Der Discounter möchte seine Filiale an der Galileistraße modernisieren. Foto: dpa

Bürger und Vaihinger Bezirksbeirat wünschen sich Informationen zum Abriss und Neubau des Aldi an der Galileistraße. Denn das Thema betrifft nicht nur die Möhringer, auf deren Gemarkung der Laden liegt.

Vaihingen - Eigentlich liegt die Filiale des Discounters auf Möhringer Gemarkung. Deswegen hatte ein Aldi-Vertreter im Mai die Pläne für den Abriss und den Neubau des Gebäudes am Rande des Synergieparks im Möhringer Bezirksbeirat vorgestellt. Der Discounter möchte seinen Standort modernisieren. Das neue Gebäude soll größer werden, die Verkaufsfläche allerdings gleich bleiben. Denn eigentlich ist eine Bebauung für den Einzelhandel an dieser Stelle gar nicht zulässig, erklärte Lars Podehl, der Leiter Filialentwicklung der Aldi GmbH mit Sitz in Aichtal, in Möhringen. Man habe allerdings eine Ausnahmegenehmigung. Von der Modernisierung erhofft sich der Discounter auch zusätzliche Kundschaft. Die Möhringer Bezirksbeiräte zeigten sich größtenteils zufrieden mit den Plänen.

Keine Alternative an der Ladenstraße

Doch die Filiale hat eben nicht nur Kunden aus Möhringen, merkte Detlef Bosau an. Der Dürrlewanger kam eigens in die Sitzung des Vaihinger Bezirksbeirats am Dienstag und kritisierte die für die Zeit der Bauarbeiten notwendige Schließung des Aldi-Standorts. „Die Modernisierung ist nötig. Aber was passiert, wenn die Filiale für acht bis neun Monate schließt? Wir stünden dann monatelang ganz ohne Nahversorgung da“, sagte Bosau.

Die Lokalpolitiker stimmten dem Bürger zu und forderten, in der nächsten Sitzung im Juli über das Vorhaben des Discounters informiert zu werden. „Es ist nicht so, dass es unseren Bezirksbeirat nichts angeht, weil die Filiale auf Möhringer Gemarkung liegt. Das ist eine grenznahe Angelegenheit. Wir sollten uns mit der Sache befassen, zumal es an der Ladenstraße keine Alternative zum Aldi gibt“, sagte Gerhard Wick (SÖS/Linke-plus). „Bestimmt 90 Prozent der Kunden sind nicht aus Möhringen, sondern aus Dürrlewang und Vaihingen“, ergänzte Ulrich Bayer (CDU).

Ein Aldi-Vertreter soll in der nächsten Sitzung informieren

Bezirksvorsteher Wolfgang Meinhardt erinnerte daran, dass der Vaihinger Bezirksbeirat vor Jahren den Beschluss gefasst habe, Läden wie Aldi und Co. nicht am Rande der Wohngebiete haben zu wollen, weil sie die Kunden aus den Ortszentren abziehen. Und zumindest die mobileren Dürrlewanger könnten während der Schließzeit im Bonusmarkt in Rohr einkaufen. Die Bezirksbeiräte allerdings hielten an ihrem Wunsch fest, in der nächsten Sitzung über die Aldi-Pläne zu sprechen. „Das ist ein Punkt, den wir hier definitiv diskutieren müssen“, sagte Eyüp Ölcer (Freie Wähler). „Wir möchten von Aldi wissen, wie die Maßnahme aussehen wird und ob man die Bauarbeiten nicht beschleunigen kann.“ Klaus Spieske (Grüne) ergänzte, dass es in erster Linie darum gehen solle, die von der Schließung betroffenen Bürger zu informieren.

Letztlich wurde der Tagesordnungspunkt „Pläne des Discounters Aldi und deren Auswirkungen auf die Nahversorgung in Dürrlewang und Vaihingen“ für die nächste Sitzung aufgenommen. Ob allerdings tatsächlich ein Vertreter des Discounters in die Sitzung kommt, bleibt offen. „Ich werde bei Aldi nachhaken“, versprach Meinhardt.

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