Bei einer Erkältung möchte man das Bett gar nicht mehr verlassen – naturliche Hausmittel hat zum Glück jeder zuhause, um Symptome zu bekämpfen. Foto: Shutterstock/PeopleImages

Die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf dröhnt – mitten in der Erkältungssaison ist die Wahrscheinlichkeit hoch, krank zu werden. Bewährte Hausmittel haben schon den Großeltern geholfen, die Symptome einzudämmen.

Eine Erkältung bringt lästige Symptome wie Husten, Halsschmerzen und Schnupfen mit sich. In der Regel ist man nach einer Woche wieder über dem Berg und die Erkältung ist überstanden. Bis dahin lautet die Devise: Abwarten und Tee trinken. Was Leidgeplagte außer Tee trinken noch alles ausprobieren können, um die Zeit erträglicher zu machen, gibt es hier nachzulesen. Jedoch beruhen die Aussagen zur Wirkung der Maßnahmen lediglich auf Erfahrungswerten und sind nicht wissenschaftlich bewiesen. Trotzdem können die Hausmittel von Oma wahre Wunder bewirken.

Viel trinken als wichtigste Maßnahme

Gerade im Winter, wenn das Immunsystem besonders gefordert ist, erweist sich ausreichendes Trinken als ein unverzichtbarer Helfer und innerer Reinigungsservice. Es gleicht nicht nur den Flüssigkeitsverlust bei Fieber aus, sondern hält auch die Schleimhäute der Atemwege feucht, welche als erste Verteidigungslinie dienen. So kann festsitzendes Sekret in Nase und Nebenhöhlen leichter verflüssigt und abtransportiert werden, was den Erkältungsbeschwerden sanft entgegenwirkt. Warme Kräutertees sind dabei besonders wohltuend, da sie den Körper von innen wärmen und die Durchblutung fördern. Salbei etwa lindert Halsschmerzen, Thymian unterstützt beim Abhusten. Doch auch das Raumklima ist entscheidend, denn trockene Heizungsluft strapaziert die Schleimhäute zusätzlich und macht sie anfälliger für Viren. Regelmäßiges Lüften und Wasserschalen auf der Heizung schaffen hier Abhilfe und sorgen für ein befeuchtetes Umfeld, in dem sich die Abwehrkräfte besser entfalten können.

Die 4-7-8-Atemtechnik für besseren Schlaf

Wenn der Schlaf sich wegen einer verstopften Nase einfach nicht einstellen will, bietet die 4-7-8-Atemtechnik Abhilfe. Diese spezielle Atemtechnik aktiviert gezielt das parasympathische Nervensystem und sendet so ein klares Signal zur Entspannung an den Körper. Der Ablauf ist denkbar einfach: Vier Sekunden lang durch die Nase einatmen, den Atem sieben Sekunden halten und anschließend acht Sekunden lang durch den Mund ausatmen. Dieser beruhigende Rhythmus, viermal wiederholt, hilft dem Organismus, zur Ruhe zu kommen und den Alltagsstress abzulegen.

Nasendusche als wirksames Hausmittel

Wenn die Nase schnieft und der Schleimfluss Hochbetrieb hat, steckt dahinter ein cleverer Abwehrmechanismus des Körpers, der Krankheitserreger hinausbefördern möchte. Um diesen inneren Putztrupp tatkräftig zu unterstützen, erweist sich die Nasendusche mit Salzwasser als ein überraschend effektiver Helfer. Die sanfte Spülung mit einer isotonischen Kochsalzlösung befreit die Schleimhäute nicht nur von Viren und Bakterien, sondern hilft auch, festsitzendes Sekret zu verflüssigen und abzutransportieren. Im Handel finden sich passende Nasenduschen und spezielles Spülsalz in Hülle und Fülle, sogar kindgerechte Modelle machen die Anwendung zum Kinderspiel. Ein entscheidender Punkt ist dabei die Einhaltung des richtigen Mischverhältnisses von Salz und Wasser, das stets den Packungsangaben zu entnehmen ist.

Freie Atemwege durch die Dampfinhalation

Wer sich die Salzlösung nicht direkt durch die Nasennebenhöhlen bugsieren möchte, findet in der Dampfinhalation eine sanfte, aber überaus effektive Alternative. Wenn verstopfte Nasennebenhöhlen das Atmen erschweren und sogar Kopfschmerzen verursachen, wirkt der heiße Dampf Wunder: Er löst festsitzenden Schleim und befreit die Atemwege, während er gleichzeitig dem Kratzen im Hals und dem Hustenreiz sanft entgegenwirkt. Zusätze wie entzündungshemmende Kamille oder schleimlösende Eukalyptus- und Fichtennadelöle verstärken diesen Effekt. Eine selbstgemachte Salzlösung – neun Gramm Salz auf einen Liter Wasser – ist ebenfalls eine hervorragende Wahl für dieses kleine Wellness-Programm.

