Insgesamt 1,6 Millionen Euro investiert der neue Betreiber, die GDW Süd, in die Modernisierung der Cap-Märkte in Unter- und Obertürkheim. Nicht nur ein freundlicheres Ambiente, sondern auch ein verbessertes Angebot soll mehr Kunden anlocken.
Die Zukunft der Cap-Märkte in Unter- und Obertürkheim scheint gesichert. Das hat Thomas Heckmann, Vorstand der Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd (GDW) in der vergangenen Sitzung des Bezirksbeirats Untertürkheim deutlich gemacht. Insgesamt 1,6 Millionen Euro investiert der neue Betreiber in die Modernisierung der beiden Supermärkte. In Untertürkheim soll der Umbau im Juli, Anfang August erfolgen, zudem übernimmt der Nahversorger die Postfiliale. Obertürkheim soll dann im Herbst folgen.
Nahversorgung und Arbeitsplätze für behinderte Menschen
Der bundesweite Franchise-Geber für das Cap-Markt-System hat mit seiner Tochtergesellschaft, dem gemeinnützigen Inklusionsunternehmen GFA Süd, im September vergangenen Jahres die Supermärkte von der Caritas übernommen. Ziel ist es natürlich, auf der einen Seite die Nahversorgung vor Ort zu sichern. Auf der anderen Seite steht aber weiter die Philosophie im Mittelpunkt, die sich hinter den inzwischen 105 Cap-Märkten in Deutschland verbirgt: So sollen für Menschen mit Behinderung geeignete Arbeitsplätze geschaffen und auf Dauer gesichert werden. Derzeit gibt es in Unter- und Obertürkheim rund 25 derartige Stellen. „Wir benötigen aber noch dringend weiter geeignetes Fachpersonal“, warb Heckmann.
Neues, kundenfreundliches Ambiente
Nach ersten Verschönerungsmaßnahmen – unter anderem hellere Farben und neue LED-Leuchten – zu Beginn, ist nun eine komplette Modernisierung vorgesehen. Insgesamt 1,6 Millionen Euro investiert die GFA Süd in beide Standorte. Vor allem energetisch sollen die Märkte auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden, „um die hohen Strom- und Energiekosten zu senken“, betonte Heckmann. Beginnen wolle man im Juli oder Anfang August in Untertürkheim. Aber auch optisch werden die Cap-Märkte ein modernes Ambiente erhalten. „Wir werden den kompletten Boden, alle Regale und Kühltruhen erneuern.“ Zudem soll eine neue Obst- und Gemüsetheke eingerichtet werden sowie eine neue Tabaktheke entstehen. „Alles in einem gewissen Industrie-Style, der im Hinblick auf Daimler auch zu Untertürkheim passt“, versprach Heckmann. Entgegen der ersten Annahmen sollen die Märkte unter laufendem Betrieb modernisiert und nicht geschlossen werden. Bereits während der ersten Verschönerungsmaßnahmen hatte das zu einem Aufschrei geführt. „Aber rund vier bis sechs Wochen wird es vermutlich ein verkleinertes Sortiment geben“ , sagte Heckmann. Aber eben nur zeitlich befristet.
Postfiliale zieht in Untertürkheimer Supermarkt
Auch das Angebot soll in Zukunft den Bedürfnissen angepasst und ausgeweitet werden. Unter anderem soll das Sortiment verstärkt vegetarische und vegane Produkte enthalten. Zudem will man die Zusammenarbeit mit örtlichen Erzeugern – wie den Weingütern – ausbauen. In Corona-Zeiten habe sich gezeigt, dass die Kunden verstärkt auf Regionalität setzen, und auf kurze Wege zum Einkaufen. „Diese kleinen Märkte vor Ort waren die großen Gewinner der Pandemie.“ Und nicht zuletzt soll der Lieferservice bis Ende 2023 deutlich ausgeweitet werden.
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Insofern hofft Heckmann, durch die Maßnahmen in Zukunft noch mehr Kundschaft gewinnen zu können. Ein Quotenbringer könnte dabei auch die neue Postfiliale im Cap-Markt Untertürkheim sein. Bereits ab 18. Juli wird diese im ehemaligen Bereich der Metzgerei ihre Pforten öffnen. Ob Brief- oder Postversand, es werde das gesamte Spektrum angeboten, außer Postbank-Dienstleistungen. „Und zwar während der gesamten Öffnungszeit des Supermarkts“, stellte der Vorstand unmissverständlich klar.
Keine Berührungsängste mit möglicher Aldi-Filiale
Der Umbau in Obertürkheim soll dann erst im Herbst erfolgen, da vorher noch einige Unklarheiten beseitigt werden müssten. „Aber auch dort wird die Modernisierung auf jeden Fall in diesem Jahr vonstatten gehen“, versprach Heckmann.
Die Zukunft der Cap-Märkte sieht der Betreiber als gesichert, selbst wenn auf dem ehemaligen Post-Areal in Untertürkheim wie geplant ein Aldi-Discounter gebaut werden sollte. „Ich habe auch nie verstanden, warum eine Art von Drohgebärden aufgebaut wurden, dass der Aldi-Discounter in einigen Jahren das Ende des Cap-Markts in Untertürkheim bedeuten würde. Und der Standort in Obertürkheim gleich mit ins Verderben gerissen würde“, machte Heckmann deutlich. Vielmehr stelle man sich dem Mitbewerber. Mit rund 20 Prozent Verlust rechnet der erfahrene Einzelhändler, wenn der Billig-Discounter dann seine Pforten öffnet. „Wir haben das durchgerechnet und können auch dann überleben“, ist Heckmann überzeugt. Deshalb wurden die Pachtverträge für beide Märkte auch gleich um zehn Jahre verlängert. „Es ergibt schließlich nur Sinn, so viel Geld zu investieren, wenn auch eine langfristige Sicherheit gegeben ist.“
Fördermittel der Stadt
Unterstützung erhält der Betreiber auch vonseiten der Stadt. „Uns ist natürlich daran gelegen die wichtigen Anlaufpunkte für die Nahversorgung in den Stadtbezirken erhalten zu können“, betonte Stadtteilmanager Elias Henrich. In Untertürkheim kommt Geld aus dem Förderprogramm zur Revitalisierung von Ladenlokalen, in Obertürkheim steht dafür das Förderprogramm Nahversorgung konkret zur Verfügung. Die Höhe der Zuwendungen ist derzeit noch offen, „wir befinden uns in den letzten Abstimmungsgesprächen“, erklärte Henrich. Für die Zukunft der Cap-Märkte.