Markus Lohmüller engagiert sich insbesondere für Wildbienen. Foto: Sandra Hintermayr

Markus Lohmüller setzt sich seit seiner Schulzeit für den Naturschutz ein. Auf seinem Balkon im Dachswald hat er Nistmöglichkeiten und Futterpflanzen für Wildbienen aufgestellt.

Vaihingen - Zum Naturschutz inspiriert haben Markus Lohmüller zwei Männer: sein Vater, Meinrad Lohmüller, Biologielehrer, und Gunter Steinbach, Buchautor und Initiator der „Aktion Ameise“. „In einem von Steinbachs Büchern gab es hinten ein Formular, mit dem man seine eigene Arbeitsgruppe für die ,Aktion Ameise’ anmelden konnte“, erinnert sich Lohmüller. 1989, da war er gerade in der dritten Klasse, gründete der Junge mit einigen Mitschülern die „Aktion Ameise – Gemeinschaft junger Naturschützer, AG Rottenburg“.

„Wir haben damit angefangen, Müll in einem Landschaftsschutzgebiet einzusammeln. Später haben wir uns auf den Bau von Nistkästen konzentriert“, sagt Lohmüller. Der Vater brachte ihn letztlich zum Wildbienenschutz, ein Thema, über das Meinrad Lohmüller immer noch regelmäßig Vorträge hält und Ausstellungen zeigt. Das Ameisenprojekt wurde nach dem Tod von Gunter Steinbach und der Auflösung der „Aktion Ameise“ umbenannt in „Projekt Wildbienenschutz“. „Wir haben schnell Erfahrungen gesammelt, welche Materialien sich für den Bau von Nistkästen eignen und welche nicht“, sagt Lohmüller.

Naturschutz kann jeder betreiben

Wie seinem Vater liegen Markus Lohmüller die Wildbienen besonders am Herzen. Auf seinem Balkon im Dachswald hat er mehrere Nistmöglichkeiten aufgehängt und Futterblumen angepflanzt. „Jeder kann etwas für den Schutz unserer heimischen Bienen tun“, sagt Lohmüller. „Selbst auf einem kleinen Stadtbalkon.“ Naturschutz bedeutet für den 37-Jährigen, „überall da, wo ich selbst wirken kann, Maßnahmen zu ergreifen, der Natur zu helfen.“ Dabei stünden Naturschutz und Ästhetik nicht im Gegensatz zueinander. „Wildblumen im Garten oder auf dem Balkon müssen nicht ungepflegt aussehen“, sagt Lohmüller.

2006 gründete der in Heidenheim geborene und in Rottenburg aufgewachsene junge Mann zusammen mit seinem Vater das Naturschutzcenter. 2014 hat sich Lohmüller selbstständig gemacht und damit eine vielversprechende Festanstellung in einer namhaften Firma aufgegeben. Bereut hat er diese Entscheidung nie. „Es war der richtige Schritt. Ich wollte mich selbst und meine Ideen verwirklichen, das ging in der Festanstellung nicht.“

Das Naturschutzcenter sucht neue Räume

Seit Juni 2015 hat das Naturschutzcenter seinen Sitz am Wallgraben 142 im Synergiepark. „Wir bieten eine große Bandbreite an Produkten für den Naturschutz, dazu zählen Nistkästen, Insektenhotels, Wildblumen-Saatgut sowie zahlreiche Infomaterialien“, zählt Lohmüller auf. Die Produkte sind „artgerecht und praxiserprobt“, teilweise auch von den Naturschützern selbst entwickelt. Viele Nistmöglichkeiten insbesondere für Wildbienen, die es etwa beim Discounter zu kaufen gibt, seien ungeeignet, sagt der 37-Jährige. Etwa, weil sie aus dem falschen Holz gefertigt seien und von den Bienen nicht angenommen werden.

Der Großteil des Geschäfts läuft über das Internet. Die Bestellungen werden vom Wallgraben aus per Post versandt. Wer möchte, kann sich aber auch in den Räumen umschauen und sich von Lohmüller und seinen Mitarbeiterinnen informieren lassen.

Die Zukunft des Naturschutzcenters ist allerdings ungewiss. Im Dezember hat Lohmüller wie alle anderen Mieter des Gebäudes am Wallgraben 142 ein Kündigungsschreiben erhalten. Bis März muss das Gebäude geräumt werden. „Wir sind noch auf der Suche nach neuen Räumen“, sagt Lohmüller. 100 bis 150 Quadratmeter bräuchte er für Lager, Verkauf und Büro, zudem sollte eine Anlieferung mit dem Lkw möglich sein. „Ein Standort auf den Fildern, in Vaihingen, Möhringen oder Leinfelden-Echterdingen wäre optimal“, sagt Lohmüller.

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