Nahverkehr auf den Fildern So käme die Buslinie 65 schneller von A und B

Von Caroline Holowiecki 

Diese Stelle beim Kreisel in Hedelfingen ist ein Nadelöhr. Foto: Holowiecki
Diese Stelle beim Kreisel in Hedelfingen ist ein Nadelöhr. Foto: Holowiecki

Die Stadt Stuttgart hat sich Umbaumaßnahmen für ein Nadelöhr zwischen Hedelfingen und Heumaden ausgedacht. Dabei hat die Stadt auch die Buslinie 65 im Sinn. Der Bezirksbeirat von Sillenbuch gibt sich allerdings skeptisch.

Sillenbuch - In Hedelfingen läuft es rund um den Kreisverkehr alles andere als rund. Im Jahr 2009 wurde das Rondell am Dürrbachplatz als sogenannter Turbokreisel mit zwei Spuren gebaut, dadurch wurde die Verkehrssituation aber zu einem Unfallschwerpunkt verschlimmbessert. Im Jahr 2011 folgte die Rolle rückwärts in Form eines provisorischen Rückbaus auf nur noch einen Fahrstreifen. Seither staut sich in den Hauptverkehrszeiten der Verkehr aus Richtung Heumaden aber bis zu 400 Meter. Dies betrifft nicht nur Autofahrer. Auch der Bus 65 hängt regelmäßig fest. Bis zu fünf Minuten werden die SSB-Mobile im Fahrplan nach hinten geworfen, Anschlüsse werden nicht erreicht.

Der Bezirksbeirat reagierte verschnupft

Nun soll im großen Stil umgebaut werden. Andreas Hemmerich vom Stadtplanungsamt stellte die Planungen bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung in Sillenbuch vor – nachdem man dort mehr als verschnupft darauf reagiert hatte, bislang nicht beteiligt worden zu sein. Immerhin sind umfangreiche Umbauarbeiten auch auf Sillenbucher beziehungsweise Heumadener Gemarkung geplant.

Der erste große Teil spielt sich indes in Hedelfingen unmittelbar am Kreisverkehr ab. Aus Richtung Heumaden kommend soll eine knapp hundert Meter lange Rad- und Busspur entstehen. Auch soll der einspurige Rückbau im Kreisel optimiert werden. Etwas weiter oben, etwa auf Höhe der Straße Am Wildbädle, soll zudem ein neuer Busstopp samt Fußgängerüberweg entstehen. Die Haltestelle „Lederberg“ noch einmal etwas weiter oben soll barrierefrei umgebaut werden, auch breitere Gehwege sind vorgesehen.

Die Ampel soll den Bus bevorzugen

Die prägnanteste Veränderung soll sich jedoch auf der Hedelfinger Filderauffahrt oberhalb von Lederberg abspielen. Die aktuell überproportional lange Abbiegerspur Richtung Mannspergerstraße soll auf ein Mindestmaß eingedampft werden. Stattdessen soll ab der Ecke Mannspergerstraße 280 Meter bergab eine Busspur gebaut werden, auf der die Linie 65 am Stau, der sich dann mutmaßlich wegen einer neuen Ampel vor der Lederberg-Haarnadelkurve bilden dürfte, vorbeifahren kann. Auch für Radler soll die neue Spur freigegeben werden. Zudem soll eine Spezialampel am oberen Ende der Busspur dem aus Heumaden anfahrenden Bus stets Vorrang gewähren.

Alles in allem ist man im Rathaus überzeugt: Die Zeitverluste der Linie 65 könnten durch die beiden Bus-Rad-Spuren vollumfänglich minimiert werden, und der tägliche Stau würde durch die neue Ampel vor der Spitzkehre in den anbaufreien Bereich verlagert, was die Luftqualität und den Verkehrsfluss in der Ortsdurchfahrt Hedelfingen verbessern soll.

Etwa 2,5 Millionen wird dieses Maßnahmenpaket kosten, erklärte Andreas Hemmerich, „das Tiefbauamt hat das schon für den Doppelhaushalt 2018/19 auf seine Wunschliste gesetzt“. Und der Hedelfinger Bezirksbeirat hat den Planungen bereits im März einhellig seinen Segen gegeben.

Für Sillenbuch sei das nicht zielführend

In Sillenbuch jedoch ist von Begeisterung wenig zu spüren. Vor allem Philipp Kordowich (CDU) sieht darin einen Versuch, die Verkehrsprobleme aus dem Hedelfinger Tal auf die Sillenbucher Höhe zu verlagern, und auch Knut Krüger (FDP) findet: „Für uns als Sillenbucher ist das nicht zielführend.“ Außerdem befürchtet Philipp Kordowich, dass der Schleichverkehr durch Alt-Heumaden zunehmen könnte. Wo er und Ulrich Storz (SPD) sich einig sind: Erst muss die SSB die Karten auf den Tisch legen, ob Heumaden mittelfristig weiterhin durch die Linie 65 angefahren werden soll oder ob die Schnelllinie künftig auf der Hedelfinger Filderauffahrt daran vorbeifahren wird, „sonst steht der Bus künftig im Stau, wenn Sie da eine Ampel machen“, mahnte der Sozialdemokrat. Seine Forderung: „Zuerst soll die 65er-Frage diskutiert werden, dann die Ampelfrage.“ Dementsprechend fiel auch die Abstimmung aus: Sieben von elf Sillenbucher Räten lehnten die Pläne für die Umgestaltung auf der Filderauffahrt ab. Im Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Technik soll das Ganze am 30. Mai aufschlagen.

Redaktion Sillenbuch

Ansprechpartnerinnen
Judith A. Sägesser und Julia Bosch
sillenbuch@stz.zgs.de

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