Weleda-Chefin Tina Müller (links) kooperiert bei einer neuen Produktlinie mit Schwedens Prinzessin Madeleine Foto: Weleda/Henning Ross

Der Naturkosmetikhersteller Weleda ist auf Erfolgskurs und 2024 profitabel gewachsen. Wie Weleda-Chefin Tina Müller mit Innovationen und neuen Vertriebswegen für weiteren Schwung sorgen will.

Für den Schweizer Naturkosmetikhersteller Weleda, der seine deutsche Niederlassung in Schwäbisch Gmünd hat, wird Social Media immer wichtiger. Deshalb werden Weleda-Produkte auch über TikTok verkauft und mit Influencerinnen ab 18 Jahren beworben werden.

 

Der Hintergrund: Wer in sozialen Medien ein Produkt entdeckt und es kaufen möchte, musste bislang den entsprechenden Onlineshop suchen. Im TikTok Shop können Nutzer mit wenigen Klicks Produkte, die sie in Videos sehen, direkt in der App kaufen. Dort will Weleda auch die Generation Z und die nachfolgende Generation Alpha erreichen.

Produktion in USA wird geprüft

Weleda-Chefin Tina Müller setzt nicht nur auf neue Wege im Vertrieb, sondern auch auf Produktinnovationen bei der Neuausrichtung des Unternehmen. Angesichts der angedrohten US-Zölle auf europäische Produkte prüft man zudem eine mögliche Produktion in den USA, konkrete Pläne gibt es aber nicht.

Das vergangene Jahr war erfolgreich und „ein Jahr der Erneuerung“, wie Müller sagte. 2024 kletterte der Umsatz um 8,3 Prozent auf 456 Millionen Euro, das operative Ergebnis (ohne Sondereffekte) hat sich auf 28,3 Millionen mehr als verdoppelt. Rund 80 Prozent entfallen auf das Kosmetikgeschäft, 20 Prozent auf die defizitäre Pharmasparte, die binnen drei Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben soll. Man lege den Fokus auf Studien und wissenschaftliche Beweise für einige Präparate, sagte Müller, weil oft unterstellt werde, dass anthroposophische Produkte oft nicht wirkten.

Weleda, vor über 100 Jahren gegründet, arbeitet nach anthroposophischen Prinzipien. Die Produktion aller Rohstoffe erfolgt in Bioqualität. Punkten will man unter anderem bei Kosmetik mit Anti-Aging-Produkten wie der Linie „Blauer Enzian & Edelweiß“.

Hautpflegeserie für Kinder

Zudem hat sich Weleda prominent verstärkt. Gemeinsam mit Prinzessin Madeleine, der jüngsten Tochter von König Carl Gustaf und Königin Silvia von Schweden, bringt Weleda im Herbst eine Hautpflegeserie für Babys, Kinder und Teenager heraus.

Die Zahl der insgesamt gut 2200 Beschäftigten soll „perspektivisch“ steigen – auch in Schwäbisch Gmünd, wo es Ende 2024 rund 930 Mitarbeiter waren. Dort sind Anfang 2024 wegen der neuen Organisationsstruktur 70 Vollzeitstellen abgebaut worden, an anderer Stelle wurden aber Stellen aufgebaut.