Sechs Bürgermeister haben wegen der maroden Neckarbrücke in Besigheim (Kreis Ludwigsburg) Kritik am Regierungspräsidium Stuttgart geäußert. Nun reagiert die Behörde.
Die Neckarbrücke in Besigheim ist seit Februar für Schwerlastverkehr gesperrt. Ein Ersatzneubau für das marode Bauwerk aus den 50er-Jahren muss her. Weil das aber wohl noch sieben Jahre dauert, regen sich sechs Bürgermeister der umliegenden Kommunen auf. Die Kritik hat nun auch das Regierungspräsidium Stuttgart erreicht.
Die Bürgermeister befürchten, dass eine Vollsperrung bevorsteht, nachdem seit Februar bereits keine Lastwagen mehr über die Neckarbrücke fahren können. Ein Konzept für den Fall vermissen die Rathauschefs bislang, ebenso eine echte Beteiligung ihrer Kommunen an den Planungen.
Während das Landratsamt erklärt hatte, dass man bereits plane, wie die Verkehrskollaps abgefedert werden könne und auch schon Vorbereitungen für den Schulverkehr treffe, ließ eine Antwort des Regierungspräsidiums (RP) etwas auf sich warten.
Kritik kommt an
„Wir stehen für einen entsprechenden Austausch/für Austauschformate zur Verfügung“, teilt nun eine Sprecherin des RP mit. Gemeint ist, dass wie vom Landratsamt zu hören war, die Kritik der Bürgermeister wohl ankommt. Künftig sollen diese besser mit einbezogen werden bei Planung und verkehrlichen Überlegungen rund um die Neckarbrücke.
Wo die Sprecherin wenig Hoffnung machen kann ist eine Beschleunigung: „Planung und Bau sollen so schnell wie möglich erfolgen“, sagt sie zwar. Aber man befinde sich noch im Stadium der Vorplanung. Dabei würden verschiedene Varianten für die neu zu bauenden Bauwerke erarbeitet und gegeneinander abgewogen.
Schlechter Zustand lange bekannt
Immerhin seien auch Lösungsvarianten untersucht worden, die aus vorgefertigten Trägern bestehen und so zu einer Beschleunigung der Bauzeit führen können. „Dies ist auch uns im RP wichtig, da wir um die Bedeutung der Neckarbrücke wissen“, sagt die Sprecherin.
Warum man nicht längst einen Plan in der Schublade hatte und jetzt erst vorplanen muss, wenn die Brücke schon lange marode ist, fragen sich wahrscheinlich nicht nur die Bürgermeister. „Der defizitäre Bauwerkszustand ist uns schon seit längerer Zeit bekannt, daher sind wir seit längerer Zeit tätig“, wehrt sich das RP. Zunächst habe man in Richtung Sanierung gedacht, Untersuchungen hätten aber gezeigt, dass dies nicht möglich ist.
In einer Machbarkeitsstudie wurde dann geprüft, wie das Bauwerk durch einen Neubau ersetzt werden kann. „Mit der Vorplanung wurde Ende 2021 begonnen“, teilt das RP mit. Sie sei weitestgehend abgeschlossen. Nun müsse sie mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtverwaltung abgestimmt werden. Danach werde mit der Entwurfsplanung begonnen.