Die Stadt gilt wegen ihrer Architektur – wie hier die Festung Marienberg – als „deutsches Prag“. Foto: dpa

Da geht’s lang! Der VfB Stuttgart tingelt künftig durch die zweite Fußball-Bundesliga – wir sind dabei. In völlig subjektiven Betrachtungen stellen wir die künftigen Spielorte vor. Heute: Würzburg.

Würzburg - Die ganze Schwere des Zweitliga-Abstiegs dürfte manchem VfB-Fan wohl erst bewusst werden, wenn er demnächst vor der Würzburger „Flyer-alarm-Arena“ steht: Gerade erst hatten die Unterfranken ihre bescheidene Spielstätte mit Müh und Not in Drittliga-Form gebracht (Flutlicht suchte man zuvor vergebens), nun müssen schon wieder neue Ränge her. Den Würzburgern ist ein handfestes Fußball-Wunder gelungen: Bis zum Sommer 2015 spielten sie noch in der Regionalliga vor durchschnittlich 300 Zuschauern. Nun gelang den Kickers als erster Mannschaft nach RB Leipzig der Durchmarsch in die Zweite Liga. Und das ohne Großsponsor – dafür aber mit einer „unglaublichen Reife“, wie manch ein Kommentator staunte.

Von einer ausgeprägten Fankultur wird das Würzburger Wunder nicht getragen. Auf den Rängen fand sich zuletzt eine bunte Mischung aus Senioren samt Enkeln, Gymnasiasten und ein paar lokalen Würdenträgern – allesamt geeint durch freudige Ungläubigkeit. Dem VfB-Fan droht in der gemütlichen Universitätsstadt also kaum Ungemach vonseiten fränkischer Ultras. So kann er entspannt die malerische Altstadt samt Residenz und Festung begutachten: Nicht umsonst schwärmen touristische Heerscharen vom „deutschen Prag“. Auch ein Glas Schoppen sei ihm ans Herz gelegt, einen Viertelliter fränkischen Weißweins also, der über Bundesgrenzen hinaus einen exzellenten Ruf genießt. Mit etwas Bocksbeutel im Blut wird dann auch der Anblick der Flyeralarm-Arena erträglicher.

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