Eine neue Buslinie startet in Leonberg. Sie schließt Lücken und bietet Höfingen sowie dem Haldengebiet erstmals einen Viertelstundentakt zum Bahnhof.
Aus der Not wird eine Tugend: In Leonberg werden Höfingen, Gebersheim und das Haldengebiet werden seit Montag besser durch den Busverkehr angebunden. Die neue Buslinie 656 ersetzt die entfallene Verbindung der Linie 643 und schließt die Verbindungslücke zwischen Höfingen und Gebersheim.
Dabei hatte es ursprünglich nicht gut ausgesehen: Der Landkreis Böblingen, der seit geraumer Zeit den Nahverkehr im Leonberger Stadtgebiet durchführt, hatte die Linie 643, die das Haldengebiet mit dem Bahnhof verbunden hat, zum Jahreswechsel gestrichen. Dagegen regte sich harscher Protest.
Die Stadt Leonberg gab eine Expertise in Auftrag. Darin wird eine Streckenführung aufgezeigt, die aus der Kernstadt über Höfingen und Gebersheim führt. Die beiden Nachbar-Stadtteile hatten bisher keine Direktverbindung.
Neu: im Viertelstundentakt während der Woche zum Bahnhof
Im Haldengebiet fährt die Linie künftig in die Gotthold-Ege-Straße und bedient entlang der Hoffmannstraße stündlich die Haltestellen „Korntaler Straße“ sowie „Walter-Helmes-Weg“. Eine Führung über die Heinrich-Längerer-Straße hatte sich im Planungsprozess als nicht umsetzbar erwiesen, insbesondere aufgrund der örtlichen Straßenverhältnisse und fehlender Ausweichmöglichkeiten. Stattdessen stehen die Haltestellen „Feuerbacher Straße“ und „Strohgäustraße“ zur Verfügung.
In Höfingen orientiert sich die neue Buslinie am Verlauf der bestehenden Linie 651 und bedient mit Ausnahme des Stopps „Elsa-Brändström-Straße“ alle Haltestellen im Stadtteil. Dadurch können bei entsprechender Nachfrage auf der neuen Linie zukünftig auch Standardbusse eingesetzt und die vorhandene Infrastruktur genutzt werden. Das sind die Voraussetzungen für einen verlässlichen Takt und einen wirtschaftlichen Betrieb.
Mit der neuen Linie 656 entstehe eine Verbindung, die bewusst auf Alltagstauglichkeit ausgelegt ist, heißt es bei den zuständigen Stadtwerken. Sie schließt eine Taktlücke und bringt montags bis freitags für Höfingen und das Haldengebiet erstmals einen durchgehenden Viertelstundentakt von circa 6 bis 20.45 Uhr, sodass für die Stadtteile an jede S-Bahn Anschluss von und nach Stuttgart besteht.
Drei neue Haltestellen – und ein Test über drei Jahre
Gleichzeitig werden erstmals die Wohn- und Freizeitflächen um die Gebersheimer Gäublickhalle durch drei neue Haltestellen („Dobelstraße 50“, „Gäublickhalle“ sowie „Schafstraße“) im Stundentakt erschlossen. Die Fahrpläne sind in der Fahrplanauskunft des Verkehrsverbund VVS einsehbar.
„Die Linie 656 wird für die Stadtteile eine spürbare Verbesserung im Alltag darstellen“, zeigt sich Frank Mildenberger, der Geschäftsführer der Stadtwerke Leonberg, zufrieden. Der Betrieb soll nun drei Jahre getestet werden. Sollte die neue Linie ein Erfolgsmodell werden, könnte auch mit dem Landkreis über eine Kostenbeteiligung verhandelt werden.