Elektrobusse der SSB beim Laden im Betriebshof in Möhringen. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Trotz knapper Kassen unterstützt Stuttgart die teure Umstellung der SSB-Busflotte auf emissionsarme Wasserstoff- und Batteriebusse – Millionen fließen in Fahrzeuge und Infrastruktur.

Die Umstellung der Linienbusflotte der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) auf Fahrzeuge die wenig oder gar keine Schadstoffe ausstoßen, ist ein Millionenprojekt. Eine Mehrheit im Rathaus hält aber auch in Zeiten leerer Kassen dem städtischen Nahverkehrsunternehmen die Stange.

 

Die Stadt wird einen Teil der Kosten übernehmen, die beim Kauf von Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenbussen und Batteriebussen entstanden sind. Bereits im Doppelhaushalt 2022/2023, zu einer Zeit als die Stadt noch keine Geldsorgen hatte, reservierte der Gemeinderat für die Flottenumstellung rund 15 Millionen Euro. Von diesem fest disponierten Mitteln rufen die SSB nun 3,3 Millionen Euro ab. Die Gemeinderäte des Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik haben am Dienstag diesen Betrag freigegeben.

SSB: Hohe Kosten für neue Öko-Busflotte

Trotz Förderung durch die Stadt und das Land bleibt an den SSB noch knapp die Hälfte des namhaften Betrags hängen, der für die umweltfreundlicheren Busse fällig wird. Als Faustfomel gilt: ein herkömmlicher Dieselbus schlägt nur mit der Hälfte dessen zu Buche, was für die Busse mit innovativen Antriebsformen fällig wird. So kostet ein Brennstoffzellenbus 886 800 Euro. Vom Land kommen 139.600, die Stadt schießt 333 850 Euro zu. Bleiben unterm Strich mehr als 410 000 Euro, die die SSB selbst stemmen müssen.

Noch stärker ist die Belastung des städtischen Nahvekehrsunternehmens beim Kauf der Batteriebusse. Eines dieser Fahrzeuge kostet 840 950 Euro, nach Abzug der Zuschüsse von Land und Stadt müssen die SSB mehr als die Hälfte der Kosten tragen – 430 950 Euro. Für die reinen E-Busse bauen die SSB an ihren Standorten in Möhringen und Gaisburg die nötige Ladeinfrastruktur auf. Dafür macht die Stadt Zuschüsse in Höhe von 1,3 Millionen Euro locker.

Wo entstehen Ladestationen für die Busse?

Unklar ist noch, wieviele Lademöglichkeiten es im Netz abseits der Betriebshöfe geben wird und wo sie realisiert werden. Das sei „Gegenstand zukünftiger Detailplanungen“, heißt es in dem Papier, über das die Stadträte am Dienstag abgestimmt haben.

Auch an einer eher unerwarteten Stelle in den SSB-Abläufen verursacht die Einführung der elektrischen Busse nochmals Kosten. Die Software, mit deren Hilfe heute der Einsatz der herkömmlich angetriebene Busse geplant wird, kann mit einigen Spezifika der neuen Antriebsform nicht umgehen. Dazu gehört etwa die geringere Reichweite, der Zeitbedarf fürs Laden und der im Jahresverlauf schwankende Energiebedarf der Busse. Die SSB wollen sich dafür zunächst mit einer Interimslösung behelfen, die Stadt steuert 150 000 Euro bei.