Nordbahnhof: Dort fuhren einst die Züge in die Todeslager ab. Foto: Lichtgut/Michael Latz

Erinnerung am Nordbahnhof an 2500 Opfer, die in die Todeslager deportiert wurden.

Stuttgart - Feierstunde an der Gedenkstätte „Zeichen der Erinnerung“ am Nordbahnhof: Am Sonntag haben zahlreiche Menschen des Tages gedacht, an dem das Vernichtungslager Auschwitz befreit wurde – und vor allem der Millionen von Menschen, die von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurden. Andreas Keller, der Vorsitzende des Vereins Zeichen der Erinnerung, sprach „an diesem authentischen Ort“ davon, wie von diesen Gleisen die Züge abfuhren, die mehr als zweieinhalbtausend Menschen von Stuttgart in die Todeslager transportierten. „Es waren vor allem Menschen jüdischen Glaubens, und nur wenige haben überlebt.“ Jetzt müsse man wieder wachsam sein gegenüber Antisemitismus und Rassismus und der Abkehrung von Toleranz. Damals sei es von der Verfemung, Ausgrenzung und Ächtung nur ein kleiner Schritt zur Ausrottung gewesen.

Stolpersteininitiative ruft zur Akzeptanz der Vielfalt auf

Die Stolperstein-Initiative Stuttgart-Ost zählte die vielen Opfergruppen der Nazis auf und rief ebenfalls zur „Akzeptanz der Vielfalt“ auf und dazu, „in der Gegenwart menschlich und mutig zu handeln“. Gänsehaut verursachte der Chor Avanti Comuna Kanti mit dem Moorsoldaten-Lied, der bereits 1933 entstandenen heimlichen Hymne des Widerstandes gegen die Nazis. Peter Wolf von der für die Gedenkstunde federführenden Initiative „Zusammen Kämpfen Stuttgart“ betonte, mit der Befreiung der drei Lager von Auschwitz vor 74 Jahren durch die Rote Armee sei „die Barbarei offenbar geworden, die der deutsche Faschismus über die Welt brachte“.

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