Bleiben die Busse zum Schulbeginn in Baden-Württemberg stehen? Foto: dpa

Kommt jetzt auch noch ein Streik der Busfahrer? Nach den Sommerferien drohen im Südwesten unbefristete Streiks im Busverkehr. Mehr als 98 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder hätten sich dafür ausgesprochen.

Kommt jetzt auch noch ein Streik der Busfahrer? Nach den Sommerferien drohen im Südwesten unbefristete Streiks im Busverkehr. Mehr als 98 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder hätten sich dafür ausgesprochen.

Stuttgart - Nach den Sommerferien drohen im Südwesten unbefristete Streiks im Busverkehr. Wenn sich zwischen den Verhandlungspartnern im Tarifkonflikt nichts mehr bewege, sei in der ersten Schulwoche mit Störungen in den Betrieben des privaten Omnibusgewerbes zu rechnen, hieß es am Freitag bei Verdi. Die Arbeitgeber hätten der Gewerkschaft für kommenden Mittwoch neue Verhandlungen angeboten, sagte der Geschäftsführer des Omnibusverbands WBO, Witgar Weber.

Die Gewerkschaftsmitglieder hatten sich Ende Juli in einer Urabstimmung mit mehr als 98 Prozent für einen Arbeitskampf ausgesprochen, um ihre Tarifforderungen durchzusetzen. Hintergrund ist ein monatelanger Streit zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern, der schon vor den Ferien in mehreren Städten im Südwesten zu Warnstreiks geführt hatte.

Die Sondierungsgespräche mit dem Omnibusverband WBO liefen immer noch, sagte ein Verdi-Sprecher. Die Verhandlungen waren im Juli gescheitert. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten eine Gehaltserhöhung von einem Euro pro Stunde und eine monatliche Nahverkehrszulage. Die Arbeitgeber hatten an ihrem Angebot von 4,6 Prozent mehr Lohn für die nächsten zwei Jahre festgehalten.

Von den insgesamt 5000 Beschäftigten im privaten Omnibusgewerbe sind nach Angaben des Verbands schätzungsweise nur etwa zehn Prozent bei Verdi organisiert. Nach Angaben der Gewerkschaft hatten sich an den Warnstreiks Ende Juli immerhin mehr als 1000 Busfahrer von Tuttlingen bis Schwäbisch Hall beteiligt.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird nicht nur von Unternehmen in kommunalem Besitz, sondern auch von privaten Betreibern bedient. In der Hand der öffentlichen Verkehrsunternehmen liegt der Bus- und Bahnverkehr nach Angaben des WBO in Heidelberg, Mannheim, Baden-Baden, Karlsruhe, Freiburg, Ulm, Heilbronn und Stuttgart. In der Fläche - etwa in Reutlingen, Schwäbisch Gmünd und Ludwigsburg - bedienen die privaten Unternehmen die Linien.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: