Prominenz in der Andreaskirche: Im vergangenen April war die Bundestagspräsidentin a. D., Rita Süßmuth, zu Gast Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Gibt es einen gerechten Gott, oder geschieht uns ganz recht, wenn uns persönliche Katastrophen ereilen? Die Reihe Nachtschicht, immer sonntagabends um 19 Uhr in der Andreaskirche in Obertürkheim, Heidelbeerstraße 5, befasst sich vom 31. Januar an mit diesem Thema. Redner sind zahlreiche Prominente.

Stuttgart - Der kleine Aylan ist tot, ertrunken im Mittelmeer. Thomas und Nick sind tot, erschossen im Musicclub Bataclan in Paris, zwei Skifahrer sind tot, gestorben bei einem Unfall am Feldberg. „Geschieht uns recht?“, diese Frage klingt angesichts solcher Tragödien wie Hohn. „Geschieht uns recht?“, diese Frage stellen Pfarrer Ralf ­Vogel und sein Team in diesem Jahr in der Nachtschicht. Seit 16 Jahren veranstalten sie die Reihe, für gewöhnlich trifft man sich Sonntagabends um 19 Uhr in der Andreaskirche in Obertürkheim, Heidelbeerstraße 5. Und wenn man dort vor dem Altar über Gerechtigkeit in der Welt und der ­Gesellschaft redet, muss man natürlich zunächst fragen: „Ist Gott eigentlich gottlos?“

So wird man am Sonntag, 31. Januar, zu ergründen versuchen, ob es überhaupt einen lieben Gott gibt, ob er einen Plan hat, oder vielleicht sogar recht planlos ist, wie man beim Zustand der Welt anno 2016 glauben könnte. Gesprächpartner von Vogel ist der Heidelberger Theologe Michael Welker. Er hat vor kurzem den Karl-Barth-Preis der Union Evangelischer Kirchen erhalten, weil er über das Christentum in der Postmoderne forsche und darlege, „wie Gottes machtvolle Gegenwart im Geist heute verstanden und wahrgenommen werden kann“.

Einen Monat später, am 28. Februar, ist der Staatsanwalt Marcus Höschele zu Gast. Er arbeitet am Haus des Jugendrechts in Bad Cannstatt. Es ist als Erfolgsmodell bundesweit zum Vorbild geworden, weil dort Juristen, Polizisten und Sozialarbeiter zusammenarbeiten, um junge Kriminelle zur Vernunft zu bringen. Die Sängerin Cassandra Steen wird ebenfalls in der Andreaskirche auftreten.

Am 10. April, 19 Uhr, spricht Vogel mit Dr. Katja Hilgenstock, Vorstand von Ärzte ohne Grenzen. „Nur die Ärmsten sterben früh“, lautet das Thema, Hilgenstock berichtet in der Andreaskirche von den vielen Einsätzen ihrer Kollegen überall auf der Welt.

VW-Vorstand Christine Hohmann-Dennhardt noch nicht bestätigt

Ins Theaterhaus zieht die Nachtschicht am Sonntag, 8. Mai. Um 19 Uhr begrüßt Vogel das Ehepaar Walter Sittler und Sigrid Klausmann.“ Manche lernen’s nie“ ist der Abend überschrieben. Klausmann hat für einen Dokumentarfilm Geschichten von 199 Kindern überall in der Welt gesammelt. Und wie viel Mühe sie zum Teil auf sich nehmen müssen, um eine Schule zu erreichen.

Am Freitag, 10. Juni, gibt die Nachtschicht um 18 Uhr ein Gastspiel im Amphitheater des Mercedes-Benz-Museum. Wettermann Sven Plöger und Cornelia Füllkrug-Weitzel Präsidentin von Brot für die Welt, sprechen über den Klimawandel und die Folgen. Die vor allem in der Dritten Welt katastrophal sind. Ebenfalls zu Gast sind die Musiker von Die Füenf.

Am Freitag, 22. Juli, findet um 18 Uhr die Nachtschicht im Hospitalhof statt. „Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher“ lautet das Thema. Die Gäste ­kommen aus der ­Anstalt, jener des ZDF. Kabarettist Max Uthoff und Mitautor Dietrich Krauß reden über den Irrsinn unserer Tage.

Am 25. September, ist man wieder in der Andreaskirche. „Gute Nacht, Morgenland“ ist der Abend überschrieben. Kabarettist Christian Springer reißt nicht nur Witze, seine Hilfsorganisation Orienthelfer hilft Flüchtlingskindern im Libanon.

Und dann hat sich auch noch VW-Vorstand Christine Hohmann-Dennhardt angekündigt. Das Datum steht allerdings noch nicht fest, es wird sich erst in den nächsten Wochen entscheiden und hängt vom Terminplan Hohmann-Dennhardts ab. Ein Besuch in der Kirche kann auf jeden Fall nicht schaden, bei VW scheint Gottes Hilfe und Rat dringend vonnöten zu sein.

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