Königliche Bezahlung sieht anders aus: In der Netflix-Serie „The Crown“ bekommt Hauptdarstellerin Claire Foy für ihre Rolle als Königin Elisabeth II weniger Geld als ihr männlicher Kollege. Immer mehr Schauspielerinnen berichten von ungleicher Bezahlung in Hollywood. Ein Überblick.
Los Angeles - Königin Elizabeth II verdient weniger Geld als ihr Ehemann Prinz Philip - jedenfalls in der Netflix-Erfolgsserie „The Crown“. Die Produzenten haben am Dienstag eingeräumt, der Schauspielerin Claire Foy für ihre Rolle als junge Königin weniger gezahlt zu haben als Matt Smith, der Prinz Philip mimte. Demnach handelte Smith wegen seiner Bekanntheit eine bessere Gage aus. Die genaue Höhe der Gagen gab Netflix nicht bekannt. Im vergangenen Jahr hatte das Magazin „Variety“ die Bezahlung von Foy mit 40.000 Dollar pro Episode angegeben.
Damit steht Foy jedoch nicht alleine da. Mehrere berühmte Hollywood-Schauspielerinnen gingen in letzter Zeit an die Öffentlichkeit und berichteten über die Lohnunterschiede zwischen ihnen und ihren männlichen Kollegen.
Auch andere Prominente sind betroffen
Die Gage von Schauspielerin Michelle Williams für den Film „Alles Geld der Welt“ belief sich auf weniger als 1000 Dollar, während ihr Co-Star Mark Wahlberg satte 1,5 Millionen Dollar verdiente, wie die amerikanische Zeitung USA Today berichtete. Aus Solidarität seiner Kollegin gegenüber spendete der Schauspieler sein komplettes Gehalt an die Time’s-Up-Bewegung, eine Initiative, die sich gegen sexuelle Belästigung einsetzt. Williams zeigte sich berührt von der Aktion. „Wenn wir uns wirklich eine gleichberechtigte Welt vorstellen, dann braucht es auch gleiche Anstrengungen und Opfer“, sagte Williams der USA Today. „Heute ist einer der unvergesslichsten Tage meines Lebens, wegen Mark Wahlberg (..) und einer Gemeinschaft von Frauen und Männern, die an dieser Leistung teilhaben.“
Auch Emma Stone konnte auf die Hilfsbereitschaft ihrer männlichen Kollegen zählen. In der Vergangenheit hätten diese freiwillig ihr Gehalt verkürzt, berichtete die Oscar-Preisträgerin dem amerikanischen Magazin Out. Eine Aktion, von der sie in Zukunft profitieren wird. „Wenn mein männlicher Co-Star auf Geld verzichtet, verändert das meine Quote in der Zukunft, und es verändert mein Leben.“, so die Schauspielerin.
Ins Rollen gebracht hatte die Geld-Diskussion Hollywood-Star Jennifer Lawrence. 2015 schrieb sie in einem Essay für den Newsletter „Lenny“ , dass sie für ihren Film „American Hustle“ weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen bekommen hatte. Darüber zeigte sich ihr Co-Star Bradley Cooper sichtlich bestürzt und kündigte in der Washington Post an, sein Gehalt in Zukunft offen dazulegen.