Die bisherige TV-Geschäftsstelle Foto: /Harald Beck

Seit 20 Jahren residiert die Geschäftsstelle des TV Stetten in Containern. Jetzt soll eine Hallenaufstockung für 450 000 Euro das lange Provisorium beenden.

Im Sommer brütend heiß, im Winter saukalt, für Sitzungen eng und eigentlich seit zwei Jahrzehnten ein bauliches Provisorium – die Geschäftsstelle des TV Stetten soll durch einen Neubau ersetzt werden, der an die benachbarte Sporthalle an, beziehungsweise auf diese drauf gebaut wird.

 

Den Beschluss zum auf Gesamtkosten von etwa 450 000 Euro geschätzten Neubauprojekt hat die Mitgliederversammlung des rund 1800 Sportler starken Turnvereins mit rund einem Dutzend Sport treibender Abteilungen bereits im vergangenen Mai gefasst. „Angesichts weiter steigender Baupreise soll das Projekt neue Geschäftsstelle nunmehr schnell gestartet werden, wofür abschließende Details mit der Gemeinde kurzfristig geklärt werden“, heißt es dazu auf der Internetseite des Vereins.

Die Kommune zahlt die Hälfte

„Zum Wohle der Mitarbeiter des Vereins möchte der Verein den Neubau einer Vereinsgeschäftsstelle anstelle der bisherigen provisorischen Lösung eines Bürocontainers am Vereinsgelände umsetzen und beantragt deshalb eine Förderung“, hat wiederum in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien Ende Juli die Verwaltung Kernen in ihrer Beschlussvorlage für die Bezuschussung des Neubauprojektes geschrieben. Das Gremium hat schließlich einstimmig grünes Licht für die Kostenbeteiligung der Kommune am Geschäftsstellenneubau gegeben. Kernen trägt die Hälfte der Kosten und bezuschusst das Projekt im ersten Jahr mit 100 000 Euro und im zweiten Jahr mit weiteren maximal 125 000 Euro. Auf weitere Zuschüsse für den Neubau hofft der TV Stetten durch den Landessportbund.

Laut den in der Gemeinderatssitzung vorgelegten Plänen soll der Neubau der Geschäftsstelle oberhalb der bestehenden und vor drei Jahren umgebauten Sporthalle errichtet werden. Über eine Stahltreppe sollen die Mitarbeiter und Besucher laut dem Entwurf des Architekten Moritz Seifert dann künftig in die neuen und deutlich großzügigeren Vereinsräume gelangen. Vorgesehen sind ein Büro, ein Besprechungsraum für Sitzungen der Vereinsgremien, ein Abstellraum sowie eine Teeküche und die notwendigen Sanitäranlagen.

Der Zugang ist nicht barrierefrei

Als kostensenkender Vorteil wird dabei die Platzierung des Neubaus auf dem bestehenden und kürzlich unter Berücksichtigung der Ergänzung durch das jetzige Vorhaben umgebauten Gebäude verbucht. So könnten einige Kosten für Anschlüsse etwa bei Wasser, Abwasser, Strom oder Heizung gespart werden, erläuterte der zweite TV-Vorsitzende Alexander Schmidt-Fischer. Das Problem bei dieser erhöhten Lage: Die neue Geschäftsstelle des Sportvereins wird nicht barrierefrei sein – weil nicht zuletzt mit Blick auf die Kosten ohne einen Aufzug geplant. Eine der dafür in Diskussion stehenden Lösungen: Eine Klingel, die unten am Foyer der Halle angebracht wird und Mitarbeiter nach unten ruft, wenn Besucher mit Rollstuhl oder Kinderwagen ankommen.

Wichtig sei es, so betont die Vereinsspitze des Stettener Sportvereins, das Projekt Geschäftsstelle so schnell wie möglich anzugehen. Denn seit dem ursprünglichen Beginn der Planungen seien die Kosten mit den Auswirkungen von Pandemie und Ukrainekrieg bereits um rund 30 Prozent gestiegen.