Pressesprecherin Laura Peters, Bürgermeisterin Helena Österle und Hauptamtsleiter Timo Koch (von links) zeigen Aidlingens neues Logo. Foto: Langner

Aidlingens neues Gemeindelogo stößt in den Sozialen Medien auf harte Kritik. So äußert sich Bürgermeisterin Helena Österle dazu.

Die Gemeinde Aidlingen hat ein neues Logo. Das Design kommt offenbar nicht überall so gut an. In der lokalen Facebook-Community „Schwarzes Brett Aidlingen Umgebung“ entlädt sich der Unmut gegenüber der Verwaltung. Im Interview mit dieser Zeitung geht Bürgermeisterin Helena Österle auf die Kritik ein.

 

Guten Tag, Frau Österle, warum braucht Aidlingen ein neues Logo?

Das bisherige Erscheinungsbild hat uns mehr als 20 Jahre lang begleitet, aber es war einfach nicht mehr zeitgemäß. Wir wollten unserer Gemeinde ein frisches, modernes Gesicht geben – eines, das auch digital funktioniert und unsere Identität widerspiegelt. Das neue Logo steht für das, was Aidlingen ausmacht: Natur, Offenheit und Gemeinschaft. Es ist kein Bruch mit dem Alten, sondern eine Weiterentwicklung und ein Zeichen, dass unsere Gemeinde lebendig bleibt und sich weiterentwickelt.

In den Sozialen Medien stößt die Idee auf harsche, teils gegen Sie persönlich gerichtete Kritik. Wie gehen Sie damit um?

Ich bekomme das mit, ja. Vieles wird sehr kritisch kommentiert, oft in scharfem Ton. Das ist aber kein realistisches Abbild der Stimmung im Ort. Ich lese solche Beiträge manchmal, aber ich diskutiere dort nicht mit. Mir ist wichtig, über offizielle Kanäle oder direkt mit den Menschen zu sprechen – offen, aber sachlich. Nicht jede zugespitzte Wortmeldung braucht eine Reaktion. Wichtiger ist, Themen im richtigen Rahmen zu erklären: im direkten Gespräch, bei Veranstaltungen, in den Gemeindemedien oder im Gemeinderat.

Von 2001 bis jetzt repräsentierte dieses Logo die Gemeinde: das blaue geschwungene Band steht für die Bachläufe, der Kreis für die Mühlräder, das grüne Viereck für Venusberg und die vier Ortsteile. Foto: Gemeinde Aidlingen

Die Entscheidung für das neue Logo und die Auswahl des Entwurfs trafen Sie als Bürgermeisterin gemeinsam mit Mitgliedern aus der Verwaltung. Der Gemeinderat war in den Prozess nicht eingebunden. War dies im Nachhinein ein Fehler?

Wir haben den Prozess so gestaltet, wie es in vielen Kommunen üblich ist: Das Corporate Design gehört zur Verwaltungsarbeit. Der Gemeinderat war früh informiert, auch über das Ergebnis und wird bei der Umsetzung, etwa bei Beschilderungen, selbstverständlich einbezogen. Der Ablauf war also richtig und transparent. Dennoch nehme ich mit, dass sich manche eine frühere Beteiligung gewünscht hätten. Das berücksichtigen wir künftig stärker, wie etwa bei der Spielplatzkonzeption, wo es eine Online-Bürgerbefragung gab. Aber man kann das nicht bei jedem Thema leisten, dafür sind die Verwaltungskapazitäten einfach begrenzt.

Für das Logo hatten Sie zwei Grafikbüros beauftragt, den Zuschlag erhielt eine Firma aus Calw – zum Ärger der Netz-Community. Wäre es im Nachhinein nicht besser gewesen, ausschließlich auf das lokale Büro zu setzen.

Beide Büros haben sehr gute Arbeit geleistet, und ich schätze die Arbeit unserer lokalen Kreativen ausdrücklich, denn wir arbeiten in anderen Bereichen ja weiterhin zusammen. Am Ende hat der Entwurf überzeugt, der Aidlingen am besten getroffen hat – und zwar unabhängig vom Standort der Agentur. Mir ist wichtig: Die Entscheidung fiel nach fachlichen Kriterien, nicht nach Nähe.

Was kostet die Einführung des neuen Logos?

Die Kosten bleiben überschaubar. Das Logo selbst war keine große Investition [laut Verwaltung waren es 3000 Euro, Anmerkung der Redaktion], und die Umstellung erfolgt schrittweise, etwa wenn Briefpapier, Broschüren oder Online-Auftritte ohnehin aktualisiert werden. Wir setzen das alles mit Augenmaß um. Das ist keine große Kampagne, sondern eine behutsame Weiterentwicklung unseres Auftritts. Derzeit läuft der Relaunch der Homepage im neuen Design, beschlossen und finanziert vom Verwaltungsausschuss des Gemeinderats.

Fotowettbewerb

Aufruf
„ Ein neues Logo ist erst dann wirklich stark, wenn es von den Menschen getragen wird, für die es steht“, sagt Bürgermeisterin Helena Österle. Mit einem Fotowettbewerb will die Gemeinde das neue Motto „Wo Natur lebt“ mit Eindrücken aus den Ortsteilen abbilden.

Teilnahme
Wer mitmachen möchte, kann seine Fotos noch bis Ende des Jahres an l.peters@aidlingen.de schicken.