Auf den Wegen darf man im Eichenhain laufen. Ansonsten herrschen hier strenge Verhaltensregeln – unabhängig von der Corona-Krise. Foto: Julia Bosch

Trotz Corona-Krise tummeln sich im Eichenhain in Stuttgart-Sillenbuch die Massen. Dass das Naturschutzgebiet gerade jetzt zum Abenteuerspielplatz wird, ist symptomatisch für vieles, findet unsere Autorin.

Sillenbuch - Der Eichenhain ist ein Ort der Widersprüche. 2017 stellten Bürger bei einem Trauermarsch Grablichter auf, um ihre Empörung über Rodungen des Umweltschutzamts auszudrücken. Obwohl der – zugegebenermaßen martialische – Eingriff im Sinne des Naturschutzes war, entrüsteten sich massenhaft Menschen in Leserbriefen und in kommunalen Sitzungen. Der Lebensraum für Tiere und Pflanzen dürfe keinesfalls zerstört werden, hieß es. Als die Waldheim-Leute aus Umweltschutzgründen aus dem Eichenhain verbannt wurden, war es plötzlich nicht mehr so weit her mit der Umweltliebe. Da wurde der Freizeitwert höher bewertet als die Belange von Flora und Fauna. Das verstehe, wer will.

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