Nach dem Brand in der Wernauer Neckartalsporthalle Mitte März wurde mit der Sanierung noch nicht begonnen. Immerhin ist die Reinigung so weit abgeschlossen.
Es ist nicht so einfach, wie man als Laie denken mag: Sieben Wochen sind seit dem Brand in der Wernauer Neckartalsporthalle bereits vergangen. Wann dort wieder geturnt, Handball gespielt oder Schulsport getrieben werden kann, steht allerdings noch in den Sternen.
Aus mehreren Gründen: Mit der Brandsanierung konnte bis jetzt noch nicht begonnen werden, da die Halle – aufgrund möglicherweise nach wie vor vorhandener Schadstoffe – nur in Ausnahmefällen und in Schutzkleidung betreten werden darf. „Da es keine generelle Freigabe gibt, dürfen wir nicht so einfach Leute in die Halle lassen“, erklärte Bürgermeisterin Christiane Krieger in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Brandsanierung ist bereits vergeben
Immerhin konnte die Rathauschefin per Eilentscheidung bereits die Spezialfirma Polygon Deutschland mit der Grundreinigung beauftragen, worauf diese auch rasch durchgeführt wurde. Beauftragt ist zudem schon die Reinigung der Sportgeräte durch das gleiche Unternehmen. Im Anschluss folgt eine intensive Säuberung der gesamten Halle, die stark verraucht war, gefolgt vom notwendigen Abschlussbericht.
Erst danach, das stellte Krieger ebenfalls klar, könne das genaue Schadensausmaß ermittelt und beziffert sowie die Halle von Handwerkern in Augenschein genommen werden. Dennoch ist für die so oder so erforderliche Brandsanierung bereits die Ausschreibung erfolgt. Für das mit knapp 147 000 Euro günstigste Angebot von der Artus GmbH aus Unterensingen gab es den Zuschlag.
Konstruktive Zusammenarbeit mit der WGV
Dieses Angebot wurde durch das vom Kommunalversicherer WGV beauftragte Neckartailfinger Architekturbüro Kommritz geprüft und zur Freigabe an die Versicherung zurückgeschickt. Die Rückmeldung steht jedoch noch aus. Generell sei die Zusammenarbeit mit der WGV aber sehr konstruktiv und gehe flott über die Bühne, betonte die Wernauer Bürgermeisterin.
Weil die Stadt jeweils in Vorleistung gehen muss, beantragte die Verwaltung eine außerplanmäßige Bereitstellung von 400 000 Euro zur weiteren Abwicklung des Brandfalls. Diesem Ansinnen stimmte das Ratsgremium einhellig zu, um dem Rathaus etwas mehr Beinfreiheit zu verschaffen. Zudem erklärte Krieger, „dass wir nicht davon ausgehen, dieses Geld komplett ausgeben zu müssen und dann nicht zurückzubekommen“.
Pläne für Generalsanierung sind von Vorteil
Bis es in der Neckartalhalle wieder sportlich zugehen kann, wird indes noch einiges an Zeit vergehen. „Unser oberstes Ziel ist es natürlich, die Halle schnellstmöglich benutzbar zu machen“, versicherte Krieger. Einen belastbaren Zeitplan gebe es, angesichts der vielen Unbekannten, aber noch nicht. So sei die erforderliche Fachplanung erst nach der Brand- und Wasserschadenssanierung möglich.
Als Vorteil – auch vom zeitlichen her – wertet sie allerdings, dass es bereits Planungen für die schon zuvor beschlossene Generalsanierung gebe. „Die Fachleute wissen, welche Kabel und Schächte wo liegen und was ohnehin getan werden muss. Wie dann am Ende die Kosten verteilt werden, ist im zweiten Schritt zu klären“, fügte Krieger hinzu.
Ein großes Anliegen war es der Wernauer Bürgermeisterin, ihren Dank für die „sehr gute interkommunale Zusammenarbeit“ auszusprechen. Da in der Neckartalhalle keine Trainings mehr möglich seien, habe man überall nach Hallenkapazitäten Ausschau halten müssen. „Und da sind wir vom Schurwald bis nach Süßen im Kreis Göppingen fündig geworden, was ein tolles Zeichen der Solidarität ist“, freute sie sich.