Beim Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) wird über eine weitere Anpassung der Ticketpreise beraten. Eine Entscheidung könnte Ende Januar fallen.
Auf die Fahrgäste von Bus und Bahn in der Region Stuttgart kommt der nächste Preissprung zu. Hinter den Kulissen wird beim Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) über den Umfang der abermaligen Preiserhöhung diskutiert. Ende Januar, wenn der Tarifausschuss des VVS tagt, sollte die Zahl feststehen. Danach beraten die politischen Gremien in Stuttgart, in den Landkreisen und beim Regionalverband. Viel zu entscheiden, haben sie aber nicht.
5,9 Prozent stehen im Raum
Schon jetzt sickert durch, wohin die Reise gehen könnte. Im Raum steht eine Preiserhöhung von durchschnittlich 5,9 Prozent für jene Fahrgäste, die bei ihren Reisen mit dem Nahverkehr nicht auf das Deutschland-Ticket setzen. Im Bereich des VVS, der die Stadt Stuttgart und die Kreise Böblingen, Ludwigsburg, Esslingen, Göppingen und Rems-Murr umfasst, ist diese Kundengruppe klar in der Minderheit. 80 Prozent der Fahrten werden mit dem deutschlandweit gültigen Nahverkehrsabo absolviert.
Die anvisierten 5,9 Prozent entsprechen in etwa den Kostensteigerungen, die die Verkehrsunternehmen, die Busse und Bahnen betreiben, zuletzt verzeichnet haben. Laut VVS-Statuten haben sie einen Anspruch darauf, diesen Mehraufwand erstattet zu bekommen. Wer von den VVS-Gesellschaftern aus dem Automatismus ausscheren möchte, die gestiegenen Kosten größtenteils an die Fahrgäste weiterzureichen, muss das Delta aus der eigenen Tasche bezahlen.
Abo-Preise sind zuletzt stark gestiegen
Das gilt auch für das Land Baden-Württemberg, das nach Angaben aus Verhandlungskreisen, die VVS-Tarife lediglich um 4,9 Prozent anheben möchte. Bei den übrigen VVS-Eignern kommt das nicht so gut an. Denn das Land habe keine Probleme damit gehabt, beim Deutschlandticket und beim JugendticketBW zuletzt deutlich höherer Preissprünge zu akzeptieren. Zum Jahreswechsel wurde das deutschlandweite Nahverkehrsabo um 8,6 Prozent teurer, das landesweite Jugendticket gar um 14,2 Prozent.
Im Landesverkehrsministerium wiederum beobachtet man die Preispolitik der Verkehrsverbünde im Land mit Argusaugen. Der dabei besonders gescholtene VVS wehrt sich stets mit dem Verweis darauf, sich mit seiner Preispolitik im Rahmen dessen zu bewegen, was auch in anderen Verbünde bei den Ticketpreisen oben drauf gepackt wird.
Trotz Preiserhöhung Verbesserung für Gruppen?
Aus Verhandlungskreisen weist man daraufhin, dass die 5,9 Prozent ein Durchschnittswert seien. So steige der Preis für das häufig verkaufte Ein-Zonen-Ticket lediglich um 2,9 Prozent. Zudem plane man Verbesserungen: so wird darüber nachgedacht, ob beim Tagesticket künftig die Mitnahme von bis zu drei Kindern erlaubt werden soll.
Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit zeigt, dass die nun diskutierte Tariferhöhung kein Ausreißer wäre, sondern sich in eine Serie spürbarer Preissteigerungen einreiht. Immer wieder hatte der VVS die Fahrpreise erhöht. So stiegen sie zum 1. September 2023 um durchschnittlich 7,5 Prozent, knapp ein Jahr später folgte zum 1. August 2024 ein weiterer Aufschlag von 7,9 Prozent. Auch zum 1. September 2025 wurde an der Preisschraube gedreht – damals mit einem Plus von 5,2 Prozent. Für die verbliebenen Nutzer klassischer VVS-Tickets würde sich damit innerhalb von nur drei Jahren eine erhebliche Mehrbelastung summieren.