Die Illustration zeigt den Nasa-Rover „Perseverance“ bei der geplanten Landung auf dem Mars. Foto: Nasa/JPL-Caltech/dpa

Erst die Vereinigten Arabischen Emirate, dann China – und jetzt die USA: Schon die dritte Raumfahrt-Mission binnen Tagen soll den Mars erreichen. Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat sogar einen Mini-Hubschrauber im Gepäck.

Cape Carnaveral - Mehr als ein Jahrhundert nach dem ersten motorisierten Flug auf der Erde soll bald ein solches Manöver erstmals auf einem anderen Planeten stattfinden. Im Rahmen der Mission „Mars 2020“ will die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag (18. Februar) ihren Mars-Rover „Perseverance“ mitsamt dem ultraleichten Hubschrauber „Ingenuity“ auf den Roten Planeten bringen. Dort soll „Ingenuity“ durch die Mars-Atmosphäre fliegen. Dies ist eine besondere Herausforderung, weil die Mars-Atmosphäre nur ein Prozent der Dichte der Erdatmosphäre hat.

„Ingenuity“ ähnelt eigentlich eher einer Drohne. Die Nasa-Ingenieure mussten den Mini-Helikopter so leicht wie möglich bauen, damit er in der extrem dünnen Mars-Atmosphäre abheben kann. Er wiegt gerade einmal 1,8 Kilogramm und besteht aus vier Füßen, einem Flugkörper und zwei Propellern. Die Propeller drehen sich 2400 Mal pro Minute und damit etwa fünf Mal schneller als bei einem normalen Hubschrauber.

Hubschrauber im Bauch

„Ingenuity“ ist mit vier Solarpaneelen ausgestattet, um seine Batterien wieder aufladen zu können. Ein großer Teil der Energie wird benötigt, um das Fluggerät nach Nachttemperaturen von minus 90 Grad wieder aufzuwärmen.

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Während seiner Flüge kann „Ingenuity“ Fotos und Videos vom Mars machen. Auf der Reise zum Roten Planeten wurde der Hubschrauber im Bauch des Mars-Rovers „Perseverance“ transportiert.

90 Sekunden Flüge

„Ingenuity“ soll bis zu fünf Flüge über der Mars-Oberfläche absolvieren. Das Fluggerät kann bis zu fünf Meter aufsteigen und bis zu 300 Meter weit fliegen. Beim ersten Test soll aber eine deutlich kürzere Strecke zurückgelegt werden. Jeder Flug kann bis zu anderthalb Minuten dauern. Die Nasa betont, dies sei nicht wenig „verglichen mit den zwölf Sekunden“, die der erste motorisierte Flug auf der Erde gedauert habe.

Da die Übertragung von Daten vom Mars auf die Erde rund 20 Minuten dauert, wird „Ingenuity“ nicht ferngesteuert, sondern fliegt selbstständig. Die Nasa erteilt nur grundsätzliche Befehle, danach orientiert sich „Ingenuity“ mit einer Reihe von Sensoren. Die Ergebnisse der Flüge werden erst einige Zeit später vorliegen.

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Neue Ära der Mars-Erforschung

Die Nasa spricht bei „Ingenuity“ von einer Demonstrationsmission. Sie hat kein wissenschaftliches Ziel außer zu zeigen, dass Fliegen auf dem Mars möglich ist. Außerdem will die Nasa mit dem Projekt Daten eines Fluggeräts auf einem anderen Planeten sammeln.

In der Zukunft könnten solche Fluggeräte „eine ganz neue Ära der Mars-Erforschung eröffnen“, meint der Chef-Ingenieur des Projekts, Bob Balaram. Sie könnten etwa Gebiete erreichen, in die Rover nicht gelangen können. Vorstellbar ist auch, dass solche Mini-Helikopter künftig an eine Station auf dem Mars „Bericht erstatten“ könnten, also ihre Messdaten, Bilder und Gesteinsproben dort abliefern könnten.

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