Unter unseren Serien-Empfehlungen ist auch Sherlock Holmes mit Benedict Cumberbatch. Foto: dpa

Keine Lust, bei dem Wetter vor die Tür zu gehen? Kein Problem - Netflix, Amazon, Sky und Co. sei Dank. Unsere Redaktion hat zwölf Streaming-Tipps für Sie. 

Stuttgart - Was haben wir Serien-Junkies für ein Glück! Das Wetter ist in diesen Tagen unberechenbar und wie geschaffen für ein Wochenende auf dem Sofa. Wir haben für Sie zwölf ganz persönliche Streamingtipps aus der Online-Redaktion zusammengefasst.

„The Young Pope“

Er läuft mit Flip-Flops durch den Vatikan, raucht, redet blasphemisch und macht seine Mitarbeiter rund: Lenny Belardo (Jude Law) ist noch nicht mal 50 Jahre alt und wird zum ersten US-amerikanischen Papst gewählt. Er nennt sich Pius XIII. – und erweist sich in seiner neuen Rolle als kein einfaches Kirchenoberhaupt: Er trifft auf der einen Seite ultrakonservative Entscheidungen, auf der anderen Seite schlägt sein Herz für die Schwachen und Armen. Willkommen in der sehr empfehlenswerten Serie „The Young Pope“, die die katholische Kirche der Zukunft zeichnet, wie der italienische Star-Regisseur Paolo Sorrentino sie sieht. Eine perfekte Serie fürs Binge-Watching über die Feiertage. (Nora Chin)

„The Young Pope“, eine Staffel mit zehn Folgen, Sky

„The Patriot“

Wer glaubt, ihn könnte keine Serie mehr überraschen, der sollte sich an einem langen Wochenende „The Patriot“ vornehmen – und sich überzeugen lassen, dass auch ein Agentenplot mindestens so absurd sein kann wie „Fargo“. Und ein Geheimagent – in diesem Fall John Tavner – mindestens so melancholisch und mit seinem Problem-Ich beschäftigt, wie Carie Mathison in „Homeland“.

Wo sonst bekommt man einen Agenten zu sehen, der nach Feierabend als Singer-Songwriter Geheiminformationen seiner Behörde in seinen Liedtexten verbreitet? Oder mit sehr unkonventionellen Methoden an einen Undercover-Ingenieurs-Job kommt, obwohl er vor Ahnungslosigkeit nur so strotzt?

Bei aller Persiflage wird „The Patriot“ nie penetrant albern – und auch trotz tiefer Melancholie tappen die Macher nie in die skandinavische Depri-Krimi-Falle. Bleibt nur eins zu sagen: Unbedingt ansehen, wenn möglich in der Originalfassung. (Rebecca Hanke)

„The Patriot“, eine Staffel mit zehn Folgen, Amazon Prime

„The Crown“

Die Drama-Serie „The Crown“ handelt von Königin Elizabeth II. und ihrer Rolle als Oberhaupt des britischen Königshauses. Nach dem Tod ihres Vaters König George VI. ist es Elizabeths Plicht die Thronnachfolge anzutreten und damit die lange Tradition der Monarchie in Großbritannien mit Würde fortzuführen.

Die junge und unerfahrene Königin steht vor einer schwierigen Aufgabe: Sie muss sich gegen nicht endende Machtspiele im britischen Parlament und den große Einfluss des Premierministers Winston Churchill durchsetzen, dabei jedoch stets diplomatisch bleiben. Gleichzeitig muss Elizabeth die Ehre ihrer Familie schützen, nachdem ihre jüngere Schwester Margaret eine Affäre mit einem verheiratet Mann beginnt. Der Zuschauer bekommt intime Einblicke in das Leben der Windsors und fiebert mit, wenn sich die Queen mit scheinbar unlösbaren Aufgaben und harten Entscheidungen konfrontiert sieht. (Ann-Kathrin Schröppel)

„The Crown“, eine Staffel mit zehn Folgen, Netflix

„The Night Manager“

Diese britisch-amerikanische Miniserie basiert auf dem Roman „Der Nachtmanager“ von John le Carrée und ist spannend wie ein guter Thriller. Der britische Nachtportier Jonathan Pine (Tom Hiddleston) arbeitet während des arabischen Frühlings im Jahr 2011 in Kairo, als er Kopien brisanter Dokumente von seiner Geliebten zugespielt bekommt. Kurz darauf stirbt die Frau.

