Die Kinder versuchen mit verbundenen Augen, Vogelarten anhand ihres Gesangs zu bestimmen. Foto: Fatma Tetik

Beim Ferienprogramm im Waldheim Stuttgart-Heslach gehen die Kinder bei der beliebten Naturwoche „mit Eberhard Eichhörnchen auf Tour“ und erkunden spielerisch die Natur.

Dachswald/Heslach - Was krabbelt im Wald unter der Erde? Wer zirpt so fröhlich auf dem Baum? Und sind Fledermäuse wirklich blutrünstige Vampire? Antworten auf diese und weitere Fragen bekommen wissbegierige Naturforscher in dieser Woche im Waldheim Heslach. Dort findet einmal mehr die beliebte Naturwoche „Mit Eberhard Eichhörnchen auf Tour“ für Schulkinder im Alter zwischen sieben und elf Jahren statt. Eine ganze Woche lang gibt es für die Schüler auf dem Gelände rund um das Waldheim viel zu entdecken.

Am Montag haben die Kinder gemeinsam mit Elisabeth Schiller vom Umweltamt das Erdreich im Dickicht unter die Lupe genommen. Neben Ameisen, Asseln und Käfern stießen die Mädchen und Buben auf allerlei Gewürm, die sie neugierig begutachteten. Jedes Tierchen wurde anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt. „Wir wollen den Kindern einen wertschätzenden Umgang mit der Natur und ihren Bewohnern vermitteln“, sagte Elisabeth Schiller.

Vogelkundliche Entdeckungstour

Mit Maria Rulandvom Naturschutzbund (Nabu) Stuttgart ging es für die Kinder auf eine vogelkundliche Entdeckungstour. In einem interaktiven Spiel lernten die Kleinen allerlei Wissenswertes über die heimischen Vogelarten kennen. „Vögel singen in erster Linie, um ihr Revier zu verteidigen und um potenzielle Partner zu bezirzen“, erklärte die Vogelexpertin. Mit verbundenen Augen versuchten die jungen Vogelkundler anschließend ihre Sinne für die unterschiedlichen Gesänge der Vögel zu schärfen.

Der Höhepunkt ist für viele das Grillfest

Auf dem Programm der Ferienbetreuung im Waldheim stehen im Laufe der Woche noch viele weitere spannende Aktionen und Spiele: eine Fledermausbeobachtung, die Herstellung von Naturfarben, eine Wildkräutersammlung oder das Basteln von Pappmaschee-Tieren. Ulrike Kieninger vom Jugendamt, die die Naturwoche 2001 ins Leben gerufen hatte, sagt: „Uns ist es wichtig, den Kindern die Natur spielerisch näher zu bringen.“ Dabei dürfe der Spaß nicht zu kurz kommen. Das jährlich stattfindende Klettern mit einer speziellen Ausrüstung auf meterhohen Bäumen im Wald komme bei allen Kindern sehr gut an, berichtet Kieninger. Der absolute Höhepunkt sei für viele jedoch das Grillfest mit abschließender Übernachtung in Zeltlagern am Freitagabend. Mit einem gemeinsamen Frühstück mit Kindern, Eltern und Betreuern endet die Naturwoche im Waldheim Heslach am Samstagmorgen. Eins steht jetzt schon fest: Viele von ihnen werden auch im nächsten Jahr wiederkommen.

So wie Tim. Der 15-Jährige hat als Kind regelmäßig an der Naturwoche teilgenommen. Mittlerweile hilft er in den Sommerferien ehrenamtlich als Betreuer aus. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie toll die Ferienwoche für Kinder ist. Deshalb unterstütze ich das Projekt gerne, damit auch andere Kinder daran teilhaben können“, sagt der Teenager.

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