Die Stadt will den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs. Und einen attraktiveren ZOB. Doch ihr fehlt das Geld dafür.
Plochingen - Vier Punkte sind dem Plochinger Gemeinderat in seiner Stellungnahme ans Landratsamt zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans wichtig. Allen voran: der Bahnhof, den die Stadt mit seinem Umfeld, vor allem dem daneben liegenden Zentralen Omnibusbahnhof, zur Mobilitätszentrale weiterentwickeln will.
Die Stadt regt deshalb an, dass in der Fortschreibung auch konkrete Ausbauziele für die Verknüpfung von Mobilitätspunkten formuliert und die Maßnahmen dafür mit einem Förderprogramm des Landkreises unterstützt werden. Zurecht verweise der Landkreis darauf, dass im Plochinger Bahnhof „bezüglich der Zugänglichkeit der Bahnsteige dringender Handlungsbedarf“ bestehe, heißt es weiter in der Stellungnahme. Der barrierefrei Ausbau „des wichtigsten Eisenbahnknotenpunkts im Landkreis“ sei ein wichtiges kommunalpolitisches Ziel. Allerdings würden die meisten Fahrgäste in Plochingen nur um- und nicht aus- oder einsteigen. Doch die Aufnahme in das neue Bahnhofmodernisierungsprogramm von Bahn und Land sei für Plochingen immer noch mit einem Eigenanteil von 1,2 bis 1,3 Millionen Euro verbunden. Es sei aber ungewiss, ob man diese Aufgabe als Kleinstadt in Anbetracht der 48,2 Millionen schweren Sanierung des Gymnasiums in den kommenden Jahren auch noch schaffe. „Die Stadt Plochingen beantragt deshalb, das sich der Landkreis in seiner Gesamtverantwortung für alle Einwohner im gesamten Kreisgebiet mit einem angemessenen Finanzierungsbeitrag beteiligt“, steht weiter in dem Brief aus Plochingen ans Landratsamt.
Außerdem unterstützt die Stadt Plochingen Überlegungen aus Denkendorf und Neuhausen, die bestehende Buslinie 121 statt zum Bahnhof Oberesslingen künftig über Deizisau zum Bahnhof Plochingen zu führen. Sie resultieren aus dem Antrag der Plochinger OGL, eine neue Expressbuslinie von Plochingen über die Filder auf den Flughafen einzurichten, den die Stadt gemeinsam mit Deizisau, Denkendorf, Neuhausen und Filderstadt vom Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart (VWI) näher hatte untersuchen lassen. Das war laut dem Plochinger Bürgermeister Frank Buß jedoch zu dem Schluss gekommen, dass die Linie „nur eine geringe verkehrliche Wirkung“, dafür aber hohe Kosten und kaum einen Zeitgewinn mit sich brächte. Obwohl die Plochinger Grünen diese Interpretation des Gutachtens nicht teilten, ließen sie sich „jetzt erst einmal auf die Linie 121 ein“, erklärte ein enttäuschter Peter Blitz. „Sofern diese Linie im 30-Minuten-Takt fährt, kann damit ein stabiler Lückenschluss zwischen der S2 in Neuhausen und der S1 in Plochingen geschaffen werden. Für Deizisau besteht die Chance, damit die Anbindung nach Plochingen deutlich zu verbessern“ , heißt es in der Stellungnahme aus Plochingen.
Zudem will der Gemeinderat auf der Buslinie 141 vom Bahnhof hinauf auf den Stumpenhof werktags zwischen 5.32 und 0.32 Uhr einen lückenlosen 15-Minuten-Takt. Und er wünscht sich, dass sich der Landkreis beim VVS für eine strukturelle Verbesserung des Kurzstreckentickets einsetzt. Plochingen hat zwar das Stadtticket eingeführt, hält es für eine Kleinstadt seiner Größe aber nicht für optimal, mehr Menschen in den Bus zu setzen.