Die Dokumente weisen nach, dass der britische Geschäftsmann Richard Onslow Roper (Hugh Laurie) in illegale Waffengeschäfte verstrickt ist. Vier Jahre später arbeitet Pine in einem Schweizer Hotel als Nachtmanager. Und Roper steigt in dem Hotel ab. Die Gelegenheit für den Nachtmanager, sich zu rächen. Es beginnt ein mörderisches Doppelspiel.

Die Serie lässt den Zuschauer atemlos weiterschauen – und ist viel zu kurz geraten. „The Night Manager“ weist sehr starke Charaktere und ein ausgezeichnetes Casting auf. (Katharina Freundorfer)

„The Night Manager“, eine Staffel mit acht Folgen, Amazon Prime

„Misfits“

Die britsche Serie „Misfits“ ist eine Mischung aus Comedy und Fantasy. Die Serie brilliert aber weniger durch Helden-Action als durch ihre sehr humorigen Dialoge und Charaktere. Kelly, Curtis, Alisha, Nathan und Simon wollen gerade ihre Sozialstunden ableisten, als ein Gewitter aufzieht, das alles verändert: Die Fünf erhalten Superkräfte.

Sie könnten nun durch die Kräfte ihre kriminelle Vergangenheit schnell hinter sich lassen, wäre da nicht ihr Bewährungshelfer. Den hat das Gewitter in ein tollwütiges Wesen verwandelt, das sie angreift. Aus Notwehr töten sie ihn und das Drama beginnt.

Kelly (Lauren Socha) lässt gerne ihre asoziale Seite heraus und ist mit ihrer Schnauze herrlich direkt. Simon (Iwan Rheon) wird anfangs unterschätzt und nimmt im Verlauf der Serie eine große Entwicklung. Ab der dritten Staffel wirkt der durchgeknallte Rudy (Joseph Gilgun) mit, der der Serie durch seinen schwarzen Humor und Zynismus noch mehr Witz verleiht. (Philipp Johannßen)

„Star Trek: Discovery“

Die von allen Trekkies heiß ersehnte neue Star-Trek-Serie, die kurz vor der Zeit des ersten Captains James T. Kirk spielt. Für so manchen altgedienten Fan von Picard und Co endlich ein Grund, doch mal auf Netflix zu gehen. Zwar ist das wieder ein Prequel, also eine Serie in der Star-Trek-Vergangenheit – aber nach zwölf Jahren Wartezeit nehmen wir alles. (Rafael Binkowski)

„Star Trek: Discovery“, eine Staffel, bisher sieben Folgen veröffentlicht, Netflix

„Narcos“

Nichts für schwache Nerven ist die Netflix-Serie Narcos, die schonungslos vom Kampf der amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde DEA gegen die beiden großen kolumbianischen Drogenkartelle in den 80er und 90er Jahren erzählt. Dabei handeln die ersten beiden Staffeln vom Aufstieg und Fall des legendären Chefs des Medellín-Kartells, Pablo Escobar – einerseits skrupelloser Mörder, andererseits liebender Ehemann und Vater.

Als Escobar am Ende der zweiten Staffel nach schier endloser Jagd erschossen auf einem Dach liegt, bekommt man fast schon Mitleid mit dem Kapital-Verbrecher. Er ist einem doch ans Herz gewachsen – was nicht zuletzt an der schauspielerischen Glanzleistung von Escobar-Darsteller Wagner Moura liegt.

In Staffel drei übernehmen die Herren des Cali-Kartells die unrühmlichen Machenschaften ihres Vorgängers – und übertreffen diesen dabei sogar noch an Kaltblütigkeit. Die Tatsache, dass die Serie auf wahren Begebenheiten beruht, macht das Dargestellte noch greifbarer und intensiver. (Matthias Kapaun)

„Narcos“, drei Staffeln à zehn Folgen, Netflix

„Peaky Blinders“

Geradewegs aus den 1920er-Jahren, aber keineswegs altbacken kommt die britische Dramaserie „Peaky Blinders – Gangs of Birmingham“ daher. Schon der Soundtrack ist ein Grund, sich die Serie anzusehen: Die Stücke von Nick Cave, den White Stripes und anderen sind mal düster-atmosphärisch, mal scheppernd-rockig – immer völlig aus der Zeit gefallen und dennoch perfekt passend.

