Michael König (li.) als Lohengrin, Martin Gantner als Telramund Foto: Matthias Baus

Saisonauftakt unter neuer Intendanz: Wagners „Lohengrin“ an der Staatsoper Stuttgart

Stuttgart - Mit Spannung war die erste Premiere unter der Intendanz des neuen Stuttgarter Opernintendanten Viktor Schoner erwartet worden. Nach Wagners „Lohengrin“ am Samstagabend war die Reaktion des Publikums geteilt. Viel Beifall gab es für den neuen Generalmusikdirektor Cornelius Meister, der gemeinsam mit dem Staatsorchester zu sehr feinen, exzellent ausgearbeiteten und ausbalancierten Klängen und einer gut durchdachten musikalischen Entwicklung gelangte. Auch die gut bis sehr gut besetzten Sänger, unter denen besonders Simone Schneider als Elsa, Martin Gantner als Telramund und Michael König als Lohengrin glänzten, wurden lange bejubelt, und der von Manuel Pujol einstudierte Staatsopernchor sang so präzise und klangschön, als wolle er nochmals seine am Freitag öffentlich gewordene Auszeichnung als „Opernchor des Jahres“ rechtfertigen. Bei der Inszenierung von Árpád Schilling hingegen standen magische Momente neben Leerlauf, den der Regisseur zudem mit allerhand Inszenierungs-Nippes ausstaffierte. Die Bruchlinie zwischen der spannend gelungenen realistischen Spiegelung einer Gesellschaft in der Selbstfindungsphase und einem Märchensujet mit eigener Logik blieb bis zuletzt spürbar.

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