Am Busbahnhof sind schon Langbusse getestet worden, so ähnlich sieht der BRT-Bus aus.   Foto: Andreas Rosar

In Ludwigsburg soll bundesweit der erste City-Schnellbus fahren. Doch wo bekommt er auch eigene Fahrspuren? Müssen dafür Parkplätze wegfallen? Alle Antworten dazu finden Sie hier.

Ludwigsburg - Es soll ein bundesweites Vorzeigeprojekt werden: Der erste städtische Schnellbus soll von der Ludwigsburger Weststadt bis nach Remseck fahren. Am Stau vorbei ruck, zuck durch die Stadt gondeln, das ist die Vision von Oberbürgermeister Werner Spec (Freie Wähler). Gut 41 Millionen Euro soll das kosten – doch wie genau soll der BRT (Bus Rapid Transit) genannte Doppelgelenkbus fahren, damit er flott durch die Innenstadt kommt.

Wie kommt der Bus durch die Weststadt?

Der Schnellbus startet nach dem Vorschlag der Stadt an der Haltestelle Waldäcker beim Baumarkt Hornbach und bei der Firma Lotter. Hier soll ein sogenannter multimodaler Knotenpunkt entstehen. „Dort soll auch die Bahn nach Markgröningen beginnen“, sagt Tobias Brauer von der Stadtverwaltung. Auf einer eigenen Trasse neben der Mörikestraße soll der Bus bis zur Gänsfußallee fahren, diese Spur dürften auch Anlieger mit ihren Autos nutzen. „Das sind die Anwohner und deren Gäste“, erklärt Karin Brühl, Sprecherin der Stadt.

In der Gänsfußallee fallen an einer Straßenseite die Parkplätze weg, so dass in der Mitte die Busspur entsteht. In der Hoferstraße dürften Busse und Autos in beiden Richtungen fahren – auf dieser Route gibt es keine eigene Busspur mehr. „Wir müssen noch gegenüber dem Land den Nachweis erbringen, dass dies ohne eigene Trasse funktioniert“, sagt der Planer Tobias Brauer. Über den Schillerdurchlass fährt der Bus dann zum Busbahnhof.

Wie fährt der BRT durch die Ludwigsburger City?

Spannend wird es in der Innenstadt. Nach dem Bahnhof ist vorgeschlagen, den Bus durch Myliusstraße und Arsenalstraße zu leiten. Ob diese Bereiche vollständig für den Individualverkehr gesperrt werden, muss noch entschieden werden – wie auch für die anderen Brennpunkte, wo Busspuren entstehen sollen. Die Planer der Stadt schlagen die Sperrung für die Arsenalstraße vor, in der Myliusstraße könnten Anliegerautos verkehren. „Wir müssen Lösungen entwickeln, die auch die Einzelhändler und Arztpraxen berücksichtigen“, sagt Tobias Brauer. Die Wilhelmstraße bleibt für den Bus ein Nadelöhr, hier muss er sich mit Autos die Straße teilen. „Das Wohl des Nahverkehrs hängt nicht von diesem Abschnitt ab“, erklärte der städtische Verkehrsplaner Sascha Behnsen im Gemeinderat.

Wie fährt der Bus durch die Oststadt?

Hat der Schnellbus die B 27 überquert, geht es erst einmal unproblematisch weiter. Denn die Schorndorfer Straße hat heute schon teilweise eine Busspur. Die Stadt will künftig zwei der vier Fahrspuren dauerhaft für den Busverkehr abtrennen und diesen Vorfahrt an Ampeln geben. Dies soll übrigens an 18 weiteren Ampeln im Stadtgebiet der Fall sein. Kurz vor der Kreuzung mit der Neckarstraße und der Oststraße soll es aber noch einmal mit Autos eine kurze Zone Mischverkehr geben.

Und wie geht es nach Remseck?

In der Oststraße gibt es eine Busspur für beide Richtungen, zwischen dem Wohngebiet Fuchshof und der Kornwestheimer Straße hat der Bus wieder eine richtige eigene Trasse. Entlang von Oßweil wird der Straßenraum völlig neu gestaltet, sowohl für Busse als auch Autos und Radfahrer. In Richtung Neckargröningen soll der Schnellbus nach der Kreuzung mit der staulastigen Landesstraße in Richtung Remseck auf einer Spur fahren – ohne den Landwirten Fläche abzuknapsen. „Rechts und links der Landesstraße gibt es noch Freihalteflächen“, sagt Tobias Brauer.

Warum ist der BRT-Schnellbus so teuer?

Die Stadt schlüsselt die Kosten in einer Berechnung erstmals detailliert auf: Gut 28 Millionen Euro wird allein der Straßen- und Tiefbau verschlingen, um Busspuren einzurichten und die Straßen umzugestalten. Dazu kommen 4,8 Millionen Euro für Haltestellen. Weitere 800 000 Euro schlagen dafür zu Buche, die Ampeln umzurüsten, damit die Busse wirklich Vorfahrt haben. Insgesamt sind also 41 Millionen Euro veranschlagt – ohne die nötigen Umbauarbeiten rund um den Busbahnhof.

Wie oft soll der BRT-Bus fahren?

Vorgesehen ist alle 30 Minuten ein BRT-Schnellbus, dazu kommen die schon bestehenden Linien 431, 432 und 433, mit diesen zusammen entsteht ein durchgehender Zehn-Minuten-Takt bis Oßweil. Von dort aus fährt dann alle 15 Minuten ein Bus weiter bis nach Remseck.

Wieviele Fahrgäste nutzen heute schon den Bus?

Nach einer Zählung aus dem Jahr 2015 fahren die meisten Menschen vom Busbahnhof bis zur B 27 über die Wilhelmstraße, das sind gut 17 000 am Tag. Weiter Richtung Oststadt verkehren täglich 9200 Gäste, in Oßweil kommen derzeit noch 1500 Passagiere an. Das ist also die am meisten genutzte Achse in Ludwigsburg, nur noch die Linie in Richtung Neckarweihingen ist mit 7300 Fahrgästen ähnlich viel genutzt.

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