Wie schon bei der Fußball-Europameisterschaft 2024 wird sich der Stuttgarter Schlossplatz auch für die Finals 2027 wieder in eine Public Viewing-Zone verwandeln. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Der Gemeinderat hat am Donnerstag zugestimmt, dass die Landeshauptstadt die übernächste Auflage des nationalen Sportevents austrägt. Was dahintersteckt.

Stuttgart bekommt das nächste Sport-Großevent. Am Donnerstagabend hat der Gemeinderat mit großer Mehrheit dem Antrag zugestimmt, die Finals 2027 in der Landeshauptstadt auszutragen. Nach der Fußball-Europameisterschaft 2024 wird die selbsternannte Sportstadt Stuttgart damit in zwei Jahren erneut Ausrichter eines wichtigen Sportevents. Fragen und Antworten zu dem Turnier.

 

Was genau sind die Finals?

Die Finals sind ein noch relativ junges Format und deswegen auch noch nicht jedem ein Begriff. Dabei werden sie auch als „kleine Olympische Spiele“ bezeichnet – und das nicht zu Unrecht, schließlich werden bei dem Event die Deutschen Meisterschaften in zahlreichen Sportarten an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitraum gebündelt. Die Finals sind damit die größte nationale Sportveranstaltung außerhalb des Fußballs. Das macht sich auch medial bemerkbar: Die öffentlich-rechtlichen Sender übertragen fast alle Veranstaltungen live. Damit bekommen die Sportarten eine deutlich höhere Aufmerksamkeit, als wenn sie ihre Meisterschaften jeweils einzeln austragen würden.

Wo fanden die Finals bislang statt?

Erstmals wurden die Finals 2019 in Berlin ausgetragen. Im Jahr darauf wurde das Event wegen der Corona-Pandemie abgesagt. 2021 teilten sich Berlin und die Metropolregion Rhein-Ruhr die Spiele, im Jahr darauf war dann wieder Berlin und 2023 die Region Rhein-Ruhr Ausrichter. Im Vorjahr wurden die Finals aufgrund von Terminschwierigkeiten abgesagt. In diesem Jahr ist nun Dresden an der Reihe (31. Juli bis 3. August). 2026 finden die Spiele in Hannover statt, für 2028 ist München vorgesehen. Dazwischen wird Stuttgart zum Ausrichter der dann siebten Auflage. Aktuell sind dafür zwei Zeiträume im Gespräch: entweder von 29. Juli bis 1. August oder von 5. bis 8. August.

Welche Sportarten sind dabei?

Laut aktueller Planung sollen folgende Sportarten 2027 in Stuttgart ausgetragen werden: Schwimmen, 3x3-Basketball, Turnen, Rhythmische Sportgymnastik, Breaking, BMX Cross, BMX Flat, BMX Trail oder Park, Speedklettern, Triathlon, Kanu und Stand-up-Paddling. Da die Landeshauptstadt seit dem Umbau der MHP-Arena zu einem reinen Fußballstadion über keinen geeigneten Ort mehr für einen Leichtathletik-Wettbewerb verfügt, braucht es noch einen zweiten Ausrichter. Ursprünglich war Ulm im Gespräch, doch die Universitätsstadt hat sein Interesse mittlerweile zurückgezogen. Grund dafür sind die Sanierungsarbeiten am Donaustadion, die bis 2027 nicht abgeschlossen sein werden. Deswegen werden die Leichtathletik-Wettbewerbe in einer Stadt außerhalb Baden-Württembergs ausgetragen.

Wo in Stuttgart werden die Wettkämpfe ausgetragen?

Als Veranstaltungsorte sind unter anderem die Stuttgarter Innenstadt, die Porsche-Arena, das Sportbad NeckarPark, der BMX Supercross Track und der Neckar vorgesehen. Darüber hinaus soll auf dem Schlossplatz der sogenannte Finals-Park aufgebaut werden. Dort finden dann Public Viewing sowie zahlreiche Mitmachangebote statt. Ziel ist es, den Menschen den Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Der Finals-Park soll auch noch drei Wochen nach Ende der Finals geöffnet sein, um der Bevölkerung niederschwellige Bewegungsangebote bieten zu können.

Wie viel kostet das alles?

Die Kostenfrage war vor dem Gemeinderatsbeschluss der einzige Knackpunkt. Denn die Verwaltung veranschlagte Nettokosten in Höhe von 5,3 Millionen Euro, die für Stuttgart anfallen werden. Das Land Baden-Württemberg hat einen Zuschuss in Höhe von maximal einer Million Euro zugesagt. Jedoch ist die Ausrichtung auch mit einem Imagegewinn verbunden; in der Regel locken die Finals eine Vielzahl an Besuchern in die jeweilige Ausrichterstadt. Der Eintritt zu den Wettbewerben ist meistens kostenlos.