Nach der Sanierung der Wagenhallen kümmert sich Julius Probst jetzt in dem größeren Betrieb erst einmal vor allem um bessere Verwaltungs- und Organisationsstrukturen. Foto: Armin /Friedl

Julius Probst ist weiterer neuer Geschäftsführer der Wagenhallen. Der Kulturbetrieb Wagenhallen ist für Probst das Miteinander von außergewöhnlichen Events für geschlossene Gesellschaften und die ganz verschiedenen Kulturveranstaltungen.

Stuttgart - Man kann sich mit Julius Probst von den Wagenhallen fundiert über internationale Kapitalströme unterhalten, über Firmen im rasanten weltweiten Handel, vielleicht auch über Anlagetipps, wie man sein Erspartes im vierstelligen Bereich wenigstens einigermaßen profitabel und nicht allzu riskant anlegen kann. Vielleicht auch darüber, wie man einen Posten Glühbirnen am besten in einer Gewinn-und-Verlust-Rechnung unterbringt.

Aber will man das wirklich an einem frühen Abend in der Vorweihnachtszeit vor den Wagenhallen? Innen ist schon alles attraktiv vorbereitet für einen großen Firmen-Event. Und dann steht jetzt das große Vordach vor dem Eingangsbereich, eine Disco-Kugel glitzert herunter vom Halbrund – dort, wo der Einlass ist.

Viel Erfahrung in Finanzen, Verwaltung und Organisation

Für Julius Probst sind das keine Widersprüche, keine verschiedenen Welten, für ihn fügt sich da eins zum anderen. Seit April dieses Jahres ist er ein weiterer Geschäftsführer des Kulturbetriebs Wagenhallen neben Stefan Mellmann und Thorsten Gutbrod. Probst jedoch hat in dem Leitungstrio in Sachen Finanzen, Verwaltung und Organisation am meisten Erfahrung.

Probst hat ein kaufmännisches Studium abgeschlossen, und er hat viele Jahre ausschließlich in Firmen gearbeitet, vor allem im Bereich Unternehmensberatung – im Stuttgarter Raum, in Deutschland und teils im Ausland. Strukturen erkennen, Strukturen verbessern, Abläufe optimieren, effektiver gestalten, rationalisieren – das sind die Stichwörter, die bei Gesprächen über das Thema Unternehmensberatung kommen müssen und die Probst auch liefert. Man merkt ihm aber auch an, dass da doch etwas zu kurz kam. Probst: „Kulturschaffender war ich nie, ein Kulturinteressierter aber schon sehr“. Konkret: „In die Wagenhallen gehe ich gern, auch schon viele Jahre vor dem Umbau“. Und das alte Gemäuer im neuen Gewand hat seine Lust auf die Wagenhallen noch größer gemacht.

Mehr Professionalisierung in den Abläufen

Er weiß, was in den Wagenhallen auf ihn zukommt: „Mit der Sanierung ist alles viel größer geworden: Das Personal, das Programm, die Aufgaben. Das zwingt auch zu mehr Professionalisierung in den Abläufen. „Da ist noch einiges im Aufbau, etwa, was die Arbeitsabläufe betrifft. Vieles wurde auch schon erreicht.“ Denn für Probst sind „die Wagenhallen ein Ort der Kultur und müssen das auch unbedingt bleiben“. Da soll möglichst viel Raum für Kreativität bleiben und geschaffen werden. Verwaltung, Bürokratie, das Einhalten von Rechtsvorschriften – das sind notwendige Dinge, die möglichst gut und reibungslos funktionieren müssen, ohne dass sie die Arbeit am Programm, die Denkfabrik und das Entwickeln von Ideen beeinträchtigen.

Was Probst besonders freut: „Hier in den Wagenhallen bin ich mittendrin in den Prozessen, bisher war ich da letztlich doch eher ein Außenstehender. Das war mehr Theorie, heute ist das reine Praxis. Und da bringe ich viel Erfahrung mit.“

Heute ein Vorstand, davor eine Elektro-Party

Und der Kulturbetrieb Wagenhallen ist für Probst das Miteinander von außergewöhnlichen Events für geschlossene Gesellschaften und die ganz verschiedenen Kulturveranstaltungen. Probst: „Heute feiert bei uns der Vorstand eines Dax-Unternehmens, zwei Tage davor hat eine Elektro-Party stattgefunden – das macht den Reiz aus, das ist eine große Herausforderung, dass beides so stattfindet, dass alle damit glücklich und zufrieden sind.“

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