Der zoologisch-botanische Garten ist nicht nur in Stuttgart engagiert in Sachen Artenschutz, auch auf der ganzen Welt. Wo sich die Wilhelma überall einsetzt und wie sie hilft, Tiere und Natur zu erhalten.
Die Wilhelma ist in Sachen Artenschutz seit vielen Jahren aktiv. Wir stellen die fünf wichtigsten Artenschutzprojekte des zoologisch-botanischen Gartens vor und zeigen auf, wie viel Geld der Zoo dafür jährlich investiert. Diese Projekten sollen verhindern, dass Tiere und Pflanzen aussterben, weil ihnen der Lebensraum genommen wird. Außerdem erklären wir, wo der Zoo in Stuttgart selbst aktiv ist und über seine Artenschutzprojekte informiert und die Achtsamkeit der Menschen für die Natur, Tier und Umwelt fördert. Nicht nur in der Wilhelmaschule in Stuttgart.
Schutz des Regenwalds in Mittelamerika
Im mittelamerikanischen Belize hilft die Wilhelma, Regenwald zu schützen. Konkret unterstützt der Stuttgarter Zoo die Vergrößerung eines Schutzgebiets, CSFI Shipstern Reserve, durch Landkauf. In diesem wertvollen Lebensraum leben unzählige verschiedene Tierarten, neben vielen Vögeln beispielsweise auch der Jaguar und das Tapir.
Die Wilhelma unterstützt das Projekt seit dem Jahr 2015. Seit 2019 ermöglicht die Wilhelma außerdem den Schutz des Gebiets durch eine vierköpfige Rangereinheit. Dafür gibt der Zoo jährlich 50 000 Euro an die Projektverantwortlichen.
Mehr Nachkommen bei den Sumatra-Nashörnern
In Indonesien gibt es die Sumatra Rhino Rescue Allianz. Auch hier ist die Wilhelma für den Artenschutz tätig. Sie hilft bei der Erhaltungszucht des vom Aussterben bedrohten Sumatra-Nashorns. Dies geschieht auf der Zucht- und Forschungsstation im Way Kambas Nationalpark direkt im Lebensraum der Tiere in Sumatra vor Ort. Seit dem Jahr 2005 unterstützt die Wilhelma den Nashornschutz mit bis dahin 75 000 Euro. Seit dem Jahr 2019 ist der Stuttgarter Zoo als strategischer Partner der International Rhino Foundation Mitglied der Sumatran Rhino Rescue Alliance und hat dort 100 000 Euro zusätzlich einbringen können. Und der Einsatz in der Allianz ist erfolgreich: Alleine in diesem Jahr wurden in der Zuchtstation zwei Sumatranashörner geboren, was international für viel Begeisterung gesorgt hat.
Kongo-Hunde spüren Wilderer in Afrika auf
Bei diesem Projekt tragen Vierbeiner mit ihrer guten Nase zum Artenerhalt bei. Genauer befindet sich das Betätigungsfeld im Virunga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo in Afrika. Der Park beherbergt hier eine große Zahl verschiedener Tierarten wie Elefanten, Flusspferde und Berggorillas. Die Gorilla-Ranger haben ein eigenes Spürhundeteam, die Congohounds, mit Hilfe derer Wilderer aufgespürt werden können. Dieses Hundeteam wird seit dem Jahr 2012 von der Wilhelma unterstützt. Bislang kamen für dieses Projekt schon 300 000 Euro aus Stuttgart. So konnten vor Ort zwei Spezialgeländewagen gekauft und laufende Kosten für die tierärztliche Behandlung und das Futter der Hunde bezahlt werden.
Mehr Land für Brillenbären in Ecuador
Einmal mehr geht es um Land und damit Lebensraum für Tiere. In Ecuador hilft die Wilhelma der Nichtregierungsorganisation Jocotoco dabei, neue Regenwaldgebiete in Ecuador zu kaufen und sie mit bereits bestehenden Schutzgebieten zu verbinden. Der Lebensraum ist Heimat für Brillenbär, Tapir und Co. Leider wird immer mehr Regenwald zerstört, um mehr Platz für Rinderweiden zu bekommen. Ursache dafür ist der große weltweite Fleischkonsum der Menschheit. Um dem etwas entgegenzusetzen, unterstützt die Wilhelma seit dem Jahr 2019 mit mehr als 250 000 Euro die Vergrößerung der Regenwaldschutzgebiete.
Kaninchen-Nasenbeutler in Australien erhalten
Nicht nur in der neuen Terra Australis in der Wilhelma mit ihren mehr als elf Tierarten ist der Zoo für den Artenschutz tätig, auch in Australien selbst. Dort steht der Kaninchen-Nasenbeutler im Fokus, auch Bilby genannt. Zusammen mit dem „Save the Bilby Fund“ schützt die Wilhelma den Bilby in Australien. Die Kaninchen-Nasenbeutler werden in menschlicher Obhut nachgezüchtet und dann in die Natur entlassen. Die Auswilderungsgebiete müssen dafür mit Zäunen vor Fressfeinden und Konkurrenten wie Füchsen und Hasen gesichert werden. Der Stuttgarter Zoo unterstützt das Projekt seit 2022 mit jährlich mit 10 000 Euro.
Umweltbildung als Artenschutz in Stuttgart
Nicht nur weltweit ist die Wilhelma für den Artenschutz aktiv, auch in Stuttgart im Zoo. Im Bereich Umweltbildung ist es das Ziel der Einrichtung, kleine und große Besucher für die Natur zu faszinieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass diese schützenswert ist.
Die Tiere und Pflanzen sind dabei Botschafter ihrer Artgenossen in freier Wildbahn. Durch das Erleben der Tiere und das Verstehen biologischer Zusammenhänge steigert sich die Motivation, selbst etwas zum Schutz der Natur beizutragen. Dabei setzt die Wilhelma auf anschauliche und altersgerechte Wissensvermittlung und arbeiten interaktiv mit verschiedenen Anschauungsobjekten wie beispielsweise Schädel und Krallen. In der Umweltbildung bietet der Zoo verschiedene Formate von Schulklassenführungen und Aktionstagen bis zu Lehrerfortbildungen an, nicht nur in der pädagogischen Einrichtung des Zoos – der Wilhelmaschule. Auch bei speziellen Aktionstagen gibt es Informationen zum Artenschutz.