Neu im Kino Karoline Herfurths Regie-Debüt „SMS für dich“

Von Wolfram Hannemann 

Karoline Herfurth überlässt nichts dem Zufall in ihrer souverän ­inszenierten Romantikkomödie, bei der viel gelacht und geweint werden darf – und die ein eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle bietet.

Stuttgart - Ihre kleine Raupe hat das Lachen verlernt. Seit die erfolgreiche Bilderbuchautorin Clara Sommerfeld ihren Verlobten Ben durch einen tragischen Unfall verloren hat, fehlt es ihr an frischen Ideen für ihre beliebteste Kinderbuchkreatur. „Du musst Dich endgültig von Ben verabschieden – schreib ihm einfach eine SMS!“ rät ihre Freundin Katja. Gesagt – getan. Und so packt Clara ihre ganzen Gefühle in kurze Textnachrichten, nicht ahnend, dass diese auf dem Handy des Sportjournalisten Mark landen. Der wiederum ist total fasziniert von den Texten der Unbekannten, die er jetzt unbedingt kennenlernen möchte.

Wer angesichts des etwas unglücklich ­gewählten Titels glaubt, hier handele es sich bestimmt um eine weitere deutsche Komödien-Bruchlandung, irrt gewaltig. Denn das Regiedebüt von Schauspielerin Karoline Herfurth („Fack Ju Göhte“) hat nicht nur Tiefgang, sondern ist zudem auch noch extrem unterhaltsam verpackt. In ihrer ­Geschichte geht es neben dem Finden der Liebe in Zeiten der Kurznachrichten vor ­allem um das Loslassen im Allgemeinen und die Trauerbewältigung im Speziellen. Und genau dafür findet das Drehbuch ein wunderbares Bild: Erst ganz allmählich verwandelt sich Claras kleine, traurige Raupe in einen wunderschönen Schmetterling.

Herfurth und ihr Filmpartner Friedrich Mücke bilden ein sympathisches Paar

Herfurth überlässt nichts dem Zufall in ihrer souverän ­inszenierten Romantikkomödie, bei der viel gelacht und geweint werden darf. Bis in kleinste Nebenrollen ist der Film perfekt besetzt. Die Rolle der Clara hat die Regisseurin selbst übernommen und ­bildet zusammen mit ihrem Filmpartner Friedrich Mücke in der Rolle des Mark ein äußerst sympathisches Paar, das sich erst einmal finden muss.

Unterstützung dabei gibt es von einer spielfreudigen Nora Tschirner als Claras forsche Freundin Katja sowie Frederick Lau als Marks Freund und Kollege David. Besonders gelungen: Katja Riemann als Schlagerdiva – das passt wie die Faust aufs Auge!

Die ansprechende Optik des Films (Kamera: Andreas Berger) wird durch eine akustisch exzellente Tonspur ergänzt, die mit handverlesenen Songs sowie der sehr ­gefühlvollen Filmmusik von Annette Focks den Kinobesuch zu einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle werden lässt. Gut ­beraten ist, wer ein Päckchen Taschentücher bereithält. „SMS für Dich“ empfiehlt sich als perfekter Film für ein romantisches Date.

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