Die Apfelessig Gurgellösung

Was in der amerikanischen Volksmedizin schon lange als Geheimwaffe gegen Erkältungskeime gilt, ist hierzulande noch ein echter Underdog: naturtrüber Apfelessig. Doch gerade sein saurer pH-Wert macht den Unterschied. Er schafft ein Milieu, das Viren und Bakterien gar nicht schmeckt. Die Anwendung ist dabei denkbar einfach und erfordert keine kulinarischen Experimente: Einfach einen Teelöffel Apfelessig in einem Glas warmem Wasser auflösen und mehrmals täglich damit gurgeln.

Ölziehen als Kur für den Mundraum

Eine jahrtausendealte Praxis aus Indien, die hierzulande noch als echter Geheimtipp gilt, ist das Ölziehen. Dabei wird ein Esslöffel hochwertiges Kokos-, Sesam- oder Sonnenblumenöl für etwa zehn bis 20 Minuten sanft im Mund bewegt und durch die Zähne gezogen. Diese Methode hilft, schädliche Bakterien im Mundraum zu binden und effektiv zu entfernen. Bakterien verfügen über fettliebende Zellwände, die sich im Öl lösen und somit aus dem Mundraum transportiert werden können. Für die Anwendung empfiehlt sich: Morgens auf nüchternen Magen das Öl in den Mund nehmen, sanft hin und her bewegen, anschließend unbedingt ausspucken und danach den Mund gründlich mit warmem Wasser spülen sowie die Zähne putzen.

Wickel und Umschläge bei Erkältung

Ob kühlend oder wärmend, Wickel und Umschläge sind bewährte Hausmittel, die bei Erkältungen sowohl Fieber als auch Schmerzen lindern. Gegen hitzige Phasen sind kühlende Wadenwickel aus feuchtem Leinen eine Wohltat, die den Körper dabei unterstützen, die Temperatur behutsam zu regulieren. Außerdem wirken kühle Quarkwickel, direkt auf ein Tuch aufgetragen, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Wer es lieber warm mag, greift zu Kartoffelwickeln: Zwei bis drei zerdrückte, heiße Kartoffeln in einem Leinentuch spenden langanhaltende Wärme und sind wahre Wohltäter für den gereizten Hals.

Der Klassiker: die Hühnersuppe

Wenn es um bewährte Erkältungs-Hausmittel geht, ist die Hühnersuppe ein unbestrittener Klassiker, dessen größter Trumpf die Flüssigkeitszufuhr ist – eine Grundvoraussetzung im Kampf gegen die Erkältung. Zudem enthält die Suppe den Eiweißstoff Cystein, der entzündungshemmend wirkt und den Schleimhäuten hilft, abzuschwellen, damit man wieder freier durchatmen kann. Obendrein versorgt die Suppe das Immunsystem mit wichtigen Vitaminen wie A und E, die seine Abwehrkräfte stärken.

Chili gegen Schnupfen

Wenn man friert und der Körper nach Wärme schreit, ist eine Speise mit diesem Gewürz genau das Richtige, um ihn von innen aufzuwärmen. Zudem fördert die Schärfe der Chili die Durchblutung der Schleimhäute in den Atemwegen, was dem Immunsystem hilft, Krankheitserreger noch effektiver abzuwehren. Der schleimlösende Effekt hilft außerdem dabei, die verstopften Nase zu entlasten.

Heißer Ingwertee

Die scharfe Ingwerknolle verflüssigt dank ihrer ätherischen Öle und Scharfstoffe effektiv den Schleim in den oberen Atemwegen. Zudem hat frischer Ingwer eine präventive Wirkung, indem er Schnupfenviren am Andocken an Zellen hindert. Den Effekt bieten allerdings nur frische Knollen, nicht die getrockneten Präparate. Daher ist ein Tee aus dünnen Scheiben frischen Ingwers während der Erkältungszeit ideal, um das Immunsystem tatkräftig zu unterstützen. Einfach mit heißem Wasser übergießen, mindestens fünf Minuten ziehen lassen und bei Bedarf mit Zitrone oder Honig verfeinern.

