Bae Doona in „Sense8“ Foto: Murray Close/Netflix

Erst hat es Baz Luhrmann und seine Hip-Hop-Geschichtsstunde „The Get Down“ erwischt, nun muss auch das Science-Fiction-Spektakel „Sense8“ der Wachowski-Geschwister dran glauben. Der Streamingdienst Netflix hat innerhalb nur einer Woche zwei ihrer aufwendigsten Serien gecancelt.

Stuttgart - Netflix ist die Lebensversicherung der TV-Kreativen. Wer er geschafft hat, bei dem Streamingdienst eine Serie unterzubringen, hat ausgesorgt. Weil Netflix Serienstaffeln nicht nur auf einen Rutsch veröffentlicht und sich weigert, Abrufzahlen zu veröffentlichen, sondern weil er eine einmal gestartete Serie nie wieder absetzt. Doch diese Zeiten scheinen jetzt vorbei zu sein. Innerhalb einer Woche hat Netflix gleich zwei Serien abgesetzt, die als Prestigeprojekte gestartet waren: „Sense8“ und „The Get Down“.

Für die durch die Welt reisende Science-Fiction-Serie „Sense8“, die von Lana und Lilly Wachwoski („Matrix“) entwickelt wurde, kommt jetzt nach zwei Staffeln das Aus. Die Serie „The Get Down“, eine kunterbunte Hip-Hop-Geschichtsstunde, die in den 1970er Jahren in New York City spielt und von Baz Luhrmann („Moulin Rouge“) stammt, wird bereits nach einer Staffel abgesetzt. Die Serie gilt als die bisher teuerste Eigenproduktion des Streamingdiensts. Angeblich hat der Spaß 110 Millionen US-Dollar gekostet.

Netflix will künftig mehr Risiken eingehen

Beide Serien waren positiv besprochen worden – wie beliebt sie tatsächlich bei den Netflix-Abonnenten waren, weiß man aufgrund der Verschwiegenheit des Medienunternehmens allerdings nicht. Baz Luhrmann gab zu „The Get Down“ bekannt, dass er festgestellt habe, dass es für ihn als Filmemacher zu anstrengend sei, sich auch um eine Serie kümmern zu müssen, und dass er sich lieber wieder aufs Kino konzentrieren möchte. Zu dem Ende von „Sense8“ sagte Netflix-Vizepräsidentin Cindy Holland der „New York Times“: „Nach 23 Episoden, 16 Städten und 13 Ländern war die Geschichte einfach zu Ende erzählt.“

Zuvor war Netflix äußerst zurückhaltend beim Absetzen einer Originalserie gewesen. Selbst die teure, bei Kritikern ziemlich unbeliebte Serie „Marco Polo“ brachte es auf zwei Staffeln. Netflix-Chef Reed Hastings deutete nun eine Änderung der Firmenpolitik an: „Ich erwarte von dem Team, das für unsere Inhalte zuständig ist, dass es größere Risiken eingeht und verrückte Dinge ausprobiert“, sagte er dem US-Sender CNBC, „das bringt zwar mit sich, dass einige Shows früher wieder abgesetzt werden, aber nur so bekommt man auch spektakuläre Gewinnertitel wie ‚Tote Mädchen lügen nicht‘.“

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