Wenn die Naturfreunde auf Tour sind, steht das Miteinander an vorderer Stelle. Foto: z

Die Naturfreunde Kaltental gibt es seit 1949. Inzwischen wohnt nur noch ein Mitglied in dem Stadtteil.

Kaltental - Noch heute erinnert sich Wolfgang Bosch gern an die Ferienfahrt nach Korsika. Das war in den 60er-Jahren. Bosch war damals in der Jugendgruppe der Naturfreunde Kaltental und hat die Reise mit organisiert. „Wir hatten vier Zelte aufgebaut mit einer großen Plane dazwischen, unter der wir eine Art Mittelplatz hatten“, erzählt er. Abends wurde musiziert, tagsüber gebadet und gewandert.

Seither sind viele Jahre vergangen. Bosch wohnt längst nicht mehr in dem Stuttgarter Stadtteil, sondern in Sindelfingen. Den Naturfreunden Kaltental treu geblieben ist er aber bis heute. Genauso wie Erwin Füssinger, sein Vetter. Er ist der Vorsitzende der Ortsgruppe, Wolfgang Bosch sein Stellvertreter. Von 1973 bis 1983 war er zehn Jahre lang selbst Vorsitzender. Als der Ortsgruppe 1949 in Kaltental Leben eingehaucht wurde, war ein Teil der Gründungsmitglieder Familienväter und Mütter, darunter auch Georg Füssinger, der von allen nur Schorsch genannt wurde und der Vater von Erwin Füssinger war, und seine Mutter Trudel Füssinger. Georg Füssinger war, wie jetzt auch sein Sohn, viele Jahre Vorsitzender der Naturfreunde. „Wir, die Kinder, waren zwischen zehn und 15 Jahren alt“, sagt Füssinger.

Die Naturfreunde halten an ihren Traditionen fest

In den 50er-Jahren waren die Veranstaltungen der Naturfreunde beliebter Treffpunkt der Kaltentaler. Bei einem Filmnachmittag 1954 seien sogar einmal 500 Personen anwesend gewesen. Zu Hoch-Zeiten hatte die Gruppe rund 70 Mitglieder. „In den 60er-Jahren entstand aus der Ortsgruppe Kaltental die Möhringer Ortsgruppe“, erzählt Bosch. Einige der Mitglieder waren von Kaltental ins nicht weit entfernte Möhringen gezogen.

Heute zählen die Naturfreunde Kaltental 32 Mitglieder – sie alle wohnen verstreut im Raum Stuttgart, manche gar noch weiter entfernt. Die Tochter von Erwin Füssinger lebt mit ihrer Familie im Elsass, der Sohn von Wolfgang Bosch in der Nähe von Passau. „Sie wurden in den Verein hineingeboren und sind trotz dem, dass sie nicht mehr hier leben, Mitglieder im Verein“, erzählt Füssinger. Lediglich ein einziges Mitglied lebt noch in Kaltental. Die Ortsgruppe auflösen? Einen neuen Namen wählen? Das kam für die Naturfreunde nie in Frage. Im Gegenteil.

Sie halten an ihren Traditionen fest, stellen nach wie vor mit Freude ihre Programme – das Info-Blättle – zusammen und treffen sich regelmäßig im Naturfreundehaus Vaihingen am Büsnauer Rain. „Bei den Gruppenabenden stehen Vorträge oder Referate auf dem Programm“, erzählt Bosch, der auch Sprecher der Fachgruppe Kultur im Bezirk Stuttgart ist. Themen aus Politik, Gesellschaft und Kultur werden dabei besprochen.

„Dieses Jahr waren wir beispielsweise in Kalifornien“

Mit den benachbarten Ortsgruppen verbindet die Kaltentaler ein freundschaftliches Verhältnis. Sie besuchen die Kollegen und die Kollegen besuchen sie. „Einmal im Monat machen wir eine Wanderung“, sagt Bosch. Hinzu kommen einmal im Jahr eine mehrtägige Radwanderung, die Erwin Füssinger organisiert, der im Übrigen auch der Stuttgarter Wintersportgruppe angehört. Ebenfalls einmal im Jahr gehen die Mitglieder eine Woche lang auf Wanderschaft.

Die Touren plant Wanderführer Gambi, der eigentlich Horst Werner heißt. „Dieses Jahr waren wir beispielsweise in Kalifornien“, sagt Füssinger. Dabei meint er keineswegs den amerikanischen Bundesstaat, sondern das Städtchen an der Ostsee.

NATURFREUNDE KALTENTAL

Anschrift
Robertstraße 3, 70327 StuttgartTelefon
33 97 94 oder 0 70 31/80 28 11Mail
e.fuessinger@gmx.deHomepage
www.naturfreunde-stuttgart.de

Vorsitzender
Erwin Füssinger Gründungsjahr
1949 Mitgliederzahl
32

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