Knoblauch-Honig-Sirup als Geheimwaffe gegen Erkältung

Diese intensive Mischung kombiniert die schwefligen Verbindungen des Knoblauchs mit den beruhigenden Eigenschaften des Honigs zu einem Elixier gegen Erkältungsbeschwerden. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Man hackt drei bis vier Knoblauchzehen fein, vermischt sie schichtweise mit Honig in einem kleinen Glas und lässt das Ganze über Nacht ziehen. Teelöffelweise eingenommen, ist dieser pikant-süße Sirup eine Wunderwaffe, die dem Immunsystem einen kräftigen Schub verleiht.

Propolis: der natürliche Schutzschild der Bienen

Propolis ist zwar kein Honig, die Bienen haben bei diesem Mittel aber dennoch ihre Fühler im Spiel: Die Rede ist von Propolis, dem harzigen Material, mit dem die kleinen Baumeister ihren Stock abdichten und gleichzeitig desinfizieren. Diese geniale Erfindung der Natur kann mit antimikrobiellen und antiviralen Eigenschaften punkten und wird deshalb traditionell gerne bei Hals- und Rachenbeschwerden eingesetzt. Ob als Tinktur verdünnt zum Gurgeln, als praktisches Spray direkt auf gereizte Stellen gesprüht oder in Form von wohltuenden Lutschtabletten – Propolis ist vielseitig einsetzbar. Wer auf Bienenprodukte allergisch reagiert, sollte auf dieses Heilmittel jedoch verzichten.

Einer Erkältung vorbeugen

Damit man gar nicht erst in die missliche Lage kommt, diese Tipps anwenden zu müssen, sollte man einer Erkältung vorbeugen. Selbstverständlich hat man niemals einen hundertprozentigen Schutz, dennoch helfen diese Maßnahmen, das Risiko zu lindern:

Abstand halten: Wenn Freunde oder Verwandte bereits erkältet sind, ist es hilfreich, Umarmungen und Küsse vorerst auszusetzen und auch das Essen und Trinken nicht miteinander zu teilen.

Das Immunsystem stärken: Schafft man, indem man vitaminreiche Ernährung zu sich nimmt, sich viel bewegt, sein Stresslevel niedrig hält und ausreichend schläft.

Händewaschen: Beim Nachhausekommen, nach dem Naseputzen oder vor dem Essen ist regelmäßiges Händewaschen mit Wasser und Seife eine wichtige Maßnahme, um Viren abzutöten.

Lüften: Stoßlüften ist hier das Stichwort. Denn dadurch verringert sich die Viruslast in der Luft.

Warum erkältet man sich, wenn es kalt ist?

Durch verschiedene Erreger wie Rhino- und Adenoviren nehmen im Herbst und Winter die grippalen Infekte zu. Sie verbreiten sich durch Schmierinfektion oder durch kleinste Tröpfchen in der Luft. Dass man zur kalten Jahreszeit häufiger erkältet ist, hat aber nicht direkt mit der niedrigen Temperatur zutun. Ein Grund für die höheren Infektionsraten im Winter ist, dass man mehr Zeit in Innenräumen verbringt. Somit steigt die Konzentration virenhaltiger Tröpfchen in der Luft schnell an. Außerdem sorgen trockene Schleimhäute, die durch Kälte und Heizungsluft entstehen, dafür, dass die Schutzbarriere der Schleimhäute geschwächt und für Viren und Bakterien zum leichten Ziel wird. Zuletzt klagt das Immunsystem über eine geschwächte Abwehr, da weniger Zeit an der frischen Luft verbracht wird und der Körper weniger Tageslicht abbekommt.

Wie lange dauert eine Erkältung?

Normalerweise verabschiedet sich eine Erkältung nach ein bis zwei Wochen wieder, wobei Erwachsene im Schnitt etwa neun Tage damit zu kämpfen haben. Besonders hartnäckig zeigt sich oft der Husten: Er kann infolge der strapazierten Atemwege gut und gerne doppelt so lange bleiben und in manchen Fällen sogar noch Wochen nachklingen – hier ist also etwas Geduld gefragt. Eine kleine Geduldsprobe ist ein grippaler Infekt zudem häufig für Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege, da bei ihnen die Genesung durchschnittlich etwas länger dauern kann als bei gesunden Erwachsenen.

Wann man den Arzt aufsuchen sollte

Natürliche Hausmittel können eine wertvolle Unterstützung sein, um Erkältungssymptome einzudämmen und das Wohlbefinden zu steigern. Trotzdem stoßen sie an ihre Grenzen. Bei diesen Symptomen ist ein Arztbesuch dringend zu empfehlen:

 
  • Fieber über 39 Grad Celsius
  • Starke Kopfschmerzen oder Ohrenschmerzen
  • Atembeschwerden oder zusätzlich Brustschmerzen
  • Anhaltende Beschwerden über sieben bis zehn Tage
  • Verschlechterung der Symptome