Start der VVS-Tarifreform im April: Die Erwartungen wurden bisher erfüllt. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Noch nie sind so viele Menschen in der Region Stuttgart mit Bussen und Bahnen gefahren wie im ersten Halbjahr 2019. Der Zuwachs beschert dem VVS aber keine höheren Einnahmen.

Stuttgart - 192 Millionen Fahrten hat der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) von Januar bis Juni 2019 in den Bussen und Bahnen der Region gezählt. Das sind vier Millionen mehr als im ersten Halbjahr 2018. Bei den Fahrkarten, die von der Tarifreform, die am 1. April in Kraft trat, betroffen sind, gab es sogar ein Plus von fast fünf Prozent. Diese VVS-Halbjahresbilanz beweist für Stuttgarts OB Fritz Kuhn (Grüne), der auch VVS-Aufsichtsratschef ist, dass „die Tarifreform wirkt“. Es sei nun „wesentlich einfacher, die Bahnen und Busse zu nutzen“, sagte er: „Der Trend stimmt.“ Seit der Tarifreform gibt es statt mehr als 50 Zonen nur noch fünf Ringe im VVS-Netz. Das vereinfachte einerseits das System, andererseits verbilligte es viele Fahrten. In der Stadt Stuttgart gibt es seither statt zwei nur noch eine Tarifzone.

Deutliche Zuwächse im Berufsverkehr

„Wir liegen im Rahmen unserer Erwartungen“, sagte VVS-Geschäftsführer Horst Stammler, „wir hoffen, dass das Wachstum anhält und sich noch beschleunigt.“ Die Sommermonate gelten traditionell als eher schwach, im Winterhalbjahr nutzen mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr. Während es im Berufsverkehr deutlich Zuwächse gibt, macht der Ausbildungsverkehr dem VVS sorgen. „Die Zahl der Schüler und Studenten sinkt stetig“, sagt Stammler.

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Weil 2019 auf Tariferhöhungen verzichtet wurde und viele Fahrten seit der Tarifreform günstiger sind, nahm der VVS zehn Millionen Euro weniger ein. Ob der Zuschuss von Land, Kreisen und Stadt Stuttgart für die Tarifreform von jährlich 42 Millionen Euro ausreicht, um die Mindereinnahmen zu decken, sei noch offen, so Stammler. Dies ist entscheidend dafür, ob es 2020 zu Tariferhöhung kommt oder nicht. Diese Debatte werde geführt, wenn genauere Zahlen vorliegen, sagte Kuhn: „Wir müssen die Folgen der Tarifreform quantifizieren können.“

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