Cillian Murphy mit seinem eiskalten Blick brilliert als Oberhaupt einer Gangsterfamilie, die sich in den Wirren nach dem ersten Weltkrieg den Weg nach oben sucht. Das illegale Familienunternehmen muss dabei gegen andere Gangsterbanden, die erstarkende IRA, die korrupte Polizei und das allgegenwärtige Trauma des Krieges ankämpfen. Gut, dass die Peaky Blinders immer ihre Schiebermützen dabei haben. Die helfen nicht nur gegen Kälte und Kohlestaub, sondern eignen sich dank der eingenähten Rasierklingen auch bestens für den Nahkampf. (Phillip Weingand)

„Peaky Blinders“, drei Staffeln à sechs Folgen, Netflix

„Sherlock“

Die Hauptpersonen in der Serie „Sherlock“ werden mit Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes und Morgan Freeman in der Rolle des Dr. John Watson perfekt verkörpert. Die beiden Schauspieler liefern genau die richtige Mischung an Ernsthaftigkeit und witzigen Dialogen und machen die Serie dadurch perfekt für alle Krimifans, die neben dem Miträtseln auch gerne mal etwas zu lachen haben. (Jana Rees)

„Sherlock“, vier Staffeln à drei Folgen, Netflix und Amazon Prime

„New Girl“

Wer auf Sitcoms steht, wird „New Girl“ lieben: Schnelle Dialoge, Liebesdramen und spleenige Charaktere sind idealer Stoff für gute Unterhaltung. Die Sitcom spielt in einer Wohnung und das Konzept ist ja auch aus anderen Erfolgsserien wie „Friends“ und „How I Met Your Mother“ bekannt.

Jess (Zooey Deschanel) wohnt mit drei sehr unterschiedlichen Jungs in einer WG: Dauer-Looser Nick und sein bester Freund Schmidt könnten nicht unterschiedlicher sein, angefangen bei der Hygiene der Wohnung und des eigenen Körpers. Dazu gesellt sich noch der schwarze Polizist Bishop und Jess indische Freundin Cece, die die Chaos-WG ab und an besucht. Aufgrund der höchst unterhaltsamen Alltagssituationen, kann man bei „New Girl“ ideal abschalten. (Sandra Andersen)

„New Girl“, sechs Staffeln à 22 Folgen, Amazon Prime

„Babylon Berlin“

Tom Tykwers Serie „Babylon Berlin“ ist der Beweis dafür, dass auch deutsche Serien mitreißend sein können.

Die Serie nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in das raue Berlin im Jahr 1929, wo jeder der Protagonisten versucht, seinen Platz in einer unruhigen Zeit zu finden. Ruhelos bewegen sich die hochkarätig besetzten, teils skurrilen Figuren zwischen glanzvollen Champagner-Partys, aus dem Ruder laufenden Demonstrationen und dunklen Machenschaften. Keiner der zahlreichen Protagonisten – von dem jungen Sittenpolizist, über das frech-forsche Mädchen aus einfachen Verhältnissen bis zum skurrilen Revolutionsführer – wird eindimensional dargestellt.

Ihnen dabei zuzusehen, wie sie gegen ihre Dämonen kämpfen und dabei auch mal die Moral auf der Strecke bleibt, ist nervenaufreibend – doch schon nach der ersten Folge kann sich der Zuschauer dem Sog der Serie nicht mehr entziehen. (Carolin Klinger)

„Babylon Berlin“, bisher eine Staffel mit acht Folgen, Sky

„Friends“

Ein Serien-Klassiker, der hier einfach nicht fehlen darf: „Friends“. Die 90er-Jahre-Serie rund um die sechs Freunde Rachel, Monica, Phoebe, Joey, Chandler und Ross, die in New York leben.

Warum sich eine Serie angucken, die vor über 20 Jahren das erste Mal ausgestrahlt wurde? Weil es einem sehr schnell so vorkommt, als würde man Zeit mit den eigenen Freunden verbringen. Weil man sich alle fünf Minuten darüber kaputt lachen kann, wie Frisuren und Outfits aussehen. Weil es unglaublich ist, wie viele Top-Stars mal kurz mit einem Gastauftritt auftauchen. Und ganz ehrlich: die Sitcom macht einfach unfassbar viel Spaß.

Viel Quatsch, aber auch viel Liebe, ein bisschen Drama und eine Menge Freundschaft. Toptipp: Unbedingt auf Englisch schauen. Die deutsche Synchronisation ist zum Davonlaufen. (Jacqueline Vieth)

„Friends“, zehn Staffeln à 24 Folgen, Netflix

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