150 Jahre Stuttgarter Straßenbahnen Historischer Straßenbahn-Korso in der Stadt

Von Konstantin Schwarz 

Die Straßenbahnwelt  öffnet zum Jubiläumsfest der SSB wieder. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Straßenbahnwelt öffnet zum Jubiläumsfest der SSB wieder. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Stuttgarter Straßenbahnen feiern am Wochenende, 28 und 19. Juni, ihr großes Jubiläumsfest. Das Museum in Bad Cannstatt öffnet mit einer neuen Ausstellung wieder. Es gibt Sonderfahrten und einen besonderen Korso.

Stuttgart - DieStuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) läutet an diesem Wochenende den zweiten Teil ihres Jubiläumsjahres ein. Der Betrieb besteht seit 1868. Dem 2 PS-Zweispänner schwor er aber bald ab, 1895 fuhr die erste elektrische Bahn. Die eindrucks- und wechselvolle Geschichte dokumentiert der Betrieb in seinem Museum, das er zusammen mit dem Verein Stuttgarter Historische Straßenbahnen e.V. seit 2009 im Veielbrunnenweg 3 betreibt. Nach einem Umbau öffnet es im historischen Depot von 1929 an diesem Wochenende am Samstag und Sonntag bei freiem Eintritt von 10 bis 17 Uhr wieder. In der Ausstellung geht es dabei um die Themen Unternehmensentwicklung, Liniennetzentwicklung des Schienenverkehrs und um die Omnibus-und Sozialgeschichte des Betriebes.

Ausstellung am Tiefbahnsteig

Vor allem auch den letzten Punkt beschreibt Nikolaus Niederich in seinem Jubiläumsbuch. Der Historiker und Politologe, Sohn eines Straßenbahners, hatte schon seine Magisterarbeit und seine Promotionsschrift („Stadtentwicklung und Nahverkehr – Stuttgart und seine Straßenbahnen 1868-1918“) den SSB gewidmet. Sein Jubiläumsbuch (Menschen beweg(ten Menschen) ist für 39,90 Euro im Handel. Das Museum hat sonst jeden Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, aber nicht zum Wasen, der Eintritt liegt bei fünf, für Kinder bei 3,50 Euro.

Nicht nur im Museum, auch in der täglich stark frequentierten Haltestelle Charlottenplatz, von 1962 bis 1966 als großer unterirdischer Knotenpunkt erbaut, beschreiben die Stuttgarter Straßenbahnen von Samstag an mit einer Ausstellung am Tiefbahnsteig ihre Geschichte. Das Datum ist bewusst gewählt: Der 28. Juli 1868 war der erste Betriebstag der Stuttgarter Pferdebahn, also die Geburtsstunde der SSB.

16 Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen

Einen wohl einmaligen Korso bietet der Verein Stuttgarter Historische Straßenbahnen am Sonntag auf. Von 11 bis 12 Uhr sind insgesamt 16 Fahrzeuge aus verschiedenen Epochen zwischen den Haltestellen Bubenbad und der Heidehofstraße zu sehen. Um 12 Uhr setzt sich der Tross in Bewegung und wird am Eugensplatz vorbeirollen. Während der Korso rollt, werden Stadtbahnen der Linie U 15 über die Waldau geleitet.

Die historischen Vehikel der SSB werden am Wochenende nicht nur von außen zu sehen sein. Die Sonderlinie A mit historischen Bussen fährt am Samstag von 11.45 bis 15.45 und am Sonntag von 9 bis 16.15 Uhr zwischen Museum und Charlottenplatz, die Straßenbahn-Oldtimterlinie zur Ruhbank am Samstag von 10.32 bis 15.02 und Sonntag von 9 bis 16.02 Uhr. Die Fahrpreise liegen jeweils für Erwachsene bei 4,50, ermäßigt bei 3,50 Euro, die Familienkarte bei 9,50 Euro. Zusätzlich gibt es kurze Rundfahrten mit einem Triebwagen aus dem Jahr 1904 und geführte Sonderfahrten vom Museum zum Betriebshof in Gaisburg.

Das Busseum rollt weiter

Auch nach diesem Jubiläumswochenende feiert die SSB weiter. Das „Busseum“, ein für rund 30 000 Euro umgebauter und mit SSB-Geschichte(n) gefüllter Bus, wird bis Ende Oktober durch die Stadtteile und Nachbarstädte fahren. Am 19. August macht er in Sillenbuch Station, im September am 2. in Wangen, am 8. in Remseck, am 16. in Vaihingen, am 23. in Stammheim und am 30. in Bad Cannstatt. Nach der Sommerpause am 21. September steigt mit geladenen Gästen auch der Festakt zum 150-jährigen Bestehen. Und am 22. September geben die Stuttgarter Philharmoniker Antonín Dvoráks Sinfonie aus der Nueen Welt in der Straßenbahnwelt. Karten dazu (39/25 Euro) gibt es über Easy Ticket.

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