2017 stellten OB Fritz Kuhn und Baubürgermeisten Peter Pätzold (beide Grüne) die „Stadt am Fluss“ einer Journalistenschar vor. Passiert ist seitdem denkbar wenig, wie unsere Bildergalerie zeigt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Mit dem Masterplan „Stadt am Fluss“ wollte OB Fritz Kuhn den Neckar erlebbar machen. Die Zwischenbilanz fällt ernüchternd aus: Kaum ein Projekt befindet sich im Zeitplan.

Stuttgart - Die „Stadt am Fluss“, OB Fritz Kuhns ehrgeiziges Prestigeprojekt, den Neckar in Stuttgart erlebbar zu machen, will nicht so recht ins Fließen kommen. Kaum ein Teilprojekt befindet sich im Zeitplan, Projekte, die sowieso erst noch starten sollten, werden weiter nach hinten verschoben. Der Grund dafür laut Verwaltung: Es fehlen Planer und die Zusammenarbeit mit den Planungsbüros funktioniere nicht immer reibungslos. Baubürgermeister Peter Pätzold (Grüne) will die Probleme lösen.

Beim Lindenschulviertel, dem Hechtkopf, dem Wasenufer und der Wasenquerung laufen die Dinge nicht ganz rund, insgesamt sind für die Bauvorhaben der „Stadt am Fluss“, von der 2017 erstmals die Rede war, 14,5 Millionen Euro Anschubfinanzierung vorgesehen. Bis auf den Uferpark Austraße in Stuttgart-Münster ist noch nicht ein Spatenstich gesetzt. Eine zweite Projektwelle der „Stadt im Fluss“ soll 2022 starten. Insgesamt sollen rund zwanzig Einzelprojekte realisiert werden, sagt der Masterplan.

Wasserqualität lässt stark zu wünschen übrig

Die Erschließung des Neckars in Stuttgart ist ein Dauerthema in der Politik. Als Problematisch gilt auch, dass sich viele Flächen, die an den Fluss Grenzen, in Privatbesitz befinden – von Firmen wie Daimler, für deren Produktion die Nähe zum Wasser Vorteile bringt. Kritiker sehen in der Industrie am Fluss einen wichtigen Faktor, warum die Wasserqualität des Neckars stark zu wünschen übrig lässt.

Diese zu verbessern, ist nach Behördeneinschätzungen ein weitaus ehrgeizigeres Projekt als die Kultivierung des Flussufers. Das Landesgesundheitsamt schätzte die Kosten, die Wasserqualität badetauglich zu machen, auf Milliarden von Euro, die Zeit, die dafür benötigt wird, auf 25 Jahre.

Aufgaben „wert, gelöst zu werden“

„Den Fluss zu einem Erlebnisraum zu machen, ist herausfordernd, da er auch noch eine Bundeswasserstraße ist. Wir stellen uns dieser Herausforderung gern und gehen sie an.“, sagt Peter Pätzold. Das Ergebnis des Wettbewerbs Neckarknie zeige, welch Potenzial es zu heben gelte. Es mache aber auch deutlich, welche Aufgaben noch auf die Verwaltung zukommen. Die sind laut Pätzold „wert, gelöst zu werden.“

Sehen Sie in unserer Bildergalerie, welche Projekte der „Stadt am Fluss“ verschoben werden mussten und aktuell noch Zukunftsmusik sind.

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