Nach Rohr fährt der Bus künftig häufiger, zur Uni aber nicht. Foto: Archiv A. Kratz

Von den Taktverdichtungen auf den Linien 72 und 82 profitieren auch die Stadtbezirke Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Möhringen. Manche Stadtteile gehen aber leer aus.

Vaihingen/Möhringen - Im Rahmen des „Bündnisses für Mobilität“ haben die Gemeinderatsfraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SPD festgelegt, bei den Buslinien der SSB schnelle Verbesserungen umzusetzen. Darüber informieren die drei Fraktionen in einer Pressemitteilung. Sie seien bereit, hierfür jährlich den Betrag von einer Million Euro zu investieren, heißt es. Und weiter steht dort: „Damit soll nicht nur das Angebot einzelner Buslinien ausgebaut, sondern vor allem auch im gesamten Stadtgebiet eine attraktivere Taktverdichtung erreicht werden.“

Auch die Filderebene profitiert davon. So soll es eine sogenannte Verstärkerlinie für den 72er geben. Das bedeutet, dass die Busse zunächst wie gewohnt alle 20 Minuten auf ihrer Linie unterwegs sind. In den Hauptverkehrszeiten aber, also morgens und nachmittags, verkehrt zwischen dem Bahnhof und der Märchensiedlung ein zusätzlicher Bus, und zwar zeitversetzt alle 20 Minuten zur normalen Linie. So entsteht in diesen Stoßzeiten für die Möhringer ein Zehn-Minuten-Takt. Hinzu kommt, dass die Verstärkerlinie sozusagen eine Runde durch die Märchensiedlung dreht. Das soll vor allem den dortigen Familien mit ihren Kindern zugute kommen. Der Fasanenhof allerdings geht leer aus.

Sechs Vorschläge für Verbesserungen

Die Buslinie 82 in Vaihingen erhält in den Hauptverkehrszeiten morgens und am Nachmittag ebenfalls einen Zehn-Minuten-Takt. Allerdings nur im südlichen Streckenabschnitt zwischen Rohr, der Rohrer Höhe und dem Vaihinger Bahnhof. Damit wird eine zentrale Forderung des Jugendrates umgesetzt. Auch der Bezirksbeirat hatte das immer wieder gefordert. Die Menschen im Dachswald profitieren nicht.

Insgesamt macht das Bündnis sechs Vorschläge für Verbesserungen. Die drei Stadträte und Mitglieder im SSB-Aufsichtsrat Jürgen Sauer (CDU), Jochen Stopper (Bündnis 90/Die Grünen) und Martin Körner (SPD) erklären dazu: „Mit diesem Maßnahmenpaket werden langjährige Forderungen aus den Stadtbezirken sowie aus der Bürgerbeteiligung zum Nahverkehrsplan erfüllt, die auch von der SSB entsprechend priorisiert worden sind.“ Die sechs angebotsorientierten Vorschläge würden den bestehenden Buslinienverkehr verdichten und zum Teil neue Routen im ÖPNV-Netz eröffnen. Dies trage dazu bei, Streckenabschnitte mit hohem Fahrgastaufkommen spürbar zu entlasten.

Verbesserungen gelten zunächst zwei Jahre

„Gemeinsam mit den Angebotsverbesserungen bei der Stadtbahn, die in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden, führen die neuen Maßnahmen im Busverkehr bereits zum kommenden Fahrplanwechsel im Dezember zu spürbaren Verbesserungen im ÖPNV-Angebot“, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter steht dort: „Damit kann der öffentliche Personennahverkehr seiner Rolle als Rückgrat nachhaltiger Mobilität in unserer Stadt noch besser gerecht werden.“

Die Verbesserungen sollen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember in Kraft treten. Zuvor muss die Verwaltung aber noch eine Vorlage erarbeiten. „Bei einer Investition von einer Million Euro ist das zwingend erforderlich“, sagt Sauer. Er erklärt: „Die eine Million Euro sind städtisches Geld. Das belastet den Wirtschaftsplan der SSB nicht.“ Der Gemeinderat muss die Vorlage abnicken. Eine Mehrheit ist aber sicher, weil sich CDU, SPD und Grüne bereits einig sind. Sauer geht davon aus, dass auch die übrigen Fraktionen dem Maßnahmenkatalog aufgeschlossen gegenüber stehen. Auch der Aufsichtsrat der SSB muss noch zustimmen. Die Verbesserungen gelten zunächst für eine Pilotphase von zwei Jahren. „Wenn sich die Maßnahme bewährt, dann kann man das auch verstetigen und ausweiten“, sagt Sauer. Dann kommen vielleicht auch der Fasanenhof und der Dachswald oder die Universität in den Genuss einer Taktverdichtung.

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