Auf Mallorca konnte Reiser wider Erwarten mit seinem Song punkten. Foto: Christian Reiser

In seiner Heimatstadt ist Christian Reiser kein Unbekannter. Jetzt hat der Sänger ein neues Lied herausgebracht. Hinter Reisers Künstlername „Chriss Reiser“ steckt aber noch ein anderer musikalischer Kopf, der in Göppingen und Umgebung viel herum kommt.

Donzdorf - Knapp eine Woche vor Heiligabend ist das Radioprogramm voll von Weihnachtsliedern. So erzählt die Band „Wham!“ in ihrem Song „Last Christmas“ die Geschichte einer nicht erwiderten Liebe; Melanie Thornton singt in „Wonderful Dream“ von wundervollen Träumen, die von Liebe und Frieden für jeden handeln. Christian Reiser aus Donzdorf weiß: „Der Markt für Weihnachtssongs ist überlaufen.“ Trotzdem glaubt der 29-jährige Sänger, dass sein Lied „Christmas Eve“ mit den Klassikern mithalten kann. Pünktlich zur Weihnachtszeit hat er den Titel auf den Markt gebracht. „Der Song erfüllt jedes Klischee“, sagt Reiser, der sonst bei der Autobahnpolizei arbeitet. Schließlich kämen Glocken und ein Kinderchor darin vor.

„Chriss Reiser“ lautet der Künstlername des Donzdorfers. „Das zweite ‚s’ steht für DJ Suni“, erklärt er. Michael Sunjo, so der volle Name des Discjockeys, wird häufig für Faschingsveranstaltungen gebucht. Auch bei „Fly and Fasnet“ in Donzdorf ist er regelmäßig dabei. Bei der Veranstaltung 2015 ist der Musiker auf Sunjo zugegangen und hat um Unterstützung bei seiner Musik gebeten. Sunjo hörte sich die Musik an – und war vom Reiser-Sound überzeugt.

Das Musikvideo wurde in der Tanzschule Bartholomay aufgezeichnet

In den folgenden Jahren organisierte der DJ Auftritte für Reiser. Als der Nachwuchssänger ein Video mit der Online-Plattform Smule aufgenommen hatte, ermutigte ihn Suni, dieses ins Netz zu stellen – eine Idee, die zur Karriere-Sprungleiter werden sollte. „Bei Smule kann man gemeinsam mit Stars singen“, erklärt Reiser. Er habe „Flashlight“ mit der Sängerin Jessie J performt. Das Video, das er auf Facebook hochgeladen habe, sei „um die Welt gegangen“. Der italienische Produzent Marcus Lanzer habe das Video gesehen und ihn Ende 2016 kontaktiert. Im Herbst 2017 ist der gemeinsame Song „Let The Party Begin“ (auf deutsch: Lass das Fest beginnen) auf den Markt gekommen. Das Video dazu wurde in einem Donzdorfer Fotostudio und in der Tanzschule Bartholomay in Göppingen aufgenommen. Die Gruppe junger Menschen, die – entsprechend des Liedtitels – eine ausgelassene Party feiert, hat Reiser über Facebook angeworben. „Weil sich da aber nicht genug gemeldet haben, bin ich noch in der Stadt herumgelaufen und habe Passanten gefragt, ob sie mitmachen wollen.“

Die anfallenden Kosten zahlten Reiser und Sunjo aus eigener Tasche. Eine von zig Rechnungen für „Let The Party Begin“ hat Reiser bei der Aktion „Wir zahlen deine Rechnung“ des Radiosenders „Die Neue 107.7“ eingereicht – und gewonnen. „Daraufhin hat sich auch Jürgen Drews gemeldet und mich in den Megapark nach Mallorca eingeladen, um dort meinen Song zu singen.“ Der Auftritt sei sein bisher größter Erfolg gewesen. Schließlich hätten nicht viele an ihn geglaubt. „Der Song ist halt auf Englisch, und man sagt ja, das Malle-Publikum ist das schwierigste der Welt.“ Obwohl Reiser durch seinen Auftritt im Megapark viele Kontakte knüpfen konnte, sei der Ballermann nicht sein Ding. Trotzdem schließt er nicht aus, irgendwann mal deutsche Musik zu machen. „Solange der Text gut ist“, sagt er.

Reiser ist es wichtig „Chriss“ zu vermarkten

Der nächste Sommersong, den Reiser und Sunjo auf den Markt bringen werden, geht aber erst mal in eine ganz andere Richtung. „Bailar Conmigo“ lautet der spanische Titel des Werks, der mit „Komm, tanz mit mir“ übersetzt werden kann. „Den Refrain werde ich dann tatsächlich auf Spanisch singen“, verrät Reiser. Wie bei seinem ersten Lied hat Reiser wieder mit Produzent Marcus Lanzer zusammengearbeitet. Für das Projekt Chriss Reiser sei die Kooperation aber keine langfristige Lösung: „Vor allem wegen der Sprachbarriere“, sagt der Donzdorfer. Außerdem wolle Lanzer als Produzent immer an erster Stelle genannt werden. Chriss als Marke könne so nicht vermarktet werden. Deshalb ist Reiser jetzt auf der Suche nach einem Produzenten, mit dem er auf lange Sicht zusammenarbeiten kann.

Der Weihnachtssong „Christmas Eve“ ist komplett ohne Produzent entstanden. „Das ist alleine ein Projekt von Suni und mir“, erzählt Reiser. Hilfe hatte er trotzdem. Die Filstalwelle habe ihn beim Dreh des Musikvideos auf der Göppinger Waldweihnacht unterstützt. An den Geislinger Kinderchor sei er über eine Sängerin aus Donzdorf gekommen. „Den Kindern habe ich jeweils zwei Überraschungseier gegeben. Dann waren die auch glücklich.“

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