den Schallschutz zu gewährleisten. Gleichzeitig kann die Feuerwehr einen Teil des zweiten Untergeschosses des benachbarten Baus für Werkstätten nutzen. Das Marienheim an der Katharinenstraße soll auch durch eine Schallschutzwand vor Lärm geschützt werden. Die Bauarbeiten bedingen die Anpassung der Grundstücksgrenzen zum Siedlungswerk und zum Marienheim zugunsten der Stadt. Beide Kooperationspartner hätten bereits zugestimmt, erklärt die Stadt.

Neubau soll sparsam sein

Die Kosten für das Projekt beziffert die Stadt mit 37,6 Millionen Euro. Für den Interimsbau an der Paulinenbrücke allein sind rund vier Millionen Euro vorgesehen. Der künftige Neubau ist als Plusenergiehaus geplant. Er soll nicht nur effizient im Verbrauch sein, sondern Energie erzeugen und ins Netz einspeisen. Nach Angaben der Stadt können die Kosten hierfür bisher nicht beziffert werden. Sie seien deshalb nicht in den Gesamtkosten angegeben, erklärt die Stadt. Die Summe soll aus dem 200 Millionen Euro umfassenden Klimapaket der Stadt finanziert werden.

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