Der gebürtige Tübinger und Ex-VfB-Jugendspieler Thilo Kehrer ist bei Paris St. Germain und in der Nationalmannschaft angekommen. Was sind die Gründe?
Reykjavik - Es ist ja nicht so, dass Hansi Flick in der Nationalmannschaft alles über den Haufen geworfen hätte. Dennoch kristallisieren sich bei einem Trainerwechsel eben doch auch immer Gewinner heraus. Einer davon war in dieser ersten Länderspielwoche unter dem neuen Bundestrainer Thilo Kehrer. Daran änderte auch der eher durchschnittliche Auftritt des gebürtigen Tübingers und Ex-VfB-Jugendspielers beim 4:0 in Reykjavik wenig. In Stuttgart gegen Armenien hatte er mit starken Aktionen sehr viel Betrieb auf der linken Seite gemacht.
Flexibel einsetzbar
In Island war er unter Flick zum dritten Mal in der Anfangsformation gestanden. Beim 2:0 gegen Liechtenstein spielte er in der Innenverteidigung, beim 6:0 gegen Armenien links in der Viererkette. In Reykjavik begann er ebenfalls links, nach einer Stunde rückte er ins Abwehrzentrum – Vielseitigkeit ist sein großer Trumpf. „Ich kann beide Positionen spielen und bin auch hinsichtlich des Systems flexibel“, erklärte Kehrer.
Lesen Sie aus unserem Angebot: Wie Youssoufa Moukoko weiter Rekorde jagt
Natürlich hatte der Defensivmann auch von den Ausfällen von Matthias Ginter (Corona), Mats Hummels (Knieprobleme) und Robin Gosens (Kapselverletzung) profitiert, doch der 24-Jährige hatte sich die Chance durch starke Auftritte im Starensemble von Paris St. Germain verdient. Genau so sah das auch Flick: „Ich habe mit seinem Trainer Mauricio Pochettino telefoniert – und er war voll des Lobes.“ Kehrer hat bisher alle fünf Pflichtspiele für PSG absolviert. „Auf Thilo ist Verlass“, sagte sein argentinischer Vereinstrainer vor kurzem und schob die Begründung gleich hinterher: „Er hat große Fortschritte in puncto Stellungsspiel und Durchsetzungsvermögen gemacht. Außerdem wirkt er befreiter und souveräner.“
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Warum die Nationalelf plötzlich mit Herz spielt
Der Ex-Schalker erlebte in seiner noch relativ jungen Karriere zahlreiche Höhen und Tiefen. 2018 war er für 37 Millionen Euro nach Paris gewechselt, ganz unumstritten war er dort lange Zeit nicht. Jetzt aber ist er in der französischen Hauptstadt angekommen – genauso wie im Nationalteam.