Im Juni soll der Netto-Markt in Hildrizhausen nach einem Jahr Umbauphase wieder aufmachen. Foto: Stefanie Schlecht

Ein Jahr nach dem Abriss öffnet der neue Netto-Markt in Hildrizhausen bald wieder. Wie die Gemeinde den Einkaufsengpass meisterte und was der neue Markt bietet.

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem er abgerissen wurde, soll der neu gebaute Netto-Markt in Hildrizhausen Ende Juni wiedereröffnen. Für die Hausemerinnen und Hausemer bedeutet das, dass sie endlich nicht mehr auf andere Supermärkte – beispielsweise in Altdorf und Holzgerlingen – ausweichen müssen. Bis dahin ist allerdings noch viel zu tun.

 

Auslöser für den Abriss und Neubau des Netto-Markts war unter anderem das Wachstum der Gemeinde, konkret durch das Neubaugebiet Rosneäcker. Mehr als 300 Neubürger wollen sich auch mit Lebensmitteln versorgen. Um die Nachfrage auch weiter im Ort selbst befriedigen zu können, wird der Laden aktuell ausgebaut.

Der ehemals kleine Backshop im Eingangsbereich ist künftig größer und liegt an der Stirnseite des Gebäudes. Foto: Stefanie Schlecht

Ankündigung der Netto-Schließung sorgt für Aufruhr in Hildrizhausen

Als Bürgermeister Matthias Schöck (parteilos) beim Neujahrsempfang 2025 verkündet hatte, dass der Markt für mehrere Monate schließen müsse, war ein Raunen durch die Schönbuchhalle gegangen. Es gab Bedenken, dass Leute mit körperlichen Einschränkungen nicht mehr zum Einkaufen kommen könnten. Die Gemeinde legte sich mächtig ins Zeug.

Eine Übergangslösung für den abgerissenen Netto, beispielsweise in einer Halle oder einem Zelt, konnte zwar nicht realisiert werden. Die Gemeinde hat dann aber Hilfsangebote organisiert, mit denen jeder Zugang zu Supermärkten rund um Hildrizhausen bekommen sollte. Die „Einkaufsengel“ sowie ein Fahrdienst des DRK stehen bereit, um entweder Kunden zum Einkaufen zu bringen oder direkt den Einkauf für sie zu erledigen.

Hilfsangebote zum Einkaufen in Hildrizhausen werden kaum benötigt

Angenommen worden seien die Angebote kaum, berichtet Melissa Arzt, die für die Freien Wähler im Gemeinderat sitzt und sich mit anderen Freiwilligen um die Koordination der Einkaufsengel kümmert. Seit der Schließung des Markts Ende des vergangenen Juni hätten sich zwei Personen bei ihnen gemeldet, die aus gesundheitlichen Gründen Hilfe beim Einkaufen brauchten.

„Das soziale Miteinander in Hildrizhausen ist noch so gut und groß, dass man da nicht auf solche Angebote zurückgreifen muss“, sagt Arzt. Sie habe verschiedentlich gehört, dass sich Fahrgemeinschaften oder Einkaufspartnerschaften unter Nachbarn gebildet hätten. „Trotzdem sind wir von Gemeindeseite gut aufgestellt und bemüht, dass keiner in der Luft hängt“, betont sie.

Der Termin für die Neueröffnung am östlichen Rand Hildrizhausens ist Dienstag, 23. Juni. Nachdem am Anfang noch von einigen Monaten Schließzeit gesprochen wurde, verlängerte sich die Schätzung schnell auf ein Jahr. Seitdem ist von einem Verkaufsstart im zweiten Quartal dieses Jahres die Rede. Der Zeitplan kann damit knapp eingehalten werden.

Neuer Netto-Markt in Hildrizhausen: Größerer Bäckerbereich geplant

Vor dem Neubau hatte der 20 Jahre alte Netto 828 Quadratmeter Verkaufsfläche, inklusive eines kleinen Backshops. Einen Bäcker soll es auch nachher wieder geben, aber deutlich größer. 100 Quadratmeter sind für Backshop und Cafébereich vorgesehen. Statt im Eingang soll der Bäcker dann in einem Anbau an der Stirnseite des Markts sein.

Obwohl sich der Markt deutlich vergrößert, bleibt es bei 65 Parkplätzen. Das hatte die Bauherrin im Februar bestätigt. Auch energetisch soll die Netto-Filiale aufgewertet werden. Dazu plane man beispielsweise Wärmepumpen, Systeme zur Wärmerückgewinnung, Fotovoltaikanlagen und E-Ladesäulen. Zum Sortiment und zu den Öffnungszeiten nach dem Neustart äußerte sich das Unternehmen noch nicht.