In einem Gehege am Rand des Nationalparks sollen bald Wisente zu sehen sein. Foto: dpa

An der Alexanderschanze bei Freudenstadt soll ein Wildgehege mit Wisenten entstehen. Auch die Sanierung des ehemaligen Hotels scheint endlich zu beginnen. Der Zeitplan ist aber offen.

Julian Osswald, der frühere OB von Freudenstadt, freut sich wie ein Schneekönig: Endlich kommt Bewegung in die Pläne, an der Alexanderschanze ein Wisentgehege zu bauen und auch endlich das heruntergekommene und seit mehr als zehn Jahren geschlossene Hotel zu sanieren. Die Alexanderschanze liegt am Kniebis, dort, wo sich die Bundesstraße 28 und die Schwarzwaldhochstraße trennen; die Grenze des Nationalparks liegt einen guten Kilometer entfernt. Osswald ist der Vorsitzende des Fördervereins Wildtierpark – schon seit zehn Jahren bohrt er dicke Bretter.

 
Rangerstation und Wildgehege sollen an der Alexanderschanze Wanderer und Touristen anziehen. Foto: Yann Lange

Zunächst zum Gehege: Jetzt steht die Finanzierung. CDU-Fraktionschef Manuel Hagel und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatten bei der Fusion der beiden Nationalparkteile vereinbart, zwei Millionen Euro für zwei Wildgehege zur Verfügung zu stellen. Das Geld stammt aus dem Verkauf der Landesanteile an der Waldgenossenschaft der Murgschiffer. 1,8 Millionen Euro sind für den Kniebis vorgesehen, 200.000 Euro für ein kleines Gehege, vermutlich mit Elchen oder Luchsen, bei Herrenwies. Sowohl Wisente als auch Elche haben früher im Schwarzwald gelebt. Die Wisente sollen aus dem Zoo in Karlsruhe kommen.

Das Hotel Alexanderschanze liegt seit mehr als einem Jahrzehnt im Dornröschenschlaf. Foto: dpa

Freudenstadt würde 17 Hektar in den Wildpark einbringen: „Die Stadt hat schon Bäume entnommen und die Flächen aufgelichtet“, so Osswald. Derzeit verhandelt die Nationalparkverwaltung mit Forst BW, ob weitere 20 Hektar dazugenommen werden könnten. Wie Bianca Hermann, Sprecherin des Umweltministeriums, sagt, könnte der Naturschutz dann noch mehr profitieren, weil lichtliebende Waldtiere wie das Auerhuhn sich dort eher aufhalten könnten. Dann sei es auch denkbar, andere Tierarten, etwa Wildpferde oder Auerochsen, ins Gehege aufzunehmen.

Das Projekt ist also nota bene ein Tourismus- und ein Naturschutzprojekt. Über einen Blockbohlenweg könnte das Gehege erlebbar werden. Julian Osswald hofft, dass der Wildtierpark in ein bis zwei Jahren eröffnet werden könnte. Bianca Hermann will dagegen keinen Zeitpunkt nennen.

Jetzt zum Hotel. Das Land hatte die Herberge schon 2015 erworben, aber lange Jahre tat sich gar nichts. Jetzt bestätigt die Landesregierung, dass ein Bauantrag für die Sanierung gestellt worden sei. Im Moment liefen auch schon vorbereitende Maßnahmen wie etwa die Beseitigung des Hausschwamms im Gebäude. Im zweiten Quartal sollen „Entrümpelungs- und Rückbauarbeiten“ starten, so Bianca Hermann.

Geplant ist weiterhin, das Gebäude mehrfach zu nutzen. Dort soll ein einfaches Wanderheim untergebracht werden – entlang des beliebten Westwegs, der an der Alexanderschanze vorbeiführt, fehlt es schon länger an Übernachtungsmöglichkeiten. Daneben könnte eine Ausstellung zur Grindenbeweidung und zur Bedeutung großer Weidetiere im Wald im ehemaligen Hotel untergebracht werden. Eine Rangerstation und Arbeitsplätze für die Verwaltung des Nationalparks sind ebenfalls angedacht.

Zu Kosten und Zeitplänen für die Hotelsanierung will sich die Landesregierung ebenfalls nicht äußern. Es kann also noch dauern.