Das Team Heldele hat sich auf die Finalrunde bestens vorbereitet. Foto: privat

Ein Team aus Salach ist um die Lego-League-Europameisterschaft im ungarischen Debrecen angetreten. Am Ende einer nervenaufreibenden Materialschlacht stand in einer der drei Teildisziplinen Platz sechs.

Debrecen - Es ist die sozusagen die Championsleague im Spiel mit Legosteinen. Wer hier unter die besten Acht kommt, dem winkt eine Einladung nach Teneriffa oder St. Louis (USA), zu den inoffiziellen Weltturnieren im Legobauen. Weltweit nehmen an der First Lego League rund 233 000 Spieler in 29 000 Teams aus 80 Ländern teil. Im ungarischen Debrecen wurde jetzt mit 26 Teams das Finale für Mitteleuropa ausgespielt. Mit dabei war das Team Heldele Robotics aus Salach, das sich aus acht Kindern von Mitarbeitern der Elektronikfirma Heldele rekrutiert.

Methangasrecycling mit Legosteinen

Die Aufgabe für die 11- bis 16-Jährigen: die Welt des Abfallrecyclings en miniature nachzuspielen. Dazu gibt es genaue Vorgaben. Auf einem exakt vorgegebenen Spielfeld müssen selbst konstruierte und programmierte Roboter unter anderem ein Haus abreißen und komplett abräumen, die Steine sortieren, ein Auto reparieren oder entsorgen, Methangas von einer Deponie absaugen und in einer Fabrik wiederverwerten und mehr. Für alle Aufgaben gibt es verschiedene Lösungsmöglichkeiten, mit denen man unterschiedlich hohe Punktzahlen erreichen kann. Außerdem werden das Teamwork und das Design bewertet.

Kaum zu glauben, dass Teenager diese komplexen Aufgaben lösen. Allein für den Aufbau der Objekte, mit denen sie spielen sollen, müssen sie zigseitige Bauanleitungen befolgen. Für den Bau der Roboter, die später auf dem Spielfeld agieren, gibt es allerdings nur Vorgaben dazu, welche Teile verwendet werden dürfen. Alles andere steht den Teams frei. Darüber hinaus müssen diese im Rahmen eines sogenannten Forschungsauftrags Lösungen von selbst gestellten Aufgaben zur Abfallvermeidung präsentieren.

Forschungsauftrag Abfallvermeidung

Dabei fallen den Schülern erstaunliche Ideen ein. Ob es nun ein Konzept für die Mülltrennung an der eigenen Schule ist oder die Idee, Kassenbons durch ein Speichermedium zu ersetzen, die Nachwuchsingenieure lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Die Salacher punkteten mit wiederverwertbarem Verpackungsmaterial.

Sie hatten sich durch zwei Vorentscheidungen für das Europafinale qualifiziert. Am Sonntag ging es nun gegen Teams aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, der Slowakei, Rumänien und Ungarn. Zweimal waren die Salacher zuletzt auf Platz neun gelandet und somit knapp an der Einladung zu einem der Weltfinales gescheitert. Am Ende stand gestern beim Roboterspiel tatsächlich Platz 6. „In der Gesamtwertung hat es aber leider nicht zu den Top Acht gereicht. Wir sind dennoch sehr zufrieden“, meldete der Teambetreuer Christoph Peschke direkt aus Debrecen.

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