In der kommenden Woche will Verdi den druck durch Warnstreiks erhöhen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Verdi macht im Tarifstreit im öffentlichen Dienst mehr Druck: Am 19. April werde in drei Städten im Südwesten der Nahverkehr bestreikt, teilte Verdi am Freitag mit.

Stuttgart - Der anhaltende Tarifstreit im öffentlichen Dienst sorgt auch in Baden-Württemberg für erste Warnstreiks. Die Gewerkschaft Verdi hat dazu aufgerufen, am Dienstag in Karlsruhe, Pforzheim und Baden-Baden im öffentlichen Nahverkehr die Arbeit niederzulegen.

In Pforzheim ist zudem laut Verdi-Landeschefin Leni Breymaier eine Kundgebung geplant. „Ohne unseren öffentlichen Dienst klemmt eine Menge in diesem Land, auch das werden wir in den nächsten Wochen aufzeigen“, sagte Breymaier.

Die Städte Karlsruhe und Baden-Baden planen Ersatzmaßnahmen, um die erwarteten Ausfälle aufzufangen. In Karlsruhe werden sechs Buslinien während des Streiks von Auftragsunternehmen befahren, wie die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) mitteilten.

Branchenübergreifende Arbeitsniederlegung

Auch in Baden-Baden soll es Ersatzbusse geben. Mithilfe des Regionalbusverkehrs und eines Privatunternehmens könnten vier Buslinien am Streiktag fahren, hieß es. Beim Stadtverkehr Pforzheim war zunächst niemand für eine Auskunft zu erreichen.

Der Warnstreik im Nahverkehr ist laut Verdi der Auftakt zu weiteren, branchenübergreifenden Arbeitsniederlegungen. Damit sei in den kommenden Wochen „in allen Bereichen zu rechnen“, kündigte Verdi-Landessprecher Andreas Henke an. Kindertagesstätten könnten Henke zufolge dann ebenfalls betroffen sein.

Bundesweit kam es in den vergangenen Wochen bereits zu zahlreichen Warnstreiks, an denen sich Tausende Beschäftigte beteiligten. Stadtverwaltungen, Kliniken, Kindertagesstätten oder auch Stadtwerke waren betroffen.

Grund ist die fehlende Aussicht auf eine Einigung in den laufenden Tarifverhandlungen. Am Dienstag war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis zuende gegangen. Verdi hatte sich nicht auf das Angebot der Arbeitgeber von rund drei Prozent mehr Geld eingelassen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem sechs Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 28. April beginnen.