Castor-Gegner haben am frühen Montagmorgen die Hauptzufahrt des Atomkraftwerks Neckarwestheim blockiert. Mit ihrer Aktion wollten sie für das sofortige Abschalten des Atomkraftwerks und den Atomausstieg kämpfen. Foto: /PPFotodesign

Castor-Gegner blockieren die Hauptzufahrt des Atomkraftwerks Neckarwestheim. Mit ihrer Aktion wollten sie für das sofortige Abschalten des Atomkraftwerks und den Atomausstieg kämpfen.

Neckarwestheim - Castor-Gegner haben am Montag die Hauptzufahrt des Atomkraftwerks Neckarwestheim (Kreis Heilbronn) blockiert. Ein Sprecher des Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim sagte, etwa 60 Atomkraftgegner seien auf Holzgestelle geklettert. „Die Arbeiter kommen so mit ihren Autos nicht durch und sie müssen zu Fuß zur Arbeit.“ Mit ihrer Aktion wollten sie für das sofortige Abschalten des Atomkraftwerks und den Atomausstieg kämpfen. „Wir wollen den ganzen Tag hierbleiben.“

Auf Transparenten hieß es beispielsweise in Anspielung auf große Atomkatastrophen: „1986 Tschernobyl, 2011 Fukushima: AKWs endlich abschalten.“ Nach Angaben der Polizei musste ein Mitarbeiter mit seinem Auto wenden, der wegen der Blockade nicht auf das Gelände kommen konnte. Die Atomkraftgegner hätten berichtet, einem von ihnen sei über den Fuß gefahren worden, sagte eine Polizeisprecherin. Als die Beamten vor Ort waren, habe sich aber kein Opfer gemeldet.

EnBW-Sprecher: "Die reden nicht mit uns"

Ein Sprecher des Kraftwerkbetreibers EnBW sagte, der Betrieb in Neckarwestheim sei von der Aktion nicht behindert. Das AKW verfüge über eine zweite Zufahrt. Versuche, mit den Atomkraftgegnern zu sprechen, seien gescheitert. „Eigentlich würden wir ganz gerne den Dialog führen. Die reden aber nicht mit uns.“

Der Karlsruher Energieversorger prüft derzeit, ob in Obrigheim (Neckar-Odenwaldkreis) gelagerter Atommüll nach Neckarwestheim gebracht werden kann. Dafür müssten 342 Brennelemente etwa 50 Kilometer weit transportiert werden. Dieser Castortransport stehe aber im Moment überhaupt noch nicht an, sagte der EnBW-Sprecher.

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