Eine Woche Probewohnen im Ludwigsburger Mikrohofhaus Foto: Heiko Wurzinger

Das Publikumsinteresse wächst: Die Schwerpunkte des Natur-Vision-Festivals in Ludwigsburg liegen diesmal bei Wohnungsbau und Sport.

Ludwigsburg - Die Macher eines Films über das Leben im Mikrohofhaus, das seit vergangenem Jahr an der Ludwigsburger Sternenkreuzung steht, haben nur noch wenige Wochen Zeit, um ihr Rohmaterial in Form zu bringen: Von 11. bis 14. Juli nämlich gastiert das Dokumentarfilmfestival Natur-Vision in der Stadt. „Da komme ich schon leicht ins Schwitzen“, bekennt der Veranstalter Ralph Thoms. Denn der Film über das Probewohnen im Häuschen auf der Verkehrsinsel ist einer der Beiträge im Festivalprogramm 2019, das sich in einem Schwerpunkt mit Bauen und Wohnen beschäftigt.

Jugendliche als Zielpublikum

Die Flut der Filme, die im Open-Air-Bereich auf dem Arsenalplatz als auch im Wettbewerbsteil im Central-Kino laufen, ist enorm: „Wir haben aus mehr als 300 Einsendungen 130 Filme ausgewählt“, sagt Thoms. In seiner 18. Auflage – das achte Mal in der Stadt Ludwigsburg – bestätige sich mehr denn je, dass die Themen, die vom Natur-Vision-Festival aufgegriffen werden, große Brisanz hätten, sagt Rebecca Pfister vom Mitveranstalter Film- und Medienfestival Stuttgart und verweist auf die Fridays-for-Future-Proteste von Schülern. „Die Zahl der Zuschauer ist von anfangs 3000 auf inzwischen 20 000 gestiegen“, sagt Tanino Bellanca, der Medienbeauftragte der Stadt.

„Wir möchten zeigen, wo sich die Stadt hinbewegen wird“, sagt Tobias Schiller, von der Internationalen Bauausstellung Stadt-Region Stuttgart (IBA), einem Kooperationspartner des Festivals. Der knappe Raum müsse immer dichter bebaut werden. Aber es sei nicht zwingend, dass die Bewohner mit einem quälenden Gefühl der Enge leben müssten. Voraussetzung sei „eine hohe architektonische Qualität“. Im Festival werden Filme präsentiert, die neue Wohnformen in Zürich oder Tokio, aber auch in Schwellenländern wie Ecuador vorstellen: „Man kann mit weniger mehr schaffen“, sagt Schiller.

Ein Nachmittag voller Sport

Bunt, unterhaltsam und abwechslungsreich soll es am Sonntag, 14. Juli, zugehen, wenn der Sport – das zweite große Thema – das Festival dominiert. „Es wird einen Nachmittag lang um Radeln, Wasserball, Tauchen oder Kanufahren gehen“, sagt Michael Bofinger, der Geschäftsführer der Sportregion Stuttgart. Sportarten also, die in der Natur praktiziert werden.

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