Mit 84 Jahren begibt sich Nana Mouskouri auf ihre wahrscheinlich letzte Tournee. Foto: Kate Barry

In Deutschland kennt man ihren Hit „Weiße Rosen aus Athen“, doch Nana Mouskouri ist weit mehr als das. Mit über 300 Millionen verkauften Alben ist sie nach Madonna die weltweit erfolgreichste Sängerin, in ihrer Vita finden sich Duette mit Alain Delon, Bob Dylan, Leonard Cohen, Ennio Morricone oder Paul Simon. Am 21. November singt sie in der Liederhalle.

Sie waren schon vor einigen Jahren auf Abschiedstournee. Jetzt wieder?

Marlene Dietrich sagte vor langer Zeit zu mir: „Du musst die Bühne verlassen, bevor dein Publikum dich verlässt.“ Ich hielt das für einen großartigen Rat und beabsichtigte, eben das mit 70 zu tun. Doch bereits zwei Monate später war mir furchtbar langweilig.

Ich stelle fest: Es ist mein Leben, auf der Bühne zu stehen. Also feierte ich erst meinen 50. Künstlergeburtstag mit einer Tournee, dann meinen 80. Geburtstag – und jetzt lasse ich es ganz mit den Jubiläen und gehe einfach unter dem Motto „Forever Young“ auf Tournee.

Auf dem gleichnamigen Album interpretieren Sie viele Hits – von „Hallelujah“ bis „In the Ghetto“. Warum?

Diese Stücke werden niemals sterben. Auch wir, die wir sie aufführen, werden von ihnen jung und lebendig gehalten. Deswegen gebe ich immer noch alles für meine Musik. Wie mir schon Maria Callas sagte: „Es ist ganz egal, was du tust. Was zählt, ist, warum und wie du es tust.“

Viele Ihrer Lieder sind Jahrzehnte alt. Wie wurden sie durch politische und gesellschaftliche Ereignisse verändert?

Damals, in den Sechzigern, als ich mit meiner Musik begann, rückten viele Menschen zusammen. Die Menschen wollten Frieden. Davon profitieren wir bis heute. Das ist auch der Musik zu verdanken. Die wird von jungen Menschen heute natürlich ganz anders interpretiert, aber genau das sorgt ja dafür, dass sie auf ewig jung bleibt.

Ist Musik eine universelle Sprache?

Ja! Es ist die Sprache der Seele, welche die Menschen auch ohne Worte vereint. Menschen, die dieselbe Musik hören, teilen etwas Fundamentales. Musik ist für mich wie ein Schlüssel zu den Herzen aller Menschen.

Sie wuchsen in der Welt des Films auf. Dennoch wollten Sie Sängerin werden.

Richtig, ich bewunderte viele Schauspielerinnen, doch erst die Musik gab mir die Freiheit zu träumen. Als junges Mädchen war ich extrem schüchtern, doch aus irgendeinem Grunde konnte ich das vergessen, sobald ich sang.

Nana Mouskouri: 21. November, 20 Uhr, Liederhalle, 07 11 / 550 660 77

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