Die Stadt will Bussen mehr Vorrang einräumen, damit sie nicht im dichten Verkehr stecken bleiben. Das gehört zum neuen Konzept dazu. Foto: Norbert J. Leven

Der Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen begrüßt geplante Verbesserungen im städtischen Nahverkehr.

Leinfelden-Echterdingen - Drei Wochen nach der ersten öffentlichen Vorstellung im Technischen Ausschuss hat der Gemeinderat der Stadt Leinfelden-Echterdingen am Dienstag die gemeinsam mit der Nachbarstadt Filderstadt entwickelten Verbesserungen im Busliniennetz einstimmig beschlossen. Die Veränderungen werden in eine sogenannte Bündelausschreibung aufgenommen. Der Landkreis Esslingen schreibt den Busverkehr neu aus. Die Veränderungen greifen deshalb erst zum Winterfahrplan 2018.

Die Stadträte lobten unisono das vom Filderstädter Büro Praxl entwickelte Konzept als „mutig und zukunftsweisend“, wie es der SPD-Stadtrat Jens Zellmer ausdrückte. Positiv nahmen die Kommunalpolitiker auch zur Kenntnis, dass wohl auch die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) über eine Finanzspritze nachdenkt. Der für den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt zuständige Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell hatte von „positiven Signalen“ aus der Chefetage der FSG berichtet. Der Airport profitiert von einem Ringbusverkehr, der Bernhausen, Echterdingen und den Flughafen in gegenläufigen Kursen im Halbstundentakt bedienen soll.

Fahrzeit sinkt deutlich

Als weitere wesentliche Vorteile der Änderungen im Busnetz gelten wie bereits berichtet die Anbindung des Gewerbegebiets an der Sielminger Straße in Stetten und deutliche Fahrzeitverkürzungen. So werde die Fahrt zwischen Musberg und Stetten in Zukunft von 39 auf 22 Minuten sinken. „Das sind Verbesserungen, die der Fahrgast spürt“, sagte Steffen Eckert vom Büro Praxl. Die Laufzeit der neuen Verträge mit Busunternehmen werde voraussichtlich acht Jahre betragen, sagte der Ordnungsamtsleiter Gerd Maier auf Nachfrage der Grünen-Faktionsvorsitzenden Ingrid Grischtschenko.

Zur Flexibilität äußerte sich Maier zurückhaltend. Sogenannte Zubestellungen seien aber später möglich. Ausgeschlossen hat Maier wegen der Kosten einen Bus zu den Supermärkten an der Maybachstraße in Leinfelden, für den Claudia Moosmann (Filderpiraten) plädiert hatte.

In Zukunft autonom?

„Die Zukunft des Busverkehrs ist nicht so weit weg“, antwortete Eckert auf eine Frage von Klaus Machanek (CDU) nach der Einführung etwa von Assistenzsystemen. Ein französischer Hersteller habe aktuell die Vorstellung eines ersten autonom gesteuerten Busses angekündigt. Um alternative Antriebe solle man sich aber bemühen, regte Wolfgang Haug (LE-Bürger/FDP) angesichts der schlechten Luft an der Hauptstraße in Echterdingen